Eisbären Berlin: Ein Tropfen auf den heißen Stein?Nach dem 4:2-Sieg gegen die Adler Mannheim

Daniel Weiss schoss das aus Berliner sicht wichtige 2:2 kurz vor der zweiten Drittelpause. Foto © Ice-Hockey-Picture-24/US-SportsDaniel Weiss schoss das aus Berliner sicht wichtige 2:2 kurz vor der zweiten Drittelpause. Foto © Ice-Hockey-Picture-24/US-Sports
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„Wahrscheinlich brauchten wir die Niederlage in Wolfsburg, um heute so gegen Mannheim auftreten zu können.“, sagte Eisbären-Cheftrainer Jeff Tomlinson. Sein Kapitän André Rankel sieht in dem 4:2 gegen die Adler Mannheim einen Sieg, auf dem sie aufbauen können.

Comeback der Eisbären nach Mannheimer Doppelschlag

Mannheim hatte im ersten Drittel mehr Spielanteile, musste jedoch mit einem Rückstand in die erste Pause. Der Start in den zweiten Durchgang geriet für die Gäste jedoch perfekt. Mit einem Doppelschlag in der 24. und 25. Spielminute drehten die Kurpfälzer die Partie. Es folgte ein Sturmlauf der Eisbären, die Adler-Goalie Dennis Endras bis zur zweiten Pause mit Schüssen eindeckten und mit einem Versuch von Daniel Weiß (38.) erfolgreich war. Die Hauptstädter retteten den Schwung des Ausgleichs über die Pause und legten nach. Travis James Mulock (52.) und Jullian Talbot (55.), der eines von nur zwei Überzahlspielen nutzte, schossen Berlin schließlich zum Sieg.

Mannheim nicht effektiv im Abschluss

Schlussendlich war der Ausgang des Spiels verdient. Die Eisbären nutzten die Fehler in der Mannheimer Defensive aus, um die drei Punkte einzufahren. Ihnen kam ebenfalls die Ineffektivität des Mannheimer Angriffsspiels zu Gute. Statistisch sind die Kurpfälzer beim Chancen erarbeiten und den Torschüssen ganz oben in der Liga zu finden, nur beim ummünzen in Zählbares ist deutlich Sand im Getriebe. So auch am Freitagabend in Berlin.

Nur ein Tropfen auf den heißen Stein?

Trotz allen Jubels sollte in Berlin niemand in Euphorie verfallen – Baustellen sind unübersehbar. Die schwere Verletzung von Verteidiger Jens Baxmann zwangen die Hauptsädter zur Umstellung der Defensive. Diese machte einen stabilen Eindruck, allerdings wenn Seitens der Mannheimer Druck auf die jungen Verteidiger wie Henry Haase oder Alex Trivellato ausgeübt wurde, kamen die beiden ins schlingern.

Auffällig ist zugleich das Leistungsgefälle in den Sturmreihen. Während die Formation um André Rankel, TJ Mulock und Julien Talbot mit ihren Toren die „Kohlen aus dem Feuer“ holen, so ist in der Formation um Florian Busch und Darin Olver einzig Barry Tallacksson ein Lichtblick.

Darin Olver hat den Hut auf!

Es scheint wohl eher Aufbauarbeit zu sein, dass Topscorer a.D. Darin Olver den Hut bekommt, mit dem Trainer Jeff Tomlinson nach einem Sieg den besten Spieler auszeichnet. Besser hätte er wohl zu Rankel, Talbot oder Mulock gepasst, aber die drei hatten ihn bereits zuletzt.

Wenn es mit dem Tore schiessen halt nicht klappt, ist es nun Olvers Aufgabe, defensiv zu arbeiten. Das wohl tragendste Argument für den Hut ist der wichtige Block mit der Hand, der eine Chance der Mannheimer vereitelte.

Unermüdliche Fans

Schon bei der Niederlage in Wolfsburg zeigten sich die Fans unermüdlich. In der Partie gegen die Adler schwappte sie Stimmung auf die Ränge über. Zwar scheinen die Zeiten, in denen die o2World in Berlin ausverkauft war, momentan vorbei, die 11.900 Zuschauer sorgten aber beim Duell der beiden Teams mit den meisten DEL-Titeln für gute Stimmung.

Nächste Herausforderung: Nürnberg

Am Sonntag sind die Tabellenzweiten Thomas Sabo Ice Tigers zu Gast. Jenes Team, dass Jeff Tomlinson bis zu seiner Entlassung als Trainer geführt hatte und nun sein ehemaliger Assistent Tray Tuomie als Chefcoach erfolgreich trainiert.