Eisbären gewinnen Eisschlacht gegen Grizzly Adams

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14.200 Zuschauer in der ausverkauften o2 World waren Zeugen dieser hoch brisanten Partie. Die Berliner führen die Finalserie nun mit 2:0 Siegen an und können bereits am kommenden Dienstag in Wolfsburg den Sack zubinden. Die Grizzly Adams stehen mit dem Rücken zur Wand, das Team von Chefcoach Don Jackson dagegen vor dem Gewinn des fünften DEL-Titels.

Wie schon in Spiel 1 gingen zunächst die Grizzly Adams in Führung. In Überzahl fand der Puck ins Berliner Gehäuse, Wolfsburger Torschütze: John Laliberte (8. Spielminute). Da es im Nachhinein aber noch ein kleines Gerangel gab, mussten die Gäste unmittelbar danach ihrerseits in Unterzahl ran. Erst einmal sah es so aus, als bekämen die Berliner dabei wenig zustande. Dann jedoch brachte eine feine Passstafette über die Stationen Richie Regehr und Steve Walker Eisbären-Stürmer Florian Busch in Position und der Bayer in Berliner Diensten netzte schlitzohrig zum 1:1 (9.) ein. Schrecksekunde dann für die Gäste, als plötzlich Christopher Fischer blutend auf dem Eis liegt. Der Nationalspieler wurde vom eigenen Mann mit der Scheibe im Gesicht getroffen. Fischer kehrte nach einem kurzen Abstecher in die Kabine aber wieder zurück ins Geschehen. Alles nicht so schlimm zu Play-off-Zeiten, bald schon war Fischer wieder mit von der Partie. Und wie!

Das blieb aufregend, weil sich beide Teams in punkto Intensität, wie es sich für ein Meisterschaftsfinale gehört, gegenseitig überbieten wollten. Die Wolfsburger Cracks vertaten sich jedoch zunehmend in den Mitteln und landeten so häufiger auf der Strafbank als die Hauptstädter. Und so war es schon kein Zufall mehr, dass die Eisbären in Überzahl durch Jimmy Sharrow (23.) mit 2:1 in Führung gingen. André Rankel erhöhte in der 27. Spielminute mit seinem bereits neunten Play-off-Treffer gar auf 3:1 für die Eisbären. Die Grizzlys warfen nun freilich nicht die Flinte ins Korn, sondern suchten weiter nach ihren Möglichkeiten. Christopher Fischer, seine Verletzung war längst vergessen, fand rasch eine solche und verkürzte auf 3:2 (28.). - Und damit nicht genug, kurz nach Beginn des dritten Abschnitts glichen die offenbar munterer aus der Pause gekommenen Grizzlys auf 3:3 (41.) aus. Norm Milley drückte die Hartgummischeibe an Eisbären-Torsteher Rob Zepp vorbei über die Torlinie. Alles begann von vorn. Die Autostädter hatten jetzt generell mehr vom Spiel und zahlreiche gute Einschusschancen. Dass es sich rächen kann die nicht zu nutzen, mussten die Wolfsburger in der 51. Minute lernen: quasi aus dem Nichts traf Eisbär Sven Felski zur erneuten Berliner Führung – 4:3. Ein harter Schlag für die Grizzlys, den sie so recht nicht mehr verdauen konnten. Folge: das 5:3 durch Florian Busch in der 57. Spielminute. Trotzdem mochten sich die Grizzlys, die tatsächlich verbissen kämpften wie ihre Namensgeber, nicht in ihr Schicksal fügen. In der 60. Spielminute gelang Blake Sloan noch in doppelter Überzahl der Anschlusstreffer zum 5:4. Makulatur letztlich, den wichtigen Sieg konnten die Eisbären für sich verbuchen.