Eisbären: Personell geschwächte Haie niedergekämpft

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Zum letzten Mal im alten Jahr rief der EHC Eisbären seine Fans in den Wellblechpalast, und die folgten der Einladung zum Spitzenspiel gegen die Kölner Haie so zahlreich, dass Stadionsprecher Uwe Schumann zum fünften Mal in dieser Saison „ausverkauftes Haus“ vermelden konnte. Unter den 4695 Zuschauern befand sich allerdings auch eine nicht zu übersehende, vor allem nicht zu überhörende Fanabordnung aus der Domstadt. Am Ende feierte aber der Eisbären-Anhang nach einem hochklassigen und spannenden Spiel stimmungsvoll den verdienten 3:1-Erfolg (0:0; 2:1; 1:0) ihrer Mannen.

Kämpferisch und emotionsgeladen ging es gleich von Beginn an los: Schon nach 16 Sekunden musste Eisbären-Goalie Jonas aufpassen, als ihm der Kölner Roy gefährlich nahe kam. Genau 60 Sekunden später wurde sein Gegenpart Rogles durch den Berliner Beaufait geprüft. Anscheinend der Startschuss für die Eisbären, das Zepter in die Hand zu nehmen. Fortan gaben die Berliner offensiv den Ton an und tauchten häufig gefährlich vor dem Kölner Tor auf. Auch in Überzahl ließen sie es mächtig krachen, doch blieb hier Haie-Keeper Rogles nach straffen Schüssen u.a. von Heins, Cole und Walser noch Sieger. In Unterzahl agierten die Eisbären im ersten Drittel ebenfalls überzeugend. Zwei solcher Situationen überstanden sie dort, ohne dass die Domstädter jemals gefährlich vors Tor kamen. Alex Barta hatte gar zwei Breakchancen, scheiterte aber. Zum Ende des Anfangsdrittels kamen die Kölner besser ins Spiel und verzeichneten ihrerseits gute Einschusschancen. Vor allem Sebastian Furchner versuchte es mit heftigen Schlagschüssen. Dennoch blieb der Anfangsabschnitt torlos.

Um in Führung zu gehen, nutzten die Gäste aber gleich nach Wiederbeginn eine Überzahlsituation. Stefan Ustorf brummte für die Berliner auf der Sünderbank, als Alex Hicks in der 22. Spielminute Bären-Goalie Jonas den Puck zum 0:1 durch die Schoner bugsierte. Die Berliner steckten nicht auf, wollten sie doch einen Tag vor Silvester ihre Anhänger im proppevollen Wellblechpalast nicht enttäuschen. So nutzte Micki DuPont die bis dahin erst zweite Eisbären-Überzahl, um mit einem zielgenauen Schuss von der blauen Linie zum 1:1 auszugleichen (29.). Nahezu grandios präsentierte sich Erik Cole, als er nicht nur die komplette Haie-Defensive austanzte, sondern auch noch Rogles mit einem Backhander überwand - 2:1. Ein Tor zum „Zungeschnalzen“, wofür die EHC-Fans den „Helmut“ getauften Amerikaner in der 35. Spielminute lautstark abfeierten. Fünfzig Sekunden vor Drittelende hatte Shawn Heins gar das 3:1 auf der Kelle, scheiterte aber mit seinem Gewaltschuss aus einiger Distanz.

Der Spielstand zwang die Kölner im letzten Drittel verstärkt ihr Heil in der Offensive zu suchen. Colin Beardsmore ließ den Berlinern in der 45. Spielminute auch kräftig den Atem stocken, aber Jonas zeigte sich hier wie auch bei den folgenden Angriffsbemühungen als sicherer Rückhalt. Fast jeder Haie-Stürmer versuchte sich an dem jungen Nationalkeeper, nun jedoch ohne Erfolg! Obwohl die höheren Spielanteile inzwischen bei den Kölnern lagen, zeigten sich die Hauptstädter treffsicherer: Denis Pederson sorgte mit seinem dreizehnten Saisontreffer knapp sieben Minuten vor Spielende für die 3:1-Führung. Wenige später hatte der derzeitige Eisbären-Topscorer gar die Chance weiter zu erhöhen. Aber auch die Haie waren nicht ohne und spielten weiter hart und ruppig auf Play Off-Level. Nutzte ihnen allerdings nicht mehr viel. Für die Hausherren gab es in den letzten Sekunden des Spieles gar stehende Ovationen und nach dem Schlusspfiff zur Belohnung das legendäre „Uffta“ - für die Haie dagegen null Punkte.

Hans Zach war dennoch nicht unzufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft, er resümierte: „Ich bin stolz auf die Leistung meiner Rumpftruppe! Wir mussten ohne unsere drei nominellen Center antreten und dann fiel uns auch David McLlwain nach einem Schuss an den Fuß aus. Er ist im Krankenhaus und wird geröntgt, vermutlich ist ein Zeh gebrochen und er wird länger ausfallen. Die Eisbären, insbesondere Oliver Jonas, sind gegen uns immer besonders gut. Jonas verhinderte ein besseres Ergebnis für uns.“ Kollege Pierre Pagé lobte das Spiel des Gegners: „Das war trotz der fehlenden Führungsspieler und nur drei Reihen typisches Hans Zach-Hockey; hart und unheimlich intensiv - ein sehr gutes Spiel auf Play Off-Niveau!“ Der Coach der Berliner hob zudem Florian Keller aufgrund seiner sehr guten Leistung als Verteidiger hervor und meinte: „Das war vermutlich sein bestes Saisonspiel.“ Darüber hinaus fand die überragende Leistung von Erik Cole völlig zu Recht noch besondere Erwähnung, da der den Kölnern vor allem durch seine physische Stärke tüchtig unter die Haut gegangen sein dürfte.

Für die Berliner klingt das insgesamt doch recht erfolgreiche Jahr 2004 mit einem weiteren prestigeträchtigen Sieg gegen einen direkten Mitbewerber und auf Platz 3 des DEL-Klassements aus und es bleibt festzustellen, dass die Formkurve der Eisbären nun offenbar doch nach oben zeigt.

Am Rande des Spiels fand eine Spendenaktion zugunsten der Flutopfer in Südasien statt. (mac/ ovk)

EHC Eisbären Berlin - Kölner Haie 3:1 (0:0; 2:1; 1:0)

Tore:

0:1 Hicks (21:20) - Lewandowski/ Furchner - PP1

1:1 DuPont (28:06) - Walker/ Pederson - PP1

2:1 Cole (34:49) Fairchild/ Heins - EQ

3:1 Pederson (53:02) Shearer/ DuPont - EQ

Zuschauer: 4695 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Schimm - Gemeinhard/ Brodnicki

Strafen: 10/ 4


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