Eisbären Berlin: Übergang zur Tagesordnung? Fehlanzeige!

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Manager Peter John Lee meinte es unmittelbar vor der

Pressekonferenz zum Spiel gegen Straubing noch einmal deutlich kundtun zu

müssen: „Kelly Fairchild ist weder suspendiert noch entlassen! Es wäre der

komplett falsche Zeitpunkt für so etwas, wir haben Wichtigeres zu tun, müssen

uns darum kümmern, die nötigen Punkte zu sammeln und um nichts anderes!“
Die Nerven des Managers, sind hochgradig angespannt, die

gewohnte Souveränität Lees wirkt erschüttert. Scheint die eine Baustelle mit

viel Mühe geschlossen, entsteht prompt eine neue.

In den Tagen zuvor war die Zukunft von Coach Pierre Pagé

Thema Nr.1, nun sind es die äußerst kritischen Aussagen eines Spielers in

Richtung des Trainers in aller Öffentlichkeit. Und die Berliner Presse nimmt

die Vielzahl sich bietender Themen selbstverständlich gerne auf, das ist

allerdings auch ihr Job. Zur Tagesordnung überzugehen und sich zumindest auf

das Wesentliche zu konzentrieren, fällt Verantwortlichen wie Spielern so

allerdings schwer. So sind nach den Jahren des Erfolgs seit langem wieder einmal

Lees Fähigkeiten als Krisenmanager gefragt, um diese Spielzeit halbwegs

vernünftig zu Ende zu bringen. Besonnenheit wäre dabei erfahrungsgemäß mit

Sicherheit ein hilfreicher Ratgeber.

Dass es im Spiel gegen die couragiert auftretenden

Straubinger einige wirkliche Lichtblicke im Team der Eisbären gab, geriet ob

der herrschenden Krisenstimmung leider in den Hintergrund. Die Leistung des vor

Spielfreude und Torhunger geradezu strotzenden Florian Busch gehört ebenso

dazu, wie die vom jungen kanadischen Verteidiger Kyle Wharton, der zum 5:2-Sieg

nicht nur einen Treffer und Assist beisteuerte, sondern vor dem Tor von Youri

Ziffzer auch noch echte Abräumerqualitäten nachwies. Berlins junger Keeper selbst

war am Freitagabend endlich wieder jener sichere Rückhalt, der er im Dezember

schon einmal war. In Anbetracht der bevorstehenden Aufgaben, ist zu hoffen,

dass Ziffzer diese Leistung noch möglichst oft abrufen kann. Pierre Pagé und

Tigers-Coach Erich Kühnhackl lobten einmütig: „Youri war der Unterschied“. Wie

schon berichtet, ist Richard Mueller, der ja nun doch als Ausländer lizenziert

wurde, wild entschlossen, diese ebenfalls heiß diskutierte Entscheidung zu

rechtfertigen. Zwei Tore schoss „der verhinderte Deutsche“ in seinen bisherigen

zwei Einsätzen für die Eisbären.

Ein anderer Eisbären-Crack fährt derzeit Sonderschichten:

Verteidiger Jeff Jillson.
Obwohl wegen der verletzungsbedingten Ausfälle von Stefan

Ustorf, Christoph Gawlik, Andy Roach, Tobias Draxinger und der

Nichtberücksichtung Kelly Fairchilds durchaus personeller Bedarf bestanden

hätte, fand sich der Name des US-Amerikaners nicht in der Aufstellung der

Hauptstädter. „Für ihn haben wir einen 2-Wochenplan aufgestellt“, erklärte

EHC-Coach Pierre Pagé, „In ihn müssen wir investieren und etwas langfristiger

denken, wie bei einer Aktie, damit er uns helfen kann. Jillson muss einige

Dinge anders machen, deshalb der gesonderte Plan“.

Dass allerdings nicht alles nach Plan läuft, mussten die

Eisbären in dieser Saison eigentlich in einem fort erfahren, so auch im Spiel

gegen Straubing: Denis Pederson fing sich vom in punkto Strafzeiten mehr als

übereifrig agierenden Schiedsrichter Steffen Klau zwei zehnminütige Disziplinarstrafen

ein und ist somit automatisch für das so wichtige Spiel am Sonntag in Hannover

gesperrt. Den stets hart aber selten unfair aufspielenden  Kanadier gleichwertig zu ersetzen, dürfte den

Eisbären schwer fallen. Erich Kühnhackl fand deutliche Worte für den Auftritt

der Unparteiischen, denen auch kein Berliner widersprach: „Mit so einem

Schiri-Gespann macht Eishockey kein Spaß!“

mac/ ovk - Foto by City-Press


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