Eisbären: Punkte ohne Schönheitspreis Berlin – München 3:2

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Es ist für Eisbären-Torhüter Sebastian Elwing schon zur schönen Gewohnheit geworden, beim Einlauf der Mannschaft die Spalier stehenden Bambini zu begrüßen. Einen der Steppkes immer per Umarmung: nämlich Sohnemann Lenny. Am Freitagabend war es für beide etwas Besonderes: Elwing Senior lief erstmals nach seiner Berlin-Rückkehr in einem DEL-Heimspiel für die Eisbären als Starting Goalie auf. „Es war mental schon so ein Sache, dass die Jungs, mit denen ich vorher noch zusammenspielte, plötzlich auf mein Tor schossen. Nervös war ich nicht, aber im ersten Drittel waren die viel in unserem Drittel. Da war ich froh, dass ich einige Schüsse gerade noch zur Seite abwehren konnte“, gab der Goalie nach dem Spiel Einblick in sein Seelenleben. Eisbären-Chefcoach Don Jackson stellte seiner Nummer zwei hernach ein gutes Zeugnis aus. Als Matchwinner wollte sich Elwing indessen nicht sehen: „Ich wollte einfach mein Spiel machen. Wichtig ist, dass wir gewonnen haben.“ Die Extra-Ehrenrunde vor der Fankurve gemeinsam mit Junior hatte sich der Heimkehrer allemal verdient.

Um Schönheitspreise kann es für den Meister ob der angespannten Personalsituation – vor allem in der Defensive - momentan nicht gehen, nur ums Punktesammeln. „Dass wir keine Verteidiger haben stimmt nicht“, entgegnete Manager Peter John Lee angesprochen auf die prekäre Lage vor diesem Wochenende, „wir haben sehr junge Verteidiger.“ Gegen München kamen Maximilian Faber, Henry Haase und Thomas Supis (alle 19 Jahre) zum Zug. Das Durchschnittsalter der Eisbären-Defensive betrug ganze 22 Jahre. Torsteher Elwing lobte die Jungs vor sich: „Die haben dahinten schon einen guten Job gemacht.“

Am Ende hatten die Eisbären gegenüber den Münchnern die Nase vorn, weil die Mannschaft um Kapitän André Rankel sich von Drittel zu Drittel steigerte. „Wir hatten Druck und wollten nach den schlechten Ergebnissen ein Zeichen setzen“, erklärte der Nationalspieler, „allerdings haben wir das erste Drittel verschlafen, waren verkrampft und liefen schlecht Schlittschuh. Da gab es in der Pause ein paar deutliche Worte untereinander und eine klare Ansage vom Trainer. Danach gingen wir ganz anders zurück aufs Eis und im letzten Drittel lief es schon ganz gut.“ 

Der Kapitän selbst sorgte im Mittelabschnitt für die schnelle Führung: Florian Busch hatte abgezogen und Rankel (21.) hielt den Schläger dazwischen. Martin Buchwieser gelang drei Minuten später in Überzahl für München der Ausgleich. In der 38. Spielminute funktionierte endlich einmal das Powerplay der Eisbären: TJ Mulock fälschte einen Schuss von Rankel zum 2:1 ab. Beim 3:1 im Schlussdrittel hatte Laurin Braun (45.) freistehend leichtes Spiel. Später scheiterte Jens Baxmann mit einem Penalty an Gästekeeper Jochen Reimer. Ryan Kavanaghs Überzahltreffer  zum 2:3-Anschluss (50.) ließ es spannend werden. Doch Sebastian Elwing hielt in der Schlussphase die drei Punkte für die Eisbären fest. „Es tut mir leid für meine Männer, die gut gekämpft und sich etliche gute Chancen erarbeitet haben. Wieder haben wir ein Spiel mit nur einem Tor Unterschied verloren. Ich hoffe, dass sich das bald ändert und das Glück endlich mal auf unserer Seite ist“, haderte Gäste-Coach Pat Cortina zwar mit dem Ergebnis, lobte zugleich aber das couragierte Auftreten seiner Mannschaft.

Eisbären Berlin – EHC Red Bull München 3:2 (0:0, 2:1, 1:1)

Tore: 1:0 (21.) Rankel – Busch, 1:1 (24.) Buchwieser – Kavanagh/Ulmer PP, 2:1 (38.) Mulock, TJ – Rankel/Talbot PP, 3:1 (45.) Braun, L. - Katic/Arniel, 3:2 (50.) Kavanagh – Kathan/Ulmer PP,

Schiedsrichter: Schütz/Lenhart
Strafen: 12/10
Zuschauer: 13.900

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