Eisbären: Heimspiel am Dienstag? DEL-Finale: Vor Spiel vier

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Gerne wird dieser Termin von etlichen Eisbärenfans genutzt, um entspannt und ohne die bei offiziellen Autogrammstunden übliche Drängelei zu Unterschriften von und Fotos mit ihren Idolen zu gelangen. Auf dem Vorplatz der Stadionkneipe hat sich an diesem Samstag jedoch eine deutlich größere Gruppe versammelt, im wesentlichen besteht sie aus Mitgliedern der Fanatics Ost. „Farbe bekennen. Zeigen, dass wir hundertprozentig hinter der Mannschaft stehen“, heißen die Antworten der Mädels und Jungs, die bei den Heimspielen in der o2 World im Zentrum des Fanblocks für Stimmung sorgen und im Pulk der Auswärtsfahrer stets präsent sind. „Und außerdem, was willste an so 'nem Tag zwischen zwei Spielen auch anderes machen“, wird rumgeflachst. Ihren Platz in den Bussen, die sich Sonntagmorgen ab 7.00 Uhr Richtung Mannheim aufmachen, haben sie sich längst gesichert. Wie die Stimmungslage denn jetzt so sei, drängt sich nach der zweiten Niederlage in der Finalserie gegen die Adler geradezu auf: „Wie soll die schon sein? Entspannt! Wir fahren da hin und schauen, was geht“, sagt Flo, um dessen Play-off-Bart ihn der eine oder andere der jungen Eisbären-Cracks vermutlich beneiden dürfte. Nun ja, blauer Himmel, gleißender Sonnenschein, angenehme Temperaturen – es gäbe schon ein paar Dinge, mit denen man solch einen herrlichen Frühlingstag angenehm verbringen könnte.

Die Prioritätenliste wies seit Freitagabend indessen eine andere Reihenfolge aus. Dass auch die „Fantas“ wissen, was die Stunde geschlagen hat für die Eisbären wird beim Betreten des Wellblechpalastes deutlich. Spruchbänder prangen in der gesamten Eishalle und teilen ihre unmissverständliche Botschaft mit: „Wir glauben an Euch! - Es ist noch nichts verloren!“; „Best of 5 – Und sonst nichts!- Heimspiel am Dienstag!“, und „Mit Euch und 1000 Mann im Rücken werden wir die Adler zerpflücken!“, steht in großen Lettern auf Tapetenbahnen geschrieben. An Unterstützung wird es den Eisbären, die dazwischen ihre Trainingseinheit absolvieren, demnach nicht fehlen, wenn sie das Eis der SAP Arena zu Spiel vier betreten. Als die Mannschaft das Training beendet, schallt ein dreifach krachendes „Dynamo! Dynamo! Dynamo!“ aus gut hundert Kehlen von den Rängen des Wellblechpalastes. Seit jeher der ultimative Schlachtruf der Berliner, wenn es mal eng wird. „Klasse! Das gefällt mir“, entfährt es Manager Peter John Lee angesichts der Szenerie mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Die Körpersprache der Eisbären-Spieler lässt nichts von Niedergeschlagenheit erahnen. Florian Busch gibt Einblick in die Gedankenwelt der Spieler: „Ich bin überhaupt nicht beunruhigt. Wir haben vieles richtig gemacht gestern und waren über weite Strecken die bessere Mannschaft.“ Ist es gerade da nicht frustrierend, am Ende mit leeren Händen dazustehen? „Was heißt frustrierend? Du sitzt nach dem Spiel in der Kabine und stellst fest, dass du gar nicht so viel falsch gemacht hast. Was uns in den beiden letzten Spielen fehlte, war der Zug zum Tor. Das ist, was wir wieder besser machen müssen: Tore schießen“, betreibt Busch zutreffende Fehleranalyse. Heißt in der Summe nichts anderes, als dass die Eisbären zu oft zu kompliziert gespielt und eine der vielen „goldenen Play-off-Regeln“ vergessen haben: nämlich einfach zu spielen. Das hatte nach dem Match auch Adler-Coach Harold Kreis erkannt: „Wir kamen wieder schwerer ins Spiel, waren gezwungen, öfter in der eigenen Zone zu spielen, als wir uns vorgenommen hatten. Die Berliner haben vor allem am Ende nach der immer noch besseren Option gesucht, entschieden sich für den Pass, anstatt den Schuss zu nehmen.“

 Jonathan Sim, dessen Spieldauerstrafe im Schlussabschnitt den Adlern das entscheidende Powerplay bescherte, will sich mit dem Thema nicht aufhalten und bringt die Lage der Berliner mit einem Satz auf den Punkt: „Das Beste, was wir tun können, ist, morgen in Mannheim zu gewinnen.“


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