Eisbären: Im Halbfinale Pagé gegen Zach?

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Was am Mittwoch vergangener Woche mit einer Überraschung

begann, endete am gestrigen Donnerstag dann doch erwartungsgemäß: Klar mit 4:1

Siegen behielt der Vorrundenerste Berlin die Oberhand über den Achten, die

Krefeld Pinguine. Die Eisbären erreichten seit ihrer Zugehörigheit zum

Eishockey-Oberhaus somit zum siebten Mal das Play off-Halbfinale, zum vierten

Mal hintereinander.

EHC-Verteidiger Deron Quint, der in Spiel 5 mit 2 Treffern

und einem Assist zu den Matchwinnern zählte, erklärte das Weiterkommen seiner

Mannschaft: „Wir haben ein gutes Team

mit viel Offensivkraft, drei sehr torgefährliche Reihen und einen guten

Torwart. Dennoch mussten wir uns in der Serie ganz schön steigern. Ich denke,

der wichtigste Punkt in dieser Serie war Spiel 3, als wir im letzten Drittel

das Spiel noch drehten.“

Premiere-Experte und Ex-Eisbär Klaus Merk machte einige Faktoren aus,

die dafür verantwortlich waren, dass sich letzlich doch die Eisbären

durchsetzten: „Einer davon, wahrscheinlich der wichtigste, ist die Tiefe des

Eisbären-Kaders. Ein anderer, dass sie in allen Spielen jeweils das letzte

Drittel für sich entschieden.“ Tatsächlich erzielten 13 Berliner Schützen 22

Tore gegen die Pinguine, darunter eben ein Tobias Draxinger ausgerechnet sein

erstes DEL-Tor in einer wichtigen Phase von Spiel 4 in Krefeld. In den

Schlussdritteln erreichte der Titelverteidiger ein Torverhältnis von 10:2.

Jung-Nationalspieler

Florian Busch, der im zweiten Drittel bei eigener Unterzahl die Fans der

Eisbären zu Beifall auf offener Szene animierte, als er den Puck im Alleingang

ewig im gegnerischen Drittel behauptete und seinen Gegenspieler Kunce dadurch

auch noch zu einer Strafe provozierte, resümierte zufrieden: „Wie ich es

schon in einem Berliner TV-Regionalsender vorraussagte, ist es auch

eingetreten. Wir haben die Serie mit 4:1 gewonnen. Es war eine schwere Serie,

und das erste Spiel ein Fiasko. Mit einer guten Taktik kamen wir aber zurück.

Unsere Taktik heute war, ruhig bleiben und hinten gut zu stehen, dann kommen

die Chancen fast von ganz alleine.“

Zwar haderten die Fowler-Schützlinge einige Male mit

Schiedsrichterentscheidungen, doch am Ende ist festzustellen, dass bei den

Eisbären einiges einfach besser funktionierte, was sich auch in Zahlen

ausdrücken läßt. Signifikant unterschiedlich war zum Beispiel die Effizienz der

Specialteams. Während die Pinguine in 36 Powerplaysituationen nur drei Mal

trafen (Quote: 8,33%), erzielten die Eisbären bei ihren 32 Überzahlspielen 9

Treffer (28,13%). Ähnlich drastisch fällt der Unterschied bei der

Schusseffizienz aus: 14,29% erfolgreicher Torschüsse der Eisbären stehen nur

8,96% der Pinguine gegenüber.

Obwohl Eisbären-Torhüter Tomas Pöpperle (Gegentorquote:

2,44) das Duell gegen den deutschen Nationaltorwart Robert Müller (4,24) klar

für sich entscheiden konnte, wird er in den nächsten Tagen von Goalie-Trainer

Josef Dusek einer Sonderbehandlung unterzogen: „Er fährt nach Prag“, erzählte

Pöpperle nach dem Spiel mit einem Grinsen im Gesicht, „und holt eine

Torschussmaschine. Das wird witzig, vor allem aber anstrengend.“

Derweil heißt es für die Eisbären auf den Halbfinalgegner

warten, da die Serien Ingolstadt gegen Hannover und Düsseldorf gegen Hamburg

weiter andauern. Setzen sich dort die in der Vorrunde besser platzierten Teams

durch, ist der Kontrahent kein geringerer als die Kölner Haie. Eine Paarung,

die schon auf Grund der beiden sich dann gegenüber stehenden Trainerfüchse Hans

Zach und Pierre Pagé einen besonderen Reiz ausüben würde.

(Matthias Eckart/ Oliver Koch)

Foto by City-Press: Bald keine Zeit mehr für gemeinsamen Smalltalk? Pierre Pagé und Hans Zach




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