Eisbären ringen zähe Panther nieder Berlin – Ingolstadt 3:1

Torschütze Darin Olver jubelt - Spiel gedreht. (Foto: Jay)Torschütze Darin Olver jubelt - Spiel gedreht. (Foto: Jay)
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„Die ersten beiden Drittel haben wir unser Spiel gespielt, haben stark verteidigt“, zog ERC-Chefcoach Rich Chernomaz sein Fazit zum Spiel, „dann unterliefen uns Fehler, die Berlin entscheidend ausnutzte.“ Allerdings haderte Chernomaz sichtlich mit dem Schiedsrichtergespann Willi Schimm und Stefan Vogl. Besonders schmerzte den Kanadier, dass die  Referees in der 55. Spielminute nach Videobeweis nicht auf Tor zugunsten Ingolstadts entschieden hatten. Was war passiert? Jean-Francois Boucher war in Richtung Berliner Tor davon gezogen, krachte beim Abschluss in Berlins Keeper Rob Zepp, der daraufhin wohl samt Scheibe über die Torlinie schlitterte. Es wäre die erneute Führung für Ingolstadt gewesen. „Vor zwei Wochen gegen Mannheim gab es auch eine solche Szene und es wurde auf Tor gegen uns entschieden. Das ist schwer zu verstehen“, monierte Chernomaz die so gegensätzliche Auslegung.

Beide Mannschaften waren zunächst darauf bedacht, eigene Fehler zu vermeiden. Hart wurde von Beginn an um jeden Zentimeter Eis gerungen. Nach dem torlos gebliebenen ersten Abschnitt wurden die Visiere etwas mehr gesenkt, die Chancen häuften sich und es ging sichtbar nickeliger zu auf dem Eis, die Türen zu den Strafbänken öffneten sich nun öfter. Das schlug sich auch auf die Atmosphäre in der o2 World nieder, deren Ränge in weiten Teilen in rot getaucht waren. Anlässlich einer Benefizaktion der Eisbärenfans zugunsten der Björn-Schulz-Stiftung wurden 4.000 von den Fans designete rote T-Shirts verteilt. Ein imposantes Bild, zudem für einen guten Zweck. Die Gäste ließen sich von alldem nicht beeindrucken, gingen durch Derek Hahn (37.) in Führung. Die Hausherren, ihrerseits mit der einen oder anderen Strafe nicht einverstanden, verloren beinahe die Konzentration und wirkten etwas frustriert.

Die zweite Pause kam den Eisbären recht, sich neu zu sammeln und starteten entsprechend entschlossen in den Schlussabschnitt. „Ingolstadt spielt als Team sehr kompakt, zieht sein System konsequent durch. Da ist es schwierig, das Spiel von Anfang an zu kontrollieren. Im letzten Drittel haben wir so gespielt, wie wir es uns vorgenommen haben: ständig Druck ausüben und den Gegner dadurch zu Fehlern zwingen. Das ist unser Ding“, erklärte Kapitän André Rankel hernach. Bereits in der 43. Spielminute glaubten die Hauptstädter, den Ausgleich bejubeln zu können. Der Puck hoppelte die Torlinie entlang, fand aber nicht darüber. Zwei Minuten später stieß Berlins Topscorer Daniel Brière die Tür zum späteren Erfolg auf und überwand den stark haltenden Ian Gordon zum 1:1. Auf die aus Sicht der Gäste strittige Entscheidung des nicht gegebenen Boucher-Tores antwortete Darin Olver nur wenig später mit dem 2:1 (56.) für die Eisbären. Die Bayern steckten dennoch nicht auf, versuchten alles, um die Verlängerung zu erreichen. André Rankel (60.) setzte mit seinem Schuss ins inzwischen verwaiste Gästegehäuse den Schlussstrich unter die intensive Partie, über die Mads Christensen später sagte: „Das war ein hartes 50:50-Spiel, ein bisschen wie in den Play-off. Beide Mannschaften waren sehr bereit. Wir haben am Ende aber Charakter gezeigt und besser gescort.“ 

Tore: 0:1 (37.) Hahn – Greilinger/Ficenec; 1:1 (45.) Brière – Rankel; 2:1 (56.) Olver – Sharrow/Tallackson; 3:1 (60.) Rankel – Mulock, TJ - EN

Schiedsrichter: Schimm/Vogl
Strafen: 10+10 Olver (Check gegen Kopf/Nacken)/ 16
Zuschauer: 14.200 (ausverkauft)

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