Eisbären: Manager Lee steht hinter Tomlinson - Kommt Marco Sturm?UPDATE

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Zur selben Zeit setzte es bei den Eisbären eine Kabinenpredigt. Nach zwanzig Minuten kamen Manager Peter John Lee sowie ein deutlich zerknirscht wirkender Chefcoach Jeff Tomlinson aus der Kabine.

Lee, der Leader

Manager Lee zeigt sich in der aktuellen Situation als Leader, kennt die Schwachpunkte seiner Mannschaft, kann sie, weil nah am Team, realistisch einschätzen. Auch den Fakt, dass die Tiefe im Kader fehlt. Ein Beispiel dafür ist die vierte Sturmreihe der letzten Saison, die mit gestandenen Spielern wie Tyson Mulock, Corey Locke und Jamie Arniel besetzt war. Diese konnten aktuell nicht ersetzt werden. Weiter fielen bzw. fallen noch Spieler wie Constantin Braun und Matt Foy langfristig sowie zuletzt Frank Hördler kurzfristig aus. Jungspunde wie Alex Trivellato machen zwar einen guten Job, können aber noch nicht in die Fußstapfen gestandener Profis treten. Für ein Team, gegen das der Gegner immer als 100 Prozent gibt, zu wenig.

Lee: Tomlinson steht nicht zur Diskussion

Sicher standen Fakten und Lage dafür, dass die Mechanismen im Sport bald hätten greifen können. Sieben Niederlagen in elf Spielen. Zwei Spiele nach Penaltyschießen gewonnen. Seit vier Wochen stottert die Punktemaschine bei den Eisbären kräftig. Die Mannschaft wirkt kompakt – kompakt schlecht. Lichtblicke wie Torhüter Rob Zepp sind fast schon eine Ausnahme. Es sind immer mehr Fans, die den Rausschmiss von Jeff Tomlinson fordern. 

Der Eisbären-Manager stellte aber klar: Jeff Tomlinson steht nicht zur Diskussion!

Einen vorzeitigen Trainerwechsel gab es seit nun schon fast zwölf Jahren nicht mehr. Die Eisbären hielten stets auch bei „Talfahrten“ am Trainer fest. 2007 an Pierre Pagé, als er bereits zur Saisonhälfte aus seinem Abgang keinen Hehl mehr machte, mit dem Team in den Pre-Play-offs scheiterte – und auch drei Jahre später an Don Jackson, der mit den Eisbären als Ligaprimus sang- und klanglos im Play-off-Viertelfinale gegen Augsburg ausschied. 

Die Ergebnisse der Eisbären in der aktuellen Saison

European Trophy
Ouloun KärpätEisbären Berlin0:4
Eisbären BerlinLuela HF

1:4

HC PlzenEisbären Berlin2:0
HC Kometa BrnoEisbären Berlin2:1
Eisbären BerlinMountfield HK

4:1

Eisbären BerlinRed Bull Salzburg5:4
Eisbären BerlinHamburg Freezers4:6
Hamburg FreezersEisbären Berlin6:2
 
DEL
ERC IngolstadtEisbären Berlin2:3
Eisbären BerlinIserlohn Roosters7:5
Krefeld PinguineEisbären Berlin2:0
Thomas Sabo Ice TigersEisbären Berlin4:1
Eisbären BerlinGrizzly Adams Wolfsburg1:3
Eisbären BerlinKölner Haie1:3
Düsseldorfer EG Eisbären Berlin3:1
Schwenninger Wild WingsEisbären Berlin2:3 n.P.
Adler Mannheim Eisbären Berlin1:0
Augsburger PantherEisbären Berlin3:4
Eisbären BerlinStraubing Tigers

2:4

 
Vorbereitung
Dresdener EislöwenEisbären Berlin4:3 n.P.
Lausitzer FüchseEisbären Berlin

3:5

 

Einstellungssache?

Zuletzt ruhten sich die Eisbären auf ihren Titeln aus. Sieben Meisterschaften, zuletzt drei Titel in Folge, können für eine breite Brust sorgen. Aber die Realität sieht anders aus: Das Team ist im Tabellenkeller angekommen. Der DEL-Rekordmeister liegt am Boden. Erste Teammaßnahme nach dem Knockout: "Jeder soll sich jetzt seinem Spiegelbild stellen und fragen, inwieweit er der Mannschaft helfen kann. Ich schließe mich da mit ein", sagt Jeff Tomlinson. Zudem kann sich Markus Flemming, Sportpsychologe der Eisbären, nicht über zu wenig Arbeit beklagen.

Florian Busch, siebenfacher Meister mit den Berlinern stellte fest: "In den elf Jahren, in denen ich bei den Eisbären bin, haben wir noch nie so viele Spiele in einem so kurzem Zeitraum verloren."

Bringt Marco Sturm die Eisbären weiter?

Vor fast einem Jahr hatten die Berliner eine ähnliche Krise. Der Lockout in der NHL brachte die Gelegenheit, mit Daniel Briere und Claude Giroux zwei Stars zu den Eisbären zu lotsen. Mit ihnen platze der Knoten und die Berliner fanden einen Weg aus ihrem Tief. Aktuell steht kein Lockout in Amerika an, aber eine Personalie dürften die deutschen Teams im Auge haben. Mit dem vertragslosen deutschen NHL-Star Marco Sturm könnte sich einer, der in das Profil "Führungsspieler" passt, in Richtung Europa orientieren. Zwar sind die Kölner Haie laut Trainer Uwe Krupp ebenfalls an dem 35-Jährigen interessiert, Haie-Geschäftsführer Lance Nethery tat aber bei Nachfragen ob der Personalie eher genervt. Eisbären-Manager Lee hat gute Verbindungen zu Sturm. Einst besorgte der gebürtige Dingolfinger für seinen Freund Jeff Friesen eine Anstellung in Berlin. Peter John Lee in der morgigen Ausgabe des Berliner Kuriers:  „Ich habe mich mit diesem Gedanken beschäftigt. Er ist  eine Option, man muss sehen, was er will und die Situation abwägen.“

Wie auch immer: Beim DEL-Rekordmeister haben sich jedenfalls jetzt die Voraussetzungen geändert. Der „Staatsfeind Nummer 1“, wie Tomlinson vor der Saison seine Eisbären in den Augen der Gegner sah, hat sich nun das Ziel gesteckt, vom letzten Tabellenplatz aus in die Play-off-Ränge zu kommen und dort für Furore zu sorgen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. 


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