Eisbären: Heimauftakterfolg gegen Krefeld

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Glücklich gewannen die Eisbären ihr erstes Heimspiel in der neuen Saison. Zwei „Doppelschläge“ und ein Empty-net Tor entschieden das Spiel zu Gunsten des Deutschen Meisters, der kurz vor Spielbeginn feierlich durch Co-Trainer Hartmut Nickel und Eisbären-Urgestein Sven Felski den Meisterbanner unter dem Hallendach des mit 4400 Zuschauern gefüllten Wellblechpalastes enthüllte.

Für etwas Verwirrung sorgte Schiedsrichter Hascher schon in der ersten Minute. Einen von Bären-Coach Pagé eingeforderten Videobeweis wertete er zwar Regelgerecht, zeigte aber beim wiederbetreten des Eises mit dem herausgestreckten Arm auf den Punkt an der Mittellinie, meinte damit aber einen Bully in der Verteidigungszone der Krefelder.

Die Gäste waren es dann aber, die den ersten spielerischen Akzent setzten. In Überzahl (Ustorf saß auf der Sünderbank) überwand Verteidiger Kunce den jungen Eisbären-Goalie Dshunussow zur Führung (5.Spielminute). Etwas ungünstig entglitt dem jungen Berliner die Scheibe durch die Schoner.

Im weitern Verlauf des ersten Drittels blieben beide Teams, vielleicht auch begünstigt durch die „Nebelpausen“ auf dem Eis, unter ihren Möglichkeiten. Berlin, vor heimischem Publikum auf Angriff bemüht, nutzte seine Chancen nicht konsequent. Florian Busch, Steve Walker oder Denis Pederson vergaben gute Chancen. Auch erwähnenswert waren die Distanzschüsse im Powerplay von Hördler und Kramer – aber nicht Zählbar.

Das zweite Drittel begann bei den Eisbären mit der nahezu schon gewöhnten Rotation im Torgehäuse. Für den gut parierenden Dshunussow stand jetzt Youri Ziffzer. Einen einfachen Job hatte er aber nicht. Zwar ging es auch in diesem Drittel spielerisch nicht brillant zur Sache, aber trotzdem zeigten sich die Krefelder bei den ihnen gebotenen Chancen wach. In 5-3 Überzahl konnte so Pinguin Selivanov die Gäste weiter in Führung schießen. Den Versuch von Chris Herperger konnte Ziffzer in der vorausgegangen Situation zwar noch parieren, den Puck aber nicht kontrollieren. Anscheinend für die Eisbären ein Weckruf:

Erst erzielte Stefan Ustorf knapp vier Minuten nach dem zweiten Gegentor den Anschluss, bis kurz darauf Eisbären Youngster Marcel Müller die Arme über seinen langen, stabilen Körper nach oben reckte. Trocken und abgeklärt überwand er seinen Namensvetter, Nationalgoalie Müller, zum Ausgleich. Ein historischer Treffer, denn der gerade erst 17 Jahre alt gewordene Recke ist mit seinem ersten DEL-Treffer der jüngste Torschütze in der Eisbärengeschichte. Den Puck als „Meilenstein“ sicherte ihm Sven Felski.

Im letzten Drittel konnte man dann viel Intensität aus dem Nebel erkennen. Beide Teams schienen bereit für die drei Punkte, aber cleverer waren die Eisbären: Rob Leask und Derrick Walser schickten Sven Felski auf die Reise, welcher im Konter den Krefelder Goalie überwand. Quasi einen Spielzug später war es dann Jens Baxmann der ebenfalls mit seinem ersten DEL-Treffer den Spielstand auf 4:2 erhöhte. Das dritte Tor in dieser 47. Spielminute war dann der Anschluss durch Grygiel, welcher Ziffzer eiskalt erwischte.

So wurde es noch spannender: Robert Müller stand unter Beschuss der Eisbären, aber auch Krefeld kam ab und zu gefährlich vor das Berliner Tor. Ganz eng wurde es für die Gastgeber vor allem in Unterzahl, die meist unnötig schienen. So müssen sich die Eisbären alleine insgesamt sechs Strafminuten selber ankreiden, als jeweils ein Spieler zu viel auf dem Eis war.

Das Glück zum „Genickbruch“ für Krefeld hatte dann knapp eine Minute vor Ende Stefan Ustorf, der den Puck in das von Robert Müller verlassene Gehäuse nur noch einschieben brauchte.

Stimmen zum Spiel:

Pierre Pagé: „Wir müssen viel und schnell lernen. Wir haben jetzt keine Vorbereitung mehr, sondern die Saison hat begonnen. Unsere Chancen müssen wir produktiv nutzen. Die Spieler haben ihre Möglichkeiten, da ist es vollkommen egal das sie jung sind.“

Teal Fowler: „Das war ein komisches Spiel mit vielen Unterbrechungen wegen des Nebels. Dadurch kam nie ein richtiger Spielfluss zustande. Hätten wir vielleicht im ersten Drittel ein Tor mehr geschossen, hätten wir das Spiel vielleicht gewonnen.“

(ovk/mac)

Eisbären Berlin – Krefeld Pinguine 5:3 (0:1,2:1,3:1)

Tore:

0:1 Kunce 4:39 (Pavlikovsky, Selivanov) PP

0:2 Selivanov 29:10 (Herperger,Hedlund) 5-3

1:2 Ustorf 33:15 (DuPont,Walker)

2:2 Müller M. 33:29 (Gawlik,Fairchild)

3:2 Felski 45:33 (Walser,Leask)

4:2 Baxmann 45:57 (Fairchild,Felski)

4:3 Grygiel 46:21 (Verwey,Müller)

5:3 Ustorf 58:52 (Walser) 5-6

Schiedsrichter: Alfred Hascher

Strafminuten:

Berlin – 20 (8,6,6)

Krefeld – 16 (8,2,6)

(Foto: City-Press)

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