Ein Niederländer für die DEG - als Deutscher

Aufholjagd mit Happy-EndAufholjagd mit Happy-End
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Wilhelmus van Nassouwe, ben ik van duitsen bloed... So beginnt die niederländische Nationalhymne, die Diego Hofland sicher kennt, seit gestern aber nicht mehr singen muss. Denn der Nachwuchsspieler der Düsseldorfer EG ist zwar nicht von deutschem Blut, dafür nun aber endlich im Besitz des deutschen Passes und könnte somit bereits heute (19.30 Uhr) in Iserlohn sein Debüt in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) feiern.

„Der Pass ist wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk“, sagt der 19-Jährige, der seit fast einem halben Jahr auf das ersehnte Dokument gewartet hat.

„Vielleicht lag es daran, dass ich im Gegensatz zu so manchem Kanadier keine deutschen Vorfahren habe“, sagt Diego Hofland, der in Rotterdam geboren wurde. Wie auch sein Bruder Djarno, der aktuell die berühmte Fußballschule von Ajax Amsterdam durchläuft. Diego aber entschied sich für den Puck und deshalb 2005 zu einem mutigen Schritt. Um eine bessere Eishockey-Ausbildung genießen zu können, ging er im Alter von gerade einmal 15 Jahren und ohne Eltern zur DEG.

Dort entwickelte sich der Außenstürmer erst im Juniorenteam und dann in der Regionalliga-Mannschaft zum gefährlichen Torjäger. In der DEL allerdings wird ihm eine andere Aufgabe zukommen. „Ich weiß, dass die vierte Reihe dort zunächst einmal Tore verhindern soll, aber diese Rolle traue ich mir auch zu.“

Da muss ihn Trainer Harold Kreis dann doch etwas bremsen. „Diego hat viel Talent und überragende technische Fähigkeiten am Schläger, aber in der Rückwärtsbewegung sicher noch Defizite. Und zwischen der Regionalliga und der DEL liegen zwar nur zwei Spielklassen, aber bestimmt acht Welten.“ Dennoch möchte er Hofland spätestens Sonntag (18.30 Uhr, Rather Dome) gegen Kassel Eiszeit geben. „Demnächst kommen drei Spiele pro Woche auf uns zu, da ist eine vierte Reihe schon eine gute Sache.“

Beim Traditions-Duell in Iserlohn erwartet Trainer Kreis heute Abend eine hitzige Partie. „Für Gästeteams ist das ein unangenehmer Ort, weil die Fans massiven Einfluss auf das Spiel nehmen.“ Für Diego Hofland vielleicht eine echte Feuertaufe. (von Thomas Schulz)

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