Eisbären: Problemmonat September? Berlin – Köln 1:3

Schossen die Kölner Haie bei den Eisbären Berlin zum Sieg: Torsten Ankert (li.) und Christopher Minard (re.). (Foto: jay)Schossen die Kölner Haie bei den Eisbären Berlin zum Sieg: Torsten Ankert (li.) und Christopher Minard (re.). (Foto: jay)
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Der September ist offenbar nicht der Monat der Eisbären Berlin. Wie Ende September vorigen Jahres stehen auch in diesem lediglich zwei Siege vier Niederlagen gegenüber. Da wäre es nur allzu verlockend, sofort auf das Happy End der zurückliegenden Saison hinzuweisen: Die Eisbären errangen ihren siebten Meistertitel, den dritten hintereinander. Auch wenn damit bereits aufkommenden Zweifeln der ganz große Schrecken genommen werden kann, die augenblicklichen Defizite sind offensichtlich. Mickrige drei Eisbärentreffer in den letzten vier Spielen dürfen durchaus bedenklich stimmen. In der Vergangenheit wussten die als offensivstark bekannten Eisbären zuviel kassierten Gegentreffern noch immer mit der nötigen Anzahl eigener Torerfolge zu begegnen. Hier klemmt die Säge nun aber massiv. Chefcoach Jeff Tomlinson weiß das: „Wenn wir weniger Tore schießen, müssen wir defensiv besser spielen und auch mal mit 1:0 gewinnen können.“ Gegen die Kölner Haie klappte das wiederholt nicht. „Wir haben uns das Leben durch Turnovers schwer gemacht“, kritisiert Tomlinson zu Recht. Verteidiger Jens Baxmann muss seinem Chef zustimmen: „Wir lassen immer noch zu viele Chancen zu. Meistens haben wir es unter Kontrolle, aber dann kommt ein Pass und alles gerät durcheinander.“

Den Stab mag Tomlinson trotz der erneuten Niederlage nicht über seiner Mannschaft brechen, weist bewusst auf positive Teilaspekte hin: „Im letzten Drittel haben wir noch mal alles probiert. Die Fans haben das gespürt und uns toll unterstützt. Leider wurde das nicht belohnt.“ Der Trainer vertraut seinen Spielern, will nichts davon hören, dass es seinem Team womöglich an Qualität fehlt und wehrt jede Frage nach personellen Nachbesserungen vehement ab. Was aber ist zu tun, um nicht dauerhaft in eine Abwärtsspirale zu geraten? Die schlichte Antwort: Keine Wunderdinge. „Wir werden bei den Auswärtsspielen keine Show veranstalten, nicht ständig versuchen schön zu spielen, sondern einfach hart arbeiten und auch mal das dreckige Tor machen. Wenn wir das hinkriegen, klappen die anderen Sachen auch wieder“, so Tomlinson zuversichtlich. Nationalverteidiger Frank Hördler, von John Tripps Schläger deutlich an der Nase gezeichnet, verdichtet die Erkenntnisse auf die schlüssige Forderung: „Wir müssen die Kleinigkeiten wieder besser machen und das richtige Maß von Risiko und Sicherheit finden.“ Die richtigen Vorsätze, will sich der Meister in den anstehenden Spielen in Düsseldorf, Schwenningen und Mannheim nicht weitere schmerzhafte Nasenstüber abholen. Obschon es noch früh in der Saison ist, die Eisbären sehen sich in diesen Spielen der ersten Drucksituation ausgesetzt und müssen punkten. Das wäre gut fürs angeschlagene Selbstbewusstsein und außerdem soll es beim Problemmonat September bleiben.

