Eisbären kämpfen Haie nieder

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Endlich gelang es den Berlinern wieder, mit einem

5:3-Heimsieg gegen die Kölner Haie eines der aktuellen Top Teams der DEL zu

schlagen. Viel musste die Mannschaft von Chefcoach Pierre Pagé dafür

investieren und fuhr letztlich verdient diese drei wichtigen Punkte ein. 

Lange mussten die 4695 Zuschauer im vollbesetzten

Wellblechpalast aber um dieses Erfolgserlebnis bangen, bevor

U20-Nationalspieler Alexander Weiß in der 54. Spielminute die Eisbären erstmals

an diesem Abend in Führung und damit auf die Siegerstraße brachte. Weiß meinte

hinterher: „Sicherlich freue ich mich über das Tor!

Aber wichtiger war der Sieg heute und die drei Punkte im Kampf um die direkte

Play-off Qualifikation.“. Lob für den Youngster gab es denn auch vom Coach:

„Alexander hat nicht viel gespielt, war im entscheidenden Moment aber dennoch bereit

und hat in jeder seiner Eiszeiten hart gekämpft“. Haie-Coach Doug Mason

bekannte: „Weiß’ Tor war der Knackpunkt im Spiel“.  Den Sack endgültig zu band dann Kelly

Fairchild (56.) mit seinem Tor zum 5:3-Endstand für die Hausherren.

Begonnen hatte das Spiel alles andere als glücklich für die

Eisbären. Schon Mitte des ersten Abschnitts

lag man nach zwei Kölner Powerplaytreffern durch Stephane Julien (8.) und  
Lasse Kopitz (10.) 0:2 zurück.

Zwei kurz aufeinander gegen Sven Felski (Stockschlag) und Andy Roach

(Spielverzögerung) ausgesprochene Strafen brachten die Haie doppelt in

Überzahl. „Wir wussten, dass Köln ein starkes Powerplay hat, so bereits 54 Tore

erzielt hatte“, sagte Pierre Pagé nach dem Spiel, „da mussten wir erkennen,

warum. Doch meine Mannschaft trat heute bei Fünf gegen Fünf so stark auf, wie

noch nie in dieser Saison“.  In diesem Kräfteverhältnis

gelang dann Patrick Jarrett noch vor Drittelende der so wichtige

Anschlusstreffer – 1:2 (17.).

Der Rückschlag folgte gleich kurz

nach Wiederbeginn: Lasse Kopitz traf zum zweiten Mal und erhöhte in der

23.Spielminute auf 1:3 für die Haie. Diesen Treffer kassierte jedoch nicht mehr

der unglückliche Eisbären-Goalie Daniar Dshunussow, sondern dessen Kollege

Youri Ziffzer. Pagé betonte jedoch, dass der Wechsel viel mehr als Signal an

seine Mannschaft und nicht als Kritik an Dshunussows Leistung zu werten sei.

„Dshunussow musste heute den Preis für das Team bezahlen, zwei Mal standen die

Haie mit zwei Mann mehr gegen ihn, das ist für einen Torhüter immer schwer“.

Der junge Keeper ordnete seine Auswechselung erstaunlich souverän ein: „Der

erste Gegentreffer war schon eine Granate, da konnte ich nicht viel machen. Das

zweite Tor war noch abgefälscht. Der Schuss kam von der blauen Linie und ich

war mit den Schonern schon unten, ging dann wieder leicht hoch und dabei

rutschte mir der Puck unter dem Schoner durch. Ich hatte eben heute Pech, dass

es so lief. Damit muss ich klarkommen“.

Mit ihrem dritten Treffer hatten

die Haie aber offensichtlich das Knöpfchen gedrückt, das den Kampfgeist der

Eisbären endgültig erwachen ließ. Deron Quint krönte diese Sturm und

Drang-Periode mit dem 2:3-Anschluss (25.) und nur wenig später war es

Gäste-Coach Doug Mason genug, er zog mit einer Auszeit die Notbremse. „Hier

bewiesen die Eisbären alte Qualitäten, spielten jenes Eishockey, mit dem sie

die letzten Jahre so erfolgreich waren. Ich musste meinen Spielern Gelegenheit

geben, zurück ins Spiel zu finden“. Bis zur 37. Minute schien diese Maßnahme zu

greifen, doch dann schlug Dennis Pederson zu und markierte den frenetisch

gefeierten Ausgleich. Pederson, so viel ist mittlerweile in Berlin jedem klar,

ist Herz und Seele des Eisbärenspiels. Der Kanadier beackert jeden

Quadratzentimeter des Eises, gibt keinen Puck verloren und inspiriert mit

seiner enormen Intensität auch seine Mitspieler.

Doug Mason blickte nach vorn: „Niederlagen

sind immer traurig. Aber wir haben 70 Punkte mit einer Mannschaft errungen, die

nie komplett war, in der immer Spieler fehlten und nie alle zum gleichen

Zeitpunkt Topform erreichten. Ich bin stolz auf die Jungs, aber wir haben noch

Steigerungspotenzial. Der Kampf geht weiter“! In dasselbe Horn stieß auch Pagé:

„Wir müssen uns nun auf die nächsten Spiele konzentrieren, uns weiter steigern,

jeder Sieg ist für uns sechs Punkte wert“.

(mac/ ovk - Foto by city-press)


EHC

Eisbären Berlin – Kölner Haie 5:3 (1:2; 2:1; 2:0)

 
0:1 (07:43) Julien – Lüdemann/

Rudslätt  PP2
0:2 (09:03) Kopitz – Hospelt/

Trygg  PP1
1:2 (16:22) Jarrett, P. -  Beaufait/ Jillson
1:3 (22:20) Kopitz – Hospelt/

Gogulla
2:3

(24:39) Quint – Pederson/ Walker
3:3

(36:41) Pederson – Roach/ Beaufait
4:3 (53:02) Weiß – Hördler/ Rankel
5:3 (55:44) Fairchild – Felski/

Ustorf

Strafen: 14/ 14

Zuschauer: 4695 (ausverkauft)