„Ein Schmankerl für die Fans“Nürnberg: Erster Dreier und Derbysieg

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Zünftig ging es am Freitagabend beim (fränkisch-)bayerischen Derby zu. Die Thomas Sabo Ice Tigers hatten zur Eishockey-Wiesn geladen. Ehrengast: Vizemeister ERC Ingolstadt, der auf ein Punkte-Geschenk verzichten musste. 5:4 (0:0, 3:2, 2:2) gewannen die Franken das Match gegen die Schanzer und fuhren damit ihren ersten Saisondreier ein. Doch bevor die Heimfans ihr Team feierten, wurde neben Brezn und Blasmusik heiß diskutiert.

Derby vs. Heatley

Über einen ganz besonderen Neuzugang, der das Derby erst einmal in den Hintergrund rücken ließ. Ice-Tigers-Fan „Hunter“ gab zu: „Die Gespräche über Dany Heatley stehen heute doch eher im Vordergrund.“ Schließlich sei es eine Verpflichtung, die man deutlich kommentieren müsse. Dass ein solcher Superstar je nach Nürnberg käme, hätte er nie gedacht. Natürlich gebe es auch Leute, die behaupten, der ehemalige NHL-Profi – der am Samstag in der Frankenmetropole ankommt – hätte seine beste Zeit hinter sich. Doch für die Kritiker hat „Hunter“ die passende Antwort parat: „Die NHL kann man mit der DEL nicht in Relation setzen. Bei uns kann er noch gut scoren.“                                

Gescort haben die Raubkatzen am Freitag bereits ohne Heatley. „Das war super“, genoss Marco Pfleger den Sieg gleich mehrfach. Denn mit dem ersten Saisondreier und ersten Heimtriumph gingen die Franken zugleich als Derby-Sieger vom Eis: „Ein Schmankerl für die Fans“, freute sich der Ice-Tigers-Stürmer, der am Abend zweimal traf und einmal vorlegte.

Überzahltore „retten“ Ice Tigers

Es war ein temporeiches Derby, das die 4.780 Zuschauer nach den Heatley-Diskussionen packte und ab dem zweiten Drittel schließlich im Mittelpunkt stand. Tore fielen auf beiden Seiten. Die Strafbank dagegen hüteten lange nur die Ingolstädter, was die Gastgeber nach anfänglichen Fehlversuchen ausnutzten. Drei der insgesamt fünf Ice-Tigers-Treffer gehen auf das Konto der Special-Teams. ERCI-Coach Manny Viveiros war sichtlich „unzufrieden mit so vielen Strafen“, die den Gästen den Auswärtssieg kosteten. Denn nachdem die Franken zwischenzeitlich mit 5:2 deutlich geführt hatten, zeigte der Schanzer Panther Thomas Greilinger seine Krallen. Zweimal traf der gebürtige Deggendorfer in den letzten Spielminuten, so dass es am Ende richtig spannend wurde. Zu viel Aufregung für Nürnbergs Sportdirektor Martin Jiranek: „Wir müssen lernen, das Tor zuzumachen. Denn eigentlich haben wir eine robuste Mannschaft und sollten in dieser Phase besser spielen.“ Letztendlich überwiegte dann aber doch der Sieg. Und der war wichtig. „Vor allem nach dem letzten Wochenende“, wusste Jiranek, der jetzt weiter nach vorne schaut. Schließlich sollen nach dem ersten Saisondreier weitere Punkte folgen – am besten gleich am Sonntag in Hamburg.

Die Tore im Überblick:

1:0 (22.) Klubertanz (Fraser)
1:1 (33.) McNeill (Taticek)
1:2 (34.) Laliberte (Greilinger, McNeill)
2:2 (37.) Pfleger (PP1, Klubertanz, Pföderl)
3:2 (39.) Steckel (PP1, Murley, Foster)
4:2 (42.) Ehliz (PP1, Pfleger, Klubertanz)
5:2 (52.) Pfleger (Ehliz, Nowak)
5:3 (58.) Greilinger (PP1, Taticek, Laliberte)
5:4 (60.) Greilinger (EA, Kohl)

Strafen: Nürnberg 4, Ingolstadt 12

Schiedsrichtiger: Brüggemann, Iwert