Mit den drei Punkten aus Berlin ist Köln im Soll

Der Saisonstart der Rheinländer geriet gleichwohl durchwachsen. Nach ihrem Sieg in Berlin und Sprung auf Tabellenplatz fünf sieht die Lage deutlich freundlicher aus. John Tripp, für den das Spiel nach gut zehn Minuten schon beendet war, erklärte: „Beide Mannschaften waren in den letzten zwei, drei Wochen nicht so erfolgreich. Wir haben aber einen Weg gefunden, heute zu gewinnen. Die Jungs haben hart gearbeitet. Meine Spieldauerstrafe war ein Fehler. Das wäre vielleicht eine 2+2-Strafe gewesen. Der Kopf des Gegenspielers war ein bisschen niedrig und ich habe ihn etwas mit meinem Schläger getroffen. Es war wenig Blut zu sehen. Aber ich bin für meinen Schläger verantwortlich.“ Ex-Eisbär Alexander Weiß freute sich, seine Familie und Freunde am alten Wirkungsort zu treffen und natürlich über den Sieg seiner Haie: „Ich denke, es war ein ausgeglichenes Spiel, es stand eine ganze Weile 0:0. Am Ende hatten wir das Quäntchen Glück und haben gut verdient gewonnen. Über die sportliche Situation seiner ehemaligen Kollegen, Alexander Weiß trug sechs DEL-Spielzeiten das Eisbären-Trikot, macht sich der Haie Stürmer keine Sorgen: „Ich denke, die Eisbären haben sich nicht groß verändert. Es ist immer noch eine supertalentierte Mannschaft. Vielleicht hatten sie mit der European Trophy eine hohe Belastung in der Vorbereitung. Dass sie nun vier Spiele in Folge verloren haben, sollte man nicht überbewerten. Dem Charakter der Mannschaft nach - den ich gut kenne - werden sie sich zurückkämpfen.“ 

Tore: 0:1 (30.) Ankert – Gogulla/Falk; 0:2 (39.) Minard – Falk/Lüdemann PP; 1:2 (40.) Lalonde – Busch/Talbot PP; 1:3 (59.) Minard – Falk/Gogulla EN

Schiedsrichter: Krawinkel/Piechaczek
Strafen: 10/17+Spieldauer (Tripp)
Zuschauer: 13.100

Alle Neuheiten der Version 4.4.0
Neues iOS Update für die Hockeyweb App

Wir haben Deutschlands beliebtester Eishockey App eine Frischzellenkur verpasst. Hier die Details zum iOS 4.4.0 Update:...

Ein Großer geht!
DEL-Rekordtorschütze Michael Wolf beendet nach der Saison seine Karriere

Mit Michael Wolf - 152-facher Nationalspieler, Kapitän von Red Bull München und Rekordtorschütze der DEL - verliert Eishockey-Deutschland verliert einen ganz großen ...

Transfers für die neue Saison
Garrett Festerling wird ein Grizzly, Lean Bergmann ein Adler

Der Deutsch-Kanadier wird aus Mannheim an die Aller wechseln und erhält dort einen Zweijahresvertrag, ebenso wie Lean Bergmann bei den Adlern....

Auf dem Wege der Besserung
Karsten Mende: „Es geht mir besser“

​Am Tag nach seinem 51. Geburtstag möchte sich Karsten Mende, Manager der Iserlohn Manager, bei allen Freunden, Kollegen, Weggefährten und Fans für die zahlreichen G...

Hockeyweb präsentiert die Highlights aus Woche 15
Die Top 10 der DEL im Video

Tolle Verteidigungsaktionen, wahnsinnige Paraden und natürlich schöne Tore gibt es bei uns wöchentlich in den Top 10 Highlights zu sehen....

Lob für Kölns Organisatoren und Fans, Düsseldorf spielerisch besser
DEG gewinnt hervorragend organisiertes DEL Winter Game in Köln

​Elfjährige Jungs haben Ausdauer. „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey!“, trällerten die Spieler der Nachwuchsmannschaft der Düsseldorfer EG, während sie durch die Ka...

Torhüter verlängert seinen Vertrag
Dustin Strahlmeier bleibt bei den Schwenninger Wild Wings

​Die Schwenninger Wild Wings haben den Vertrag mit Torhüter Dustin Strahlmeier verlängert. Der 26-Jährige unterschrieb am Freitag einen Kontrakt über eine weitere Sp...

Jetzt die Hockeyweb-App laden!