Eisbären Berlin: Erst Düsseldorf dann Tampa

Eisbären: Der Heimnimbus ist dahinEisbären: Der Heimnimbus ist dahin
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Es sprudelte nicht gerade aus Chefcoach Don Jackson heraus, was er vom Match gegen den Stanley Cup-Champion 2004 erwarte. „Es wird eine schöne Herausforderung für alle unsere Spieler“, bemerkte der US-Amerikaner ziemlich unaufgeregt. Er selbst gewann die wichtigste Trophäe im Eishockey mit den Edmonton Oilers als Aktiver bekanntlich gleich zweimal. „Erst haben wir am Freitag in Düsseldorf noch ein Spiel zu bestreiten. Die DEG ist im Sturm sehr schnell, darauf müssen wir uns zunächst konzentrieren. Tampa kommt danach“, setzte Jackson am Donnerstagmittag unmissverständlich klare Prioritäten. Ohne Kapitän Steve Walker, der Anfang der Woche einen operativen Eingriff am Knie (Meniskus) gut überstanden hat, wird die Aufgabe für den deutschen Meister nicht einfacher. Don Jackson sagte: „Klar, ohne Steve Walker sind wir nicht bei 100 Prozent. Aber das muss die Mannschaft auffangen und als Team geschlossen auftreten. Dass sie das kann, hat sie in der vergangenen Saison bewiesen.“ Den Platz des Kapitäns in der ersten Sturmreihe neben Denis Pederson und Nathan Robinson wird Florian Busch einnehmen.

Und die Düsseldorfer, derzeit Neunte der DEL-Tabelle, wollen die Hauptstädter vermutlich gern aus ihrer Euphorie reißen. Nach durchwachsenem Start und recht ernüchternden Zuschauerzahlen bei ihren Heimspielen im ISS Dome soll auf sportlichem Wege auch Werbung in eigener Sache betrieben werden. Wer böte sich dem Team von Cheftrainer Harold Kreis zu diesem Zweck besser an als der deutsche Meister?

Die Berliner freilich wollen am Samstag mit einem Sieg aus dem Rheinland zurückkehren, um die Partie am Sonntag (16.00 Uhr) gegen den Tampa Bay Lightning unbeschwert angehen zu können. Nach Ankunft in Berlin geht es für die Eisbären gleich zur o2 World. Man hat in Vorbereitung auf dieses Spiel Gelegenheit, was ansonsten nur selten vorkommen wird, eine Trainingseinheit in der Arena zu absolvieren. Apropos Vorbereitung: Das NHL-Team sandte eine lange Liste Sonderwünsche nach Berlin, die es noch abzuarbeiten gilt. Die NHL-Stars sollen sich bei ihrer Stippvisite in der deutschen Hauptstadt wohl fühlen. Und letztlich wollen die Macher der Anschutz Gruppe und der Eisbären in punkto Organisation und Durchführung dieses Spiels den bestmöglichen Eindruck bei den NHL-Verantwortlichen hinterlassen. Denn ganz hat man den Traum noch nicht aufgegeben, in naher Zukunft selbst einmal Gastgeber einer NHL-Saisoneröffnung wie London im vergangenen, oder Prag und Stockholm in diesem Jahr zu sein.

Das Spiel zwischen Eisbären und Lightning wird zwar auf einer Eisfläche nach internationalem Standart stattfinden, ansonsten aber weitestgehend das NHL-Regelwerk zur Anwendung kommen. Für dessen Durchsetzung wird so auch ein Schiedsrichtergespann aus der NHL verantwortlich sein. (mac)