Eisbären Berlin im Anschutz-Duell erfolgreich

Eisbären: Der Heimnimbus ist dahinEisbären: Der Heimnimbus ist dahin
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Es war wieder einmal so weit: in der o2 World trafen am Sonntagnachmittag beide Anschutz Klubs aufeinander. Die gastgebenden Eisbären Berlin gaben den Hamburg Freezers mit 4:2 (2:1; 1:0; 1:1) das Nachsehen. Auskommen mussten die Hauptstädter dabei neben den dauerverletzten Brandon Smith und René Kramer (beide Schulter) ohne ihren Routinier Stefan Ustorf (Oberkörperverletzung).

Bevor es jedoch um den Sport ging, machten einige hundert Eisbärenfans mit einem kleinen Demonstrationszug vom S-Bahnhof Warschauer Straße zur o2 World auf einige Dinge aufmerksam, die ihrer Ansicht nach seit dem Umzug vom Wellblechpalast in die neue Arena im Argen liegen. Der so genannte Wohlfühlfaktor mag sich für die Hardcorefans in der o2 World einfach nicht wie erhofft einstellen. Im Kreuzfeuer der Kritik vor allem der Arena Caterer wegen überteuerter Preise für Speis und Trank und deren mitunter schlechten Qualität. Schon in den Spielen zuvor hatte der Fanbeirat dazu aufgerufen, das Angebot in der Arena zu boykottieren. Während des Spiels waren aus dem Stehplatzbereich immer wieder Gesänge wie „Zu teuer!“ zu hören. Gespräche zwischen Fanbeirat und Verantwortlichen laufen allerdings, nur brachten die keine Ergebnisse in von den Fans erwünschtem Maße hervor.

Die Startminuten des Auftaktdrittels ließen zunächst auf ein aufregendes Match mit gehobenem Unterhaltungswert hoffen. Doch nachdem Mark Beaufait (3.) die Eisbären dank konsequenter Untätigkeit der Freezers-Defensive mit 1:0 in Führung brachte, Deron Quint (4.) diese wenig später auf 2:0 ausbauen konnte und ein schlimmer Puckverlust von Eisbären-Verteidiger Jens Baxmann hinter dem eigenen Gehäuse dem Hamburger Thomas Pielmeier das Anschlusstor (6.) ermöglichte, flachte die Partie doch zusehends ab. Ab Mitte des Drittels gab Hauptschiedsrichter Richard Schütz den Gästen aus der Hansestadt reichlich Gelegenheit, ihr Powerplay zu verbessern. Doch die Freezers führten hierbei lediglich vor, weshalb sie in dieser DEL-Teamstatistik auf dem vorletzten Rang stehen.

Während einer Strafzeit gegen Berlins Daniel Weiß anfangs des Mittelabschnitts hätte jedoch so mancher in der o2 World schwören mögen, dass den Freezers gerade der Ausgleich gelungen sei. Doch Schiedsrichter Schütz breitete umgehend die Arme aus und bemühte auch hernach nicht den Videobeweis. Aufseiten Hamburgs gab es hier keinen Protest, der den Schiri hätte eventuell umdenken lassen. Steve Walker und Florian Busch u.a. vergaben für Berlin zunächst noch gute Möglichkeiten, den Vorsprung beruhigend auszubauen. Was ihm zuvor noch misslang, erledigte dann allerdings Florian Busch (38.) nur einen Moment nachdem eine Strafzeit der Gäste abgelaufen war. Im Schlussgang gewannen die Hausherren immer mehr Spielanteile. Damit einhergehend rückte Hamburgs Goalie Jean-Marc Pelletier zunehmend in den Mittelpunkt des Geschehens. Nur in einer kurzen Sequenz nahmen die Gäste Pelletiers Berliner Kollegen Rob Zepp unter ernstzunehmenden Beschuss. In Unterzahl, als die Eisbären die Zügel schon ein wenig schleifen ließen, verkürzte Francois Fortier noch auf 2:4 (57.). Das Herausnehmen des Torwarts zugunsten eines sechsten Feldspielers brachte den Freezers keinen Erfolg mehr. So gingen sie gegen die Eisbären zwar nicht unter, doch ihre Play-off-Hoffnungen mit Nachdruck am Leben zu erhalten, hätte es doch bei weitem mehr Kampf und Einsatz bedurft. Obwohl selbst nur streckenweise überzeugend, ging der Heimsieg der Eisbären vollauf in Ordnung. (mac)

Eisbären Berlin – Hamburg Freezers 4:2 (2:1; 1:0; 1:1)

Tore: 1:0 (02:56) Beaufait – Rankel; 2:0 (03:55) Quint – Felski/Mulock; 2:1 (05:21) Pielmeier – Tripp/Blanchard; 3:1 (37:45) Busch – Walker/Quint; 4:1 (48:51) Baxmann – Felski/Mulock; 4:2 (56:33) Fortier – Wilm/Manning SH

Schiedsrichter: Richard Schütz

Strafen: 10/10

Zuschauer: 14.200 (ausverkauft)

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