Eisbären bescheren Tigers ein DebakelBerlin – Straubing 8:0

Jimmy Sharrow erzielte Berlins 100. Saisontor. (Foto: Jay)Jimmy Sharrow erzielte Berlins 100. Saisontor. (Foto: Jay)
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Für die gut 200 mit nach Berlin gereisten Tigersfans war es indessen keine so feierliche Angelegenheit. Ihre Mannschaft, in jüngerer Vergangenheit häufiger erfolgreich als Eisbären-Schreck in Erscheinung getreten, hatten sich dieses Mal auch nicht besonders breiter Brust auf den Weg in die Hauptstadt begeben. Nur drei Siege aus den letzten zehn Spielen standen bis zum vierten Adventssonntag für die Mannschaft von Chefcoach Dan Ratushny zu Buche. Mentale Verunsicherung, fehlendes Selbstvertrauen vor dem gegnerischen Gehäuse wurden in Straubing bislang neben Verletzungssorgen als Ursache für die spärlichen Erfolgserlebnisse ausgemacht. In Berlin mussten die Tigers auf Grant Lewis, Florian Ondruschka, Alexander Dotzler, Dustin Whitecotton und René Röthke verzichten. Wie sich die Tigers diesmal jedoch in Berlin präsentierten, war mit den Ausfällen allein nicht zu erklären. Ihre größte Stärke, Kampf- und Einsatzbereitschaft, ließen die Tigers beinahe komplett vermissen. „Ein Spiel wie dieses, braucht keine langen Analysen“, konstatierte Dan Ratushny nüchtern, „Berlin hat uns sechzig Minuten dominiert, wir haben nicht gekämpft und daher verdient verloren.“

Ohne Kampf und Einsatz waren diese Straubing Tigers über weite Strecken nur ein Spielball deutlich entschlossener zu Werke gehender Eisbären, die sich jüngst selbst recht heftiger Kritik ausgesetzt sahen. Schon in der zweiten Spielminute, beim Führungstreffer von Jimmy Sharrow, zeichneten sich die später noch offener zutage tretenden Schwächen der Gäste ab. Ohne Gegenwehr netzte der US-Amerikaner zur frühen Berliner Führung ein. Es war das 100. Saisontor der Eisbären. Mads Christensen (7.), am Freitag beim Sieg in Köln schon doppelt erfolgreich, erhöhte auf 2:0. Chefcoach Don Jackson lobte den Dänen: „Nach seinen Gehirnerschütterungen hatte Mads eine schwere Zeit. Ich bin froh, dass er wieder trifft und freue mich sehr über seine Entwicklung.“ Die  Gäste waren mit diesem Rückstand nach dem ersten Abschnitt noch gut bedient, stand dem einzig wirklich Aufrechten im Straubinger Chaos, Torhüter Bacashihua, dreimal das Gestänge hilfreich zur Seite. 

Gleich zu Beginn des Mittelabschnitts erhöhten Constantin Braun (21.), der später noch das 7:0 (55.) besorgte, und Florian Busch (37.) auf 4:0. Doppeltorschütze Braun nach Ende des Spiels über die Gründe des zweiten Eisbären-Sieges an diesem Wochenende: „Spiele gegen Straubing sind normalerweise sehr hart, physisch geprägt. Wir haben uns aber auf nichts eingelassen und den Gegner durch Tore weiter frustriert. Wie in Köln haben wir es einfach gehalten, kein Larifari-Hockey gespielt. Damit sind wir einfach am besten.“ Frust wurde für Straubing in der Tat zum Thema. Nachdem Tyson Mulock zum 5:0 (47.) traf, brach dieser Frust aus Andy Canzanello heraus, indem er Berlins Laurin Braun niederstreckte. Folgen: Matchstrafe für den Straubinger, Nähstunde für Braun und in Überzahl die Treffer sechs und sieben durch Barry Tallackson (53.) und Constantin Braun. Jamie Arniel (58.) machte das Straubinger 8:0-Debakel komplett.

Tore: 1:0 (2.) Sharrow – Rankel/Mulock, TJ; 2:0 (7.) Christensen – Arniel/Braun, L.; 3:0 (21.) Braun, C. - Rankel/Hördler; 4:0 (37.) Busch – Tallackson/Sharrow; 5:0 (47.) Mulock, Tyson – Braun, L/Christensen.; 6:0 (53.) Tallackson – Talbot/Busch PP; 7:0 (55.) Braun, C. - Katic/Brière PP; 8:0 (58.) Arniel – Mulock, Tyson/Hördler

Schiedsrichter: Marcus Brill/ Sven Fischer
Strafen: 10/19+Matchstrafe (Canzanello)
Zuschauer: 14.200 (ausverkauft)

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