Eisbären machen Träume wahr Waltershausen gegen Brotterode: 5. Liga in der Mercedes-Benz-Arena

 (Fotos: privat (2), picture alliance/City-Press) (Fotos: privat (2), picture alliance/City-Press)
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Die Eisbären Berlin machen Träume wahr. Der EHC ermöglichte dem EHV Ice Rebells Waltershausen und WSV Steel Dogs Brotterode ein Spiel der Thüringenliga – in der Mercedes-Benz-Arena. Auf dem heiligen Eis des DEL-Rekordmeisters. Da, wo sonst Top-Stars wie André Rankel, Florian Busch oder Sean Backman die Massen begeistern, über 14.000 Fans feiern. Dahinter steht ein ganz großes Ausrufezeichen! Für die Klubs aus der fünfthöchsten deutschen Spielklasse, beide Orte haben mit rund 10.000 Seelen weniger Einwohner als die Eisbären Zuschauer zu Heimspielen empfangen, war der Trip in die Hauptstadt das mit Abstand größte und aufregendste Ereignis in der jeweiligen Historie. Ein besonderes Präsent gab es zudem von Eisbären-Manager Peter John Lee, der an seinem 62. Geburtstag viel Herz für die Kleinen zeigte. Dazu später mehr. Der Erlebnisbericht eines Eishockey-Märchens.     

Ein Traum wird wahr

Vereinsinterne Ausflüge zu großen Spielen der Deutschen Eishockey-Liga sind während der weihnachtlichen Ferien mittlerweile eine Tradition geworden. Doch diese Reise wird in den bisher kurzen Vereinshistorien der Ice Rebells Waltershausen und der Brotterode Steel-Dogs als Meilenstein eingehen. Für die Teams aus der Thüringen-Liga wurde am vergangenem Dienstag ein Traum wahr: Ein eigenes Match in einer der größten und modernsten Multifunktionsarenen Europas, die noch dazu das Zuhause der Berliner Eisbären ist. Zustande kam dieser Termin durch eine besonnene Anfrage einmal selbst in der Arena spielen zu dürfen und die darauffolgende unerwartete Antwort aus Berlin: Ja, das geht. Nach vielen Stunden der Planung und Organisation vertrieb die Vorfreude auf dieses Event jede Müdigkeit und wurde von Kilometer zu Kilometer größer!

Arena raubt Spielern den Atem

Nach fünfstündiger Fahrt parkten die Busse vor der MBA. Während die Zuschauer auf die Tribüne geführt wurden, warfen die Spieler erste Blicke in „ihre“ offiziell beschrifteten Umkleidekabinen und testeten schon mal die professionellen Spielerbänke in der Halle. Der Gesamteindruck dieser großen Spielstätte ließ ansatzweise erahnen, was hier los sein kann, wenn das Heimteam aufläuft. Das sollten die Thüringer in den Abendstunden noch erleben. Betreut wurden die Teams und Fans von Frau Annemarie Schwarz, einer Mitarbeiterin der EHC Eisbären Management GmbH.

Im Heiligtum: Besuch der Eisbären-Kabine

Sie erfüllte den Waltershäusern und Brotterödern einen zusätzlichen kleinen Traum: Die Teams durften nach spontaner Organisation für einige Minuten das Heiligtum der Arena betreten, die Eisbären-Umkleidekabine. Handschuh-Wärmer, Massageliegen, Schleifmaschinen, die Rüstungen quasi anziehfertig und gesäubert am jeweiligen Spielersitz, Motivationsmusik. Den Thüringern verschlug es nicht nur die Sprache, auch die Kamerafunktionen der Smartphons liefen heiß. Das musste man einfach für die Ewigkeit festhalten.

Pünktlich um 13.30 Uhr war es dann soweit: Die Thüringer Cracks betraten selbst das Eis und staunten nicht schlecht, als die Logos ihrer Mannschaften am großen Videowürfel leuchteten. Nicht schlecht schaute auch das Hallenpersonal, als die Jungs der Thüringen-Liga mit ihrem Tempo die Erwärmung begannen. Tja, wem mehrmals in der Woche Spitzensport geboten wird, dem darf auch mal ein Lächeln über die Lippen gehen. Mit zwei Zamboni, Bohrmaschinen und Schippen sorgten sie regelmäßig für optimale Eisbedingungen, die dem ein oder anderen Spieler anfangs etwas ungewohnt professionell erschienen.

Ehrenbully mit Peter John Lee

Als hätte dieser Tag bisher noch nicht genug geboten, ließ es sich EHC-Geschäftsführer Peter John Lee (u.a. 450 NHL-Spiele) an seinem Geburtstag nicht nehmen und kam zum Ehren-Anbully persönlich auf das Eis. Gemeinsam mit den beiden Hauptorganisatoren der Berlinreise Toralf Hermann (für Brotterode, und sein wohl größter Fan) und Rebellen-Chef Peter Bake posierte er medienwirksam für ein offizielles Foto, welches die Eisbären später sogar bei Instagram und Twitter veröffentlichten.



