Eisbär Frank Hördler: Der Letzte einer Generation!Hockeyweb-Reporter Ronald Toplak über die Karriere der Eisbären-Vereinslegende

Eisbären-Legende: Frank Hördler. (Foto: dpa/picture alliance/nordphoto)Eisbären-Legende: Frank Hördler. (Foto: dpa/picture alliance/nordphoto)
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Frank Hördler. Mehr Legende geht nicht. 38 Jahre. 20 davon als Profi bei den Eisbären. 1026 Spiele in der Deutschen Eishockey-Liga. Mit neun Titeln ist er alleiniger Rekordhalter der Liga. 2018 gewann er zudem mit dem deutschen Nationalteam sensationell die Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang. O Captain! My Captain!

Der EHC ohne Hördler? Schwer zu begreifen. 2003. Modern Talking trennt sich. Die No Angels auch. Findet Nemo kommt in die Kinos. Die deutschen Frauen jubeln als  Fußball-Weltmeisterinnen. Und Frank Hördler wird Profi in Hohenschönhausen. Verdamp lang her! Um es mit Wolfgang Niedecken zu sagen. Eine Ewigkeit. Eine Generation.

Ich habe gehofft. Gebangt. Gezittert. Vergeblich. Ich habe es mir so sehr gewünscht, dass er mit seinen Bären den 10. DEL-Titel holt. Zehnsationell! Diese Schlagzeile mit dem Urgestein zu verbinden, bleibt ein Traum. Denn jetzt ist der Abschied offiziell. Hördler kehrt zu seinem Heimatklub Selber Wölfe zurück. Aus! Vorbei! Frank geht. Der letzte Spieler des legendären 1985er-Jahrgangs, der in Berlin noch aktiv auf dem Eis stand. Das Ende einer Ära. Ein gewaltiger Einschnitt in der ruhmreichen Geschichte des EHC. Mir blutet das Herz.

Hördler hat die traditionellen Stärken eines Sportlers repräsentiert: Kraft, hohe Moral, Einsatz, unzähmbaren Willen zum Sieg. Er überzeugte lieber mit Leistung als Worten. Oft sind es die kleinen Momente, die herausragende Persönlichkeiten besser beschreiben, als es große Szenen im Scheinwerferlicht je könnten. Wenn zum Beispiel Fans im Welli nach dem Training sehnsüchtig darauf warteten, noch ein Autogramm zu bekommen oder ein Selfie zu machen. Natürlich kam der Profi immer zurück aus der Mannschaftskabine, um auch die letzten Wünsche zu erfüllen. Immer! Dabei schien ihm so viel Aufmerksamkeit etwas unangenehm zu sein. Doch er ließ milde die Liebesbekundungen über sich ergehen. Mit seinem charakteristischen Lächeln. Ein einnehmendes, mitreißendes, weil sympathisches und zugewandtes Lächeln. 

Hördler muss mehr bleiben als ein Graffiti neben der Mercedes-Benz-Arena und das Trikot mit der 7, das unter die Hallendecke gezogen und künftig nicht mehr vergeben wird. Er ist sich immer treu geblieben. Eine Phrase, die man bei Sportstars oft hört - doch bei Hördler trifft sie den Nagel auf den Kopf. Ein Mann, der keine Ausschweifungen hatte. Er blieb stets einer von uns. Als Profi, der seine gesamte Karriere bei nur einem einzigen Verein gespielt hat. Selten, in diesem oft verdorbenen  Geschäft. Der Klub-Dino, ja, das ist eine aussterbende Spezies. Leider! Eisbären ohne Frank Hördler – das Unglaubliche wird Realität. Ein Lautsprecher, Sprücheklopfer, war er nie. Hördler blieb immer irgendwie im Hintergrund, obwohl er doch so oft die Hauptrolle spielte. Hördler war eines der letzten Relikte aus einer längst vergangenen Zeit, er war das Gesicht der Eisbären. Einer, der auf modische Ganzkörperbemalungen genauso verzichtete wie auf die Dauerberieselung durch lustige Bildchen in den sozialen Medien. Ein Normalo im aufgeblasenen Sportkosmos, unkompliziert, eben das genaue Gegenteil einer Diva. 

Bescheiden und bodenständig 20 Jahre EHC. Ein Ultra auf Kufen! Sozusagen. Das ist das Außergewöhnliche. Dass einer eben nicht sofort nach dem nächsten dicken Scheck schielt, heute hier und morgen dort spielt, voller Inbrunst das neue Klubemblem küsst. Dieser Mann ist Kult. Der Status ist ihm nicht zugeflogen, er hat ihn sich erarbeitet, durch Leistung, Treue und Beharrlichkeit. Deshalb schätzen, ja, lieben ihn die Leute. In all den Jahren ist nie etwas anderes über ihn in der Öffentlichkeit bekanntgeworden als Sportliches, es gab keine Skandale, keine Fehltritte. Ein Vorbild in Sachen Loyalität, Integrität und eine echte Identifikationsfigur. Er wird weiter Eishockey spielen. Für 2 Jahre. Vorerst. In Selb. Da, wo seine Wurzeln sind. Aus Oberfranken kam er dereinst an die Spree. Damals, als es noch eine Herausforderung für ihn war, sich einen üppigen Play-off-Bart wachsen zu lassen. Eine Entscheidung mit Weitblick. SELBstverständlich.  Nach seiner aktiven Zeit soll Hördler eine tragende Funktion im sportlichen Bereich innerhalb der Wölfe-Organisation einnehmen. Stellt sich für mich die Frage, ob dies nicht auch bei den Eisbären möglich gewesen wäre?! Immerhin, jetzt übernimmt der Nachwuchs den Staffelstab. Im September stand der Routinier erstmals gemeinsam mit seinem Sohn Eric in einem Ligaspiel auf dem Eis. Was für ein Moment. Der Höhepunkt einer unvergleichlichen Karriere. Sagt er selber. Wichtiger, als alle Titel, Triumphe und Pokale.

Der Haupstadt-Eishockeygott in einem Trikot ohne Eisbärenkopf? Schwer vorstellbar. Im Augenblick. Bleibt am Ende für mich nur ein Fazit: Vielen Dank, Frank!


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