Eisbären Berlin überzeugen in Über- und Unterzahl

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Mannheims Cheftrainer Teal Fowler sprach nach dem dritten Halbfinalmatch davon, das Gefühl eines Déjà-vu-Erlebnis gehabt zu haben. Gerade hatte sein Team in der ausverkauften Berliner o2 World wie schon in Spiel eins vergangenen Sonntag gegen die Eisbären Berlin mit 0:4 verloren. Nicht nur das Endergebnis war nahezu identisch, auch der Verlauf der Partie ähnelte der Auftaktbegegnung in frappierender Weise. Unterschied war, dass die Adler nach ihrem deutlichen 6:1-Heimerfolg nicht ohne Berechtigung davon ausgehen konnten, dem Titelinhaber dort mit ihrer hohen Aggressivität zu Denken gegeben zu haben. Diverse Äußerungen von Spielern und Verantwortlichen aufseiten der Eisbären ließen jedenfalls darauf schließen, dass den Hauptstädtern das Dienstagsmatch mehr unter die Haut ging, als das für einen aus ihrer Sicht weiter positiven Verlauf der Serie gut sein könnte. Was am Freitagabend aber folgte, war eine glasklare Abfuhr, zu der die Adler-Cracks selbst durch ein Übermaß an Undiszipliniertheit den Eisbären die Vorlage lieferten. Welche diese dankend annahmen.

„Von der Strafbank aus gewinnt man keine Spiele“, fasste Mannheims Trainer die Fehlleistung seines Teams treffend zusammen. „Wir waren übermotiviert, haben den Fokus für die Dinge verloren, die man in einem Spiel selbst beeinflussen kann und dadurch viel zu viele Strafen genommen. Die Berliner haben ihre Möglichkeiten in Überzahl von Beginn an genutzt. Sie erzielten das wichtige erste Tor und wir mussten von da an hinterherlaufen.“ Schiedsrichterschelte, das betonte Fowler ausdrücklich, wolle er zwar nicht betreiben, ließ jedoch mit der Bemerkung: „Ja, es waren die gleichen Schiedsrichter, aber ein anderer Ort und andere Fans“ durchblicken, dass er wie seine Spieler zuvor mit der wieder strenger verfolgten Linie der Herren Rick Looker und Daniel Piechaczek wohl doch ein Problem hatte. Dass seine Mannschaft die Flinte nun nicht ins Korn werfen und am Sonntag in der heimischen SAP Arena aggressiv um die Chance auf ein fünftes Spiel kämpfen werde, dafür ließ Fowler freilich keinen Spekulationsspielraum: „Wir werden nach Berlin zurückkehren.“

Die Eisbären hingegen fanden die bestmögliche Antwort auf das in Mannheim erlittene 1:6-Desaster. Der nach seinem unfreiwilligen Bandenkontakt arg ramponiert ausschauende Stürmer Florian Busch erklärte den zweiten Sieg seiner Mannschaft auf eigenem Eis einleuchtend: „Der Weckruf am Dienstag hat uns allen offenbar gut getan. Wir haben unseren Heimvorteil ein weiteres Mal genutzt, wieder sehr gut im Powerplay und auch Unterzahl gespielt. Vor allem haben wir heute die Zweikämpfe angenommen.“ Dauerläufer Constantin Braun fügte bestätigend an: „Mannheim hat viele Strafen genommen und wir die Mittel gefunden, das auszunutzen.“ Und auch Doppeltorschütze Richie Regehr war sich sicher: „Den Unterschied heute hat vor allem ausgemacht, dass wir auch körperlich dagegen gehalten haben.“ Das Fazit von Eisbären-Chefcoach Don Jackson war zugleich auch Ausblick auf die vierte Partie am Sonntag: „Ich bin sehr stolz auf die Leistung meiner Mannschaft heute. Diese beiden Spiele waren die körperbetontesten, die wir in den letzten sechs Wochen gespielt haben. Disziplin ist in den Play-off sehr wichtig und ein gutes Überzahlspiel, mit dem wir den Gegner in Bedrängnis bringen wollen. In Mannheim erwarte ich ein weiteres sehr körperbetontes Spiel.“ Hilfreich wird gewiss sein, dass nach Stefan Ustorf dann mit Sven Felski ein weiterer sehr erfahrener Spieler in den Eisbärenkader zurückkehrt. (mac/ovk - Foto by City-Press)

DEL PlayOffs

Donnerstag 18.04.2019
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Samstag 20.04.2019
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