Einen Punkt verschenkt

Schafft es Manuel Klinge?Schafft es Manuel Klinge?
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Kassels Trainer Stéphane Richer zeigte

sich am Ende der Partie Kassel gegen Nürnberg enttäuscht: „Wir haben uns heute

Abend selbst geschlagen und einen wichtigen Punkt verschenkt.“

Exakt eine Sekunde vor Ende des Spiels

hatte Brian Swanson zuvor den schon sicher geglaubten „Dreier“ der Kassel

Huskies zunichte gemacht, indem er den 4:4-Ausgleich erzielte. Zwar konnten die

Schlittenhunde in der zweiten Minute der Overtime durch Kraft immerhin den

zweiten Punkt retten, dennoch konnte sich Richer nicht über die gewonnene Partie

freuen. „Wir haben – wie immer – gut angefangen, aber wir müssen schnell lernen,

dass wir über sechzig Minuten konsequent spielen müssen.“ Dabei nimmt er vor

allem die DEL-erfahrenen Spieler in die Pflicht: „Ich fordere mehr Intelligenz

von denen, die wissen müssen, wie es geht. Wir kriegen in den entscheidenden

Phasen zu viele Strafen, die nehmen uns das Tempo raus und bringen den Gegner

wieder ins Spiel.“

Die Kasseler waren nämlich eigentlich

wieder gut ins Spiel gekommen und Gäste-Coach Andreas Brockmann war froh nach

dem ersten Abschnitt nur 0:1 hinten gelegen zu haben. „Kassel hat wie erwartet

mit viel Herz, Wille und Körper gespielt – wir haben jeden Zweikampf verloren.

So geht es nicht.“ Alex Leavitt hatte die Huskies in der 19. Spielminute mit

einem clever ausgespielten Tor in Führung gebracht. Doch die Huskies machten

sich im zweiten Drittel selbst das Leben schwer. Durch unnötige Strafzeiten der

Kasseler konnte Nürnberg innerhalb von nur zweieinhalb Minuten die Partie

drehen. Brad Leeb (22.) und Scott King (24.) schlugen für die Ice Tigers

zu.

Danach wirkten die Schlittenhunde für

kurze Zeit irritiert, zeigten aber wenig später wieder ihre Willensstärke –

auch, weil Nürnberg zu überheblich agierte. Brockmann: „Nach dem 2:1 kamen wir

uns zu sicher vor. Wir dachten, jetzt hätten wir’s.“ Chancen von Gaucher und

zwei Mal Auger in Überzahl kündigten die erneute Führung an. Schließlich war es

Hugo Boisvert der im Gewühl vor Cassivi die Übersicht behielt und den

3:2-Führungstreffer markieren konnte. Leeb und Tallaire sorgten noch einmal für

Chancen auf beiden Seiten, beide Goalies waren dabei aber auf dem Posten. In der

44. Minute konnte Kassel die Führung durch einen Treffer Barteks sogar auf 4:2

ausbauen, doch die Gäste kamen zurück: Nicht mal eineinhalb Minuten nach dem

vierten Kasseler Treffer verkürzte Polaczek den Abstand mit einem Shorthander.

Bis eine Sekunde vor Schluss sah es dann aber aus, als könnten die Nordhessen

die Führung über die Zeit retten und nach ihrem ersten Null-Punkte-Wochenende

gegen Düsseldorf und Wolfsburg direkt wieder drei Zähler einfahren. Durch

Swansons Treffer eine Sekunde vor Ende der Partie mussten die Huskies aber noch

mal um den Sieg bangen.

Mit dabei im Huskies-Kader waren auch

wieder Shawn McNeil und Jacek Plachta, dafür mussten Mark Kosick und Steve

Palmer auf der Tribüne Platz nehmen. Während McNeil einen sehr gelungenen

Einstand geben und schon einige Akzente setzen konnte, wird Plachta nach einer

Schultereckgelenksprengung auch in den nächsten Wochen wohl eher noch sporadisch

Einsätze kriegen. 

Leona Malorny


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