Eisbären Berlin: Wiedergeburt des Meisters?

Eisbären: Der Heimnimbus ist dahinEisbären: Der Heimnimbus ist dahin
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Dass es den Fans der Berliner ein Fest war, ihre Spieler

wieder einmal mit aller Berechtigung feiern zu dürfen, war nach dem

überzeugenden 6:3-Heimsieg über die Sinupret Ice Tigers nicht zu überhören.

Dennoch blieb auch spürbar, dass der Eisbärenanhang ob dieses Erfolgs nicht

sofort in überschwängliche Euphorie verfallen mochte. Zu oft in dieser

Spielzeit wurde schon auf den Durchbruch gehofft, was folgte waren mitunter

herbe Enttäuschungen. Nicht als  Sturzgeburt also, sondern eher als eine erste

Wehe, die das freudige Ereignis vielleicht anzukündigen vermochte, ist dieser

Sieg einzuordnen. Nichts desto Trotz klang es schon mal „Der EHC ist wieder

da!“ von den Rängen des Wellblechpalastes. Pierre Pagé brachte es in

ungewohnter, aber treffender Kurzform auf den Punkt: „Das war

Eisbären-Eishockey“.

Viel Arbeit stünde noch bevor in den nächsten Wochen, an

deren Erledigung man sich hochkonzentriert heran machen wolle, um das unmöglich

Erscheinende doch noch zu erzwingen, gab Routinier Stefan Ustorf an. Platz 6 zu

erreichen und damit die direkte Play-off-Qualifikation, heißt nach wie vor das

ausgegebene Ziel der Hauptstädter. Alle Nebengeräusche, wie etwa die sich

hartnäckig haltenden Gerüchte um ein zerrüttetes Verhältnis zwischen Mannschaft

und Trainer, sollen dafür ausgeblendet werden. „Mein Vertrag ist nicht

wichtig“, untermauerte Pierre Pagé, „jetzt zusammen zu halten und an uns zu

glauben, ist, was wirklich wichtig ist“.

Jedoch ist es schon erstaunlich, was diese Länderspielpause

bei manch Spieler, gerade den Leistungsträgern, bewirkte. Ein bisher blasser

Kelly Fairchild zum Beispiel wuchs geradezu über sich hinaus und war präsent und

torgefährlich wie nur selten zuvor in dieser Saison. Auch funktionierten Reihen,

die in diesen Zusammensetzungen noch nicht oft gemeinsam zum Einsatz kamen. Und

das, obwohl gerade der ständige Wechsel der Formationen zu einem der

wichtigsten Kritikpunkte gegenüber Pagé zählte. „Dass die Reihe Busch –

Beaufait – Rankel so gut spielte, war eine echte Überraschung. Sie waren sehr

gut, wie auch Müller – Fairchild – Weiß“, lobte der Eisbären-Headcoach.  

Dem Rückkehrer Florian Busch war bei jeder Eisschicht

anzusehen, wie sehr ihm das Spiel gefehlt hat. Zwar mangelt es dem

Nationalspieler nach dreimonatiger Verletzungspause verständlicherweise noch

etwas an Spritzigkeit, doch die von ihm gewohnte Schlitzohrigkeit blitzte schon

mehrfach wieder auf. Weshalb er trotz seiner Jugend in Berlin schon als

Hoffnungsträger gilt, zeigte er bei seinem Tor, als er den Puck im Fallen an

Nürnbergs Keeper Jean-Francois Labbé vorbei ins Netz bugsierte. Mit „Erik

Busch“-Rufen – in Anlehnung an des jungen Bayern Vorbild Erik Cole –

honorierten die Fans die Leistung des Rückkehrers.

Nürnbergs Trainer Benoit Laporte brauchte nach der

Schlusssirene noch etwas Zeit, sich nach dem gerade Erlebten zu besinnen. Er

verharrte noch einige Minuten an der Gästebank und folgte erst dann seiner

Mannschaft in die Kabine. „Heute hat man gesehen, warum Berlin zwei Jahre hintereinander

Meister wurde. Meine Spieler hatten das wohl vergessen“, resümierte Laporte und

blickte sogleich voraus: „Der neunte Platz in der Tabelle spiegelt nicht die

wahre Leistungsfähigkeit dieser Mannschaft wider. Das und das Wissen darum, wie

hart bei den Eisbären gearbeitet wird, ist der Grund dafür, weshalb keiner in

der ersten Play-off-Runde gegen Berlin spielen will“.

Am Freitag in Frankfurt und Sonntag in Düsseldorf wird sich

zeigen, ob es die Wiedergeburt des Meisters geben wird, oder sich dieser Sieg

doch nur als Scheinschwangerschaft entpuppt.

(mac/ ovk)


Du willst die wichtigsten DEL-News, Spielpläne und Live-Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die Hockeyweb-App mit Push-Nachrichten für die wichtigsten News Deiner Lieblings-Sportart. Erhältlich im App-Store für Apple​  und Android​.
Ersatz soll zeitnah kommen
Nürnberg Ice Tigers: Luke Green aus persönlichen Gründen abgereist

​Luke Green wird in der kommenden DEL-Saison doch nicht für die Nürnberg Ice Tigers auflaufen. Der 24-jährige Verteidiger hat Nürnberg aus persönlichen Gründen berei...

Kurz vor dem Trainingsauftakt
Maegaard Scheel und Korus ergänzen Kader der Iserlohn Roosters

​Die Iserlohn Roosters aus der DEL haben in der Woche vor ihrem Trainingsauftakt am 8. August zwei Ergänzungen ihres Kaders vorgenommen: Der Däne Felix Maegaard Sche...

Center kommt aus Linköping
Brian Gibbons komplettiert Kader des ERC Ingolstadt

​Der ERC Ingolstadt hat die letzte offene Kaderstelle in der Offensive mit dem Ex-NHL-Profi Brian Gibbons besetzt. Der 34-Jährige spielte in der vergangenen Spielzei...

Brent Aubin wechselt nach Frankreich
Colin Smith kommt zu den Iserlohn Roosters

​Der in Kanada geborene Stürmer Brent Aubin wird in der kommenden Saison nicht zum Kader der Iserlohn Roosters gehören. Der 36-Jährige hat sich entschieden, seinen T...

Verteidiger mit Offensiv-Qualitäten
Kölner Haie verpflichten Nick Bailen

​Die Kölner Haie haben Verteidiger Nick Bailen verpflichtet. Der 32-Jährige wechselt von Traktor Tscheljabinsk zu den Domstädtern. Beim KEC erhält der US-Amerikaner ...

Verteidiger wohl ab Oktober wieder fit
Adler Mannheim starten ohne Larkin in die Saison

​Die Adler Mannheim werden ohne Thomas Larkin in die neue Saison starten. Der Verteidiger musste sich vor einigen Wochen einer Handoperation unterziehen. ...

Kanadischer Center neu im Team
Augsburger Panther verpflichten Antoine Morand

​Kurz vor dem Trainingsstart können die Augsburger Panther eine weitere Personalie vermelden. Stürmer Antoine Morand wechselt aus der Organisation der San Jose Shark...

Personalplanungen abgeschlossen
Grizzlys Wolfsburg verpflichten Center Jean-Christophe Beaudin

​Die Grizzlys Wolfsburg haben sich die Dienste eines weiteren Centers gesichert: Der 25-jährige Kanadier Jean-Christophe Beaudin (25) schließt sich den Niedersachsen...