Eisbären gleichen mit 7:4 gegen abwehrschwache Freezers aus

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„Es war zu keinem Zeitpunkt ein

langweiliges Spiel“, resümierte Eisbären-Coach Don Jackson nach Spielschluss und

attestierte seiner Mannschaft eine bessere Leistung als zwei Tage zuvor in

Berlin. Den Freezers gab er den Trost mit auf den Weg, dass sie selbst nach dem

0:5 nicht aufgesteckt hätten. Jackson: „Ein gutes Match mit funny Goals“. Dass

der Spaß an den Toren ziemlich einseitig zugunsten der Eisbären verteilt war,

verschwieg der gute Don dabei geflissentlich.

 Dass die Hamburger an diesem Tag

mehr als normal mit den meisten Gegentoren haderten, hatte Gründe, die die

Spieler mit der Maske auf der Brust durchaus bei sich selber suchen dürfen. Beim

0:1 bekamen weder Stephan Retzer noch Freezers-Goalie Sauvé die Schlittschuhe

rechtzeitig zusammen, so dass der Schuss von Nathan Robinson durch das Gestrüpp

der Beine hindurch ins Hamburger Tor seinen glücklichen Weg fand. Das 0:2 gerade

mal sechs Sekunden später war ein Geschenk von Freezers-Verteidiger Paul

Manning, der „gekonnt“ und völlig  unbedrängt für seinen Gegenspieler Tyson

Mulock auflegte.

Beim vierten Berliner Tor half

der an diesem Tag reichlich indisponierte Hamburger Goalie Sauvè den Gästen, in

dem er einen nicht einmal besonders hart geschossen Puck bei völlig freier Sicht

und völlig unbehindert über die Fanghand rutschen ließ. Gut drei Minuten später

war es dann erneut ein haarsträubender weil unerzwungener Fehlpass der Hamburger

Abwehr im eigenen Drittel, der die Berliner unverhofft in Puckbesitz brachte.

Robinson umkurvte auch noch wie zum Hohn den wie versteinert dastehenden Sauvé

und netzte locker ein. Damit stand es 5:0 für die Eisbären, die längst den Faden

gefunden hatten, den sie zwei Tage zuvor in Berlin vergeblich gesucht hatten.

Die Freezers hatten ihn dagegen im Vergleich zum 4:2 im Wellblechpalast noch gar

nicht gefunden.

Freezers-Coach Bill Stewart hatte

ein Einsehen, nahm Sauvé vom Eis und brachte Hamburgs Goalie Nummer drei, Daniar

Dshunussow. Die Freezers gaben nicht auf, verkürzten noch im zweiten Drittel

durch Gratton und Aab auf 2:5 und kamen in der 46. Minute sogar auf 3:5 heran.

Es ist nicht bekannt, ob Don Jackson auch diesen Treffer zu den „funny Goals“

zählte, sehenswert war er allemal. Noch vor der Mittellinie schnappte sich Alex

Barta den Puck, umkurvte einen Berliner nach dem anderen und schob die Scheibe 

durch die Beine von Zepp hindurch ins Berliner Tor.

Spaßig dürfte Jackson auch das

nächste Tor zum 6:4 für sein Team gefunden haben, zumindest den Zeitpunkt.  Nur

16 Sekunden nach dem Barta-Solo war es Andy Roach, der den Freezers postwendend

das letzte Fünkchen Hoffnung raubte. Richtig „funny“ wurde es dann wieder beim

Treffer Nummer 7.  Freezers-Defender Andy Delmore hatte den Puck dicht neben dem

eigenen Tor, überlässt ihn aber freundlicherweise ohne Gegenwehr und ohne Not

dem Berliner Busch. Der passt vors Tor und Sven Felski macht den Sack endgültig

zu.

Obwohl die Freezers wie

beschrieben an den meisten Berliner Toren tatkräftig beteiligt waren, soll das

die Leistung der Eisbären keinesfalls schmälern, die ihre spielerischen und

läuferischen Vorteile im Vergleich zum ersten Match ausspielen konnten und einen

wesentlich wacheren Eindruck machten als zwei Tage zuvor im Wellblechpalast.  Es

war ein verdienter Sieg, mit dem sich die Eisbären in die Favoritenposition

zurück spielten und die den Freezers am Samstag die Gelegenheit gibt, in ihrer

gerade in Berlin so erfolgreichen Underdog-Rolle in die Hauptstadt zu reisen.

(jay - Foto by City-Press)

Hamburg Freezers – Eisbären Berlin 4:7 (0:3, 2:2, 2:2) –

Serie: 1:1

TORE:
0:1 (06:04) Robinson (ohne

Assist) - PP1
0:2 (06:10) Mulock (ohne Assist) -

EQ
0:3 (16:00) Busch (Braun,Felski) - PP1
0:4 (20:22)

Quint (Pederson, Roach) - PP1
0:5 (23:54) Robinson

(Roach, Smith) - EQ
1:5 (25:29) Gratton (Sarno, Smyth) -

PP1
2:5 (35:17) Aab (Leask, Gratton) - EQ
3:5 (45:24)

Barta (Smyth) - PP1
3:6 (45:41) Roach (Felski, Weiß) -

EQ
4:6 (49:03) Sarno (Fortier, Smyth) - PP1
4:7

(53:57) Felski (Busch) - EQ

TORSCHÜSSE: Freezers:

23 (10-5-8) - Berlin: 31 (9-11-11)
SCHIEDSRICHTER:

Alfred Hascher / Willi Schimm – ZUSCHAUER: 6595
STRAFEN:

Freezers: 14 Minuten - Berlin: 16 Minuten + 10 Minuten

Baxmann