Klare Sache: 10:0 für Waltershausen

Nun aber durften die Thüringer ihr Können zeigen: Die EHV Ice-Rebells Waltershausen vs. WSV Steel Dogs Brotterode in der Mercedes-Benz-Arena Berlin. Die Fans auf den Rängen unterstützten ihre Teams lautstark. Waltershausen kam von Beginn an in Form und führte nach dem ersten Treffer von Alexej Krasjun mit 1:0 in der ersten Drittelpause. Trotz großer Anstrengungen der Jungs aus Brotterode und der ein oder anderen Strafminute der Rebellen gelangen Letzteren im zweiten und auch letzten Drittel die besseren Spielzüge. Nach 9 weiteren Toren durch Matthias Weber, Florian Hoffmann, Hannes Pilz, Peter Bake und Patrick Schön stand das Endergebnis fest: 10:0 für Waltershausen. Doch an den Spielstand dachte bei dieser Kulisse kaum einer. Der Spaß am Sport sollte an diesem Tag im Mittelpunkt stehen. Nach dem gemeinsamen Foto auf dem Berliner Eis erholten sich die Spieler und Fans bei einer kleinen Stärkung und nutzten den Vorabend, um sich in Arenanähe ein Stück neues Berlin anzusehen. In dieser Zeit erhielt der Rebellen-Vorstand die Möglichkeit hinter die Kulissen der Arena zu schauen, Fragen zu stellen und zu fachsimpeln. 300 bezahlte Mitarbeiter sind zur Durchführung eines DEL-Spiels notwendig; für die Thüringenliga in Waltershausen reichen ein halbes Duzend ehrenamtliche Helfer und ein paar Kabelbinder.

Uwe Schumann, die Stimme der Eisbären grüßt

Gegen 18 Uhr ging es für alle Mitgereisten zurück in die Arena, denn nun waren die Eisbären selbst an der Reihe. Doch ohne es zu wissen, hielt das DEL-Spiel gegen die Schwenninger Wild Wings auch drei weitere Überraschungen für die Thüringer bereit. Neben den Vorständen beider Teams, die eingeladen wurden, die Erwärmung der Profis von der Strafbank aus zu verfolgen, bekam das Geburtstagskind des Vortages, Marvin Amrell, die Möglichkeit zur Eisaufbereitung auf dem Zamboni vor rund 10.000 Zuschauern mitzufahren. Zu guter Letzt begrüßte Berlins Stadionsprecher Uwe Schumann während des Spiels die Gäste aus Waltershausen und Brotterode per Mikrofon noch einmal gesondert. Diesen Jubel hörte man sicher auch außerhalb der Arena. Auf dem Eis sorgten die Berliner Eisbären für einen überzeugenden 5:0 Heimsieg gegen die Schwenninger Wild Wings.

Dank der Eisbären: Erlebnis für die Ewigkeit

Die im Sicherheitsbereich der MBA abgestellten Busse parkten pünktlich nach Spielende vor dem Haupteingang, von wo aus die Fahrt mit vielen emotionalen Erlebnissen und langanhaltenden Eindrücken wieder zurück nach Thüringen führte. Für das überragende Erlebnis und das hervorragende Gelingen am 2. Januar 2018 bedanken sich beide Eishockeyvereine mit ihren Fans bei der Firma Gessert-Reisen Finsterbergen, bei dem Schiedsrichter-Duo Stephan Pencun und Frank Werner vom TERV, beim Wettkampfgericht Ulrike Stein, Matthias Röhmuß und Frank Matthias, bei der Stadionsprecherin Frau Pencun und bei den vielen kleinen Helferinnen und Helfern in den Vereinen. Ein ganz besonderes Dankeschön geht an die EHC Eisbären Management GmbH Berlin, die uns vor sowie während des Aufenthalts mit Frau Annemarie Schwarz so engagiert und professionell betreut und behandelt hat!

DER VORSTAND des EHV Ice-Rebells Waltershausen

EHV Ice-Rebells Waltershausen - WSV Steel Dogs Brotterode 10:0 (1:0; 5:0; 4:0) 1:0 Krasjun (7.); 2:0 Pilz (26.); 3:0 Hofmann (32.); 4:0 Hofmann (32.); 5:0 Weber (37.); 6:0 Hofmann (40.); 7:0 Bake (43.); 8:0 Hofmann (46.); 9:0 "Mo" Schön (51.); 10:0 Weber (60.) Strafen: Waltershausen 16 - Brotterode 0 Zuschauer: (gefühlte) 14.000