„Eine Frage des Könnens“München gewinnt im Penaltyschießen

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Nach dem fulminanten Shutout gegen die Thomas Sabo Ice Tigers waren am Sonntag die Iserlohn Roosters zu Gast in München. Die Sauerländer durften ihrerseits im vergangenen Spiel ebenfalls einen Shutout gegen die Augsburger Panther feiern. Das Team von Jari Pasanen ist bislang die Überraschung der DEL-Saison. In einem defensiv geprägten Spiel vor 4660 Zuschauern gewannen die Red Bulls mit 2:1 (1:0, 0:1, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen.

Wie zu erwarten war, begann das Spiel doch recht zögerlich auf beiden Seiten. München suchte als erstes den Weg nach vorne, während die Gäste aus dem Sauerland sich zuerst einmal hinten  einigelten. Umso überrachender war die Führung der Red Bulls. Buchstäblich aus dem Nichts fasste sich der wiedergenesene Abeltshauser ein Herz und zimmerte die Scheibe in das Gehäuse der Roosters.

Die Red Bulls, die diesmal im ungewohnten, gelb-blauen Ausweichtrikot spielten, drangen jetzt auf das zweite Tor, scheiterten aber oft den Beinen der Iserlohner Defensive und zu komplizierten Abschlüssen. So blieb die Partie lange ausgeglichen und zwar auf hohem Niveau. Beide Teams neutralisierten sich weitestgehend in der neutralen Zone, während die Angriffe beinahe wie beim Handball im Minutentakt wechselten.

Die Gangart wurde jetzt etwas härter, aber bis auf einen unschönen Check gegen den Kopf durch Cody Sylvester blieb es eine größtenteils faire Partie. Eins wurde mit fortschreitender Spieldauer klar: dieses Spiel würde mit Sicherheit durch die Defensivleistung entschieden werden: Mehr denn je als die Roosters durch Brooks Macek ausglichen, der einen der wenigen Fehler der Red Bulls in der eigenen Zone ausnutzte.

Auch das Schlussdrittel bot kaum mehr Offensive als die beiden vorangegangenen. Die Roosters machten die Räume in der eigenen Zone eng und zwangen die Red Bulls so zu Distanzschüssen, welche oft geblockt wurden. „Iserlohn hat viele Schüsse von uns geblockt, aber wir haben die Nerven über das ganze Spiel, was definitiv Play-off-Charakter hatte, behalten“, so Red-Bulls-Coach Don Jackson. So ging es nach 60 Minuten in die Verlängerung, die ebenfalls torlos blieb. Beim Penaltyschießen behielt alleine Jérôme Samson die Nerven und bescherte den Red Bulls den zweiten Sieg am Wochenende. „Viele Leute sagen, ein Penaltyschießen ist Glücksache. Ich sage, Penaltyschießen ist eine Frage des Könnens. München konnte es heute besser und hat deswegen auch verdient gewonnen“, so Roosters-Coach Jari Pasanen.

Tore: 1:0 (16:25) Konrad Abeltshauser (Keith Aucoin, Jérôme Samson), 1:1 (37:00) Brooks Macek (Luigi Caporusso, Kevin Lavallée), 2:1 (65:00) Jérôme Samson (entscheidender Penalty). Strafen: München 8, Iserlohn 4 + 10 (Cody Sylvester). Zuschauer: 4660.