Eine Stadt dreht durchAusnahmezustand in Straubing

Die symbolträchtige Trikotübergabe. Von links nach rechts: Jan Guryca, Gaby Sennebogen, Birgit Zacher und Barry Brust. (Foto: Armin Holl-Wagner)Die symbolträchtige Trikotübergabe. Von links nach rechts: Jan Guryca, Gaby Sennebogen, Birgit Zacher und Barry Brust. (Foto: Armin Holl-Wagner)
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Vor der Saison von vielen belächelt, doch das „Team der Namenlosen“ hat es geschafft, ins Viertelfinale einzuziehen. Natürlich, viele hatten auch schon vor dieser Saison jahrelange DEL-Erfahrung. Michael Bakos, Sebastian Osterloh oder Ryan Ramsay, um nur einige zu nennen, kannte man auch außerhalb Niederbayerns, und einen Barry Brust kennt inzwischen auch jeder, aber erst als man Matt Hussey nachverpflichtet hat, hatte man so etwas wie einen Star. Er selbst sieht sich aber in keiner Weise als solcher, und damit passt er perfekt ins Team.

Der Anhang der Tigers bewies früh ein Gespür dafür, „ob was geht“. In Erinnerung bleibt vielen vielleicht ein Plakat das Mitte Dezember ausgerollt wurde: „Euer Teamgeist macht uns stolz“. An diesem Spruchband ist viel Wahres. Zum einen sind die Tigers als Team eine echte Größe, und zum anderen sind die Fans mehr als stolz.

Was in der kleinen niederbayerischen Stadt zurzeit los ist, übertrifft vielleicht schon jetzt die Aufstiegseuphorie und man möchte sich gar nicht ausmalen, was passiert, wenn man Wolfsburg schlagen sollte. Man kann hier hingehen, wo man will, man wird praktisch überall auf die Tigers angesprochen. „Hast Du´s schon gehört“ und „Ich war dabei“ sind wohl die beiden Sätze, die in der Gäubodenstadt momentan am häufigsten fallen. Hin und wieder kann man auch Leute sehen, die unvermittelt zu lachen beginnen: „Ich musste gerade an das letzte Spiel denken“, bekommt man als Auskunft.

Die Erfolgswelle spülte das Stadion am Pulverturm auf Platz 56 in der vor wenigen Tagen veröffentlichten Zuschauerstatistik für Europa der International Icehockey Federation (IIHF). So kamen im Schnitt 4.820 Zuschauer ins Stadion. Sicher, für Zuschauerkrösus Berlin, 14.073 Zuschauer im Schnitt und Platz drei der Statistik, ist das nicht beeindruckend, für Straubing ist das jedoch eine Verbesserung um neun Plätze im Vergleich zum Vorjahr. Würde man die Besucherzahlen in Relation zu den Einwohnern setzten, sähe es völlig anders aus. In Straubing gehen statistisch 10,8 Prozent der Einwohner in ein Heimspiel, in Berlin nur 0,4 Prozent.

Am letzten Spieltag half den Niederbayern aber nicht nur die eigene Überzeugung und ein Schlussdrittel, in dem nahezu alles gelang, sondern auch ein wenig der Eishockeygott der im entscheidenden Moment wohl geraden über dem „Himmel der Bayern“ war. So auch der Werbeslogan der Hacker-Pschorr Brauerei im Stadion. Die Brauerei ist bereits seit längerem Sponsor der Tigers und ersteigerte 2006 das Meistertrikot von Torwarts Mike Bales. „Wir waren auch 2006 beim Aufstieg dabei, es ist sensationell, dass es in der dieser Saison mit den Play-offs geklappt hat. Der letzte Spieltag war nichts für schwache Nerven“, sagt Andreas Steinfatt, Geschäftsführer der Hacker-Pschorr Brauerei. Die Pressesprecherin Birgit Zacher erinnert sich: „2.500 Euro haben wir damals dafür bezahlt“

Heute brachte sie das Trikot nach Hause und übergab es den aktuellen Torleuten Barry Brust und Jan Guryca. „Ich glaube zwar nicht wirklich, dass ihr einen Glücksbringer braucht, weil ihr die Saison so super gespielt habt, aber es soll euch noch ein zusätzlicher Ansporn sein.“  

„Das Trikot steht für den sportlichen Erfolg und dem Gewinn einer Meisterschaft. Bis heute hatte es einen besonderen Platz in der Brauerei, doch nun bringen wir es zurück. Es soll der Mannschaft und ganz besonders den Goalies in den Play-offs Glück bringen“, so Andreas Steinfatt. Wo es demnächst genau hängt, ist noch nicht ganz klar. „Das müssen wir noch mit den Jungs in der Kabine absprechen, aber ich bin sicher wir werden einen guten Platz finden“, sagte Jan Guryca.

In Straubing spielen jedoch nicht nur die Fans verrückt, sondern auch bei den Spieler gibt es erste Anzeichen des Ausnahmezustandes. Nur um einige Beispiele zu nennen. Calvin Elfring lässt seinen Vater einfliegen und sucht via Facebook einen Platz im Sonderzug. Oder der erst im Sommer nach Straubing gewechselte Alex Dotzler ist schon durch und durch ein Tiger und bekennt sich offen dazu. Seit heute schmückt sein Haupthaar ein Tigerkopf, der dem von Steffan Effenberg erblassen lässt.

Bei aller Euphorie, Straubing nimmt die Sache ernst. So wird zum Beispiel auch nicht mit dem Bus noch Wolfsburg gefahren, sondern geflogen. Aber Straubing wäre nicht Straubing, würden man dazu den Umweg zum Franz-Josef-Strauß-Flughafen nach München machen. Rund acht Kilometer außerhalb Straubings liegt der Verkehrslandeplatz Straubing, allgemeinhin als Wallmühle bezeichnet. Von dort aus geht es nach Braunschweig und erst das letzte Stück wird mit dem Bus bewältigt. Die Ironie an der Sache ist, dass in Straubing zurzeit eigentlich keine Flugzeuge der benötigten Größe starten und landen dürfen, da ein sein längerem bestelltes Löschfahrzeug noch nicht geliefert wurde. Aber auch dafür hat Tigers-Geschäftsführerin Gaby Sennebogen eine Lösung gefunden. Denn zu den Flugzeiten wird ein entsprechendes Löschfahrzeug leihweise am Flughafen vorhanden sein. Im Plausch meint die Chefin der Tigers: „Ich habe noch nie so viel über Feuerwehren gelernt wie die letzten Tage.“

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DEL Hauptrunde

Sonntag 17.10.2021
Eisbären Berlin Berlin
6 : 3
ERC Ingolstadt Ingolstadt
Fischtown Pinguins Bremerhaven
2 : 3
Kölner Haie Köln
Straubing Tigers Straubing
- : -
Schwenninger Wild Wings Schwenningen
Adler Mannheim Mannheim
- : -
Bietigheim Steelers Bietigheim
EHC Red Bull München München
- : -
Nürnberg Ice Tigers Nürnberg
Iserlohn Roosters Iserlohn
- : -
Düsseldorfer EG Düsseldorf
Krefeld Pinguine Krefeld
- : -
Augsburger Panther Augsburg
Dienstag 19.10.2021
Straubing Tigers Straubing
- : -
Iserlohn Roosters Iserlohn
Grizzlys Wolfsburg Wolfsburg
- : -
Nürnberg Ice Tigers Nürnberg
ERC Ingolstadt Ingolstadt
- : -
Krefeld Pinguine Krefeld
Kölner Haie Köln
- : -
Düsseldorfer EG Düsseldorf