Ein eingeschworenes Team Straubing Tigers

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Doch "wir werden sie bestimmt nicht unterschätzen" diktiert Eisbären Trainer Don Jackson den Kollegen der Berliner Tagespresse in die Blöcke. Denn "jedes Team, das das Halbfinale erreicht, steht dort zu Recht." Diese Denkweise bestätigt Straubings Co-Trainer Bernie Englbrecht „Jetzt sollte uns niemand unterschätzten.“

Das Duell der Tormänner sieht Bernie Englbrecht, der ehemalige Deutsche Nationaltorwart, jedoch trotzdem als ein wichtiges an „Zepp ist noch mal ein anderes Kaliber als Dshunussow. Wir müssen seine Schwächen finden und diese nutzen.“ Stürmer Daniel Sparre wird eindeutig: „Barry ist der Bessere.“

Zweifelsohne, Barry Brust ist eine echte Kante zwischen den Pfosten und lieferte in der Hauptrunde Spiele zwischen Genie und Wahnsinn ab. In den Play-offs war es bisher ausschließlich wahnsinnig genial. Besonders prekär könnte jedoch das Wiedersehen mit Eisbären Stürmer Jon Sim werden. Denn er war es, der Brust zu einer Verletzungspause gezwungen hat. Aber „wir konzentrieren uns nicht auf einzelne Spieler“ sagt Straubings Cheftrainer.

Doch auch Don Jackson hatte in den Hauptrundenspielen immer wieder die harte Gangart der Niederbayern beklagt und war über einige Checks anderer Meinung als Straubings Übungsleiter. So wollte Jackson Checks von hinten und gegen den Kopf erkannt haben. „Da kann jeder Coach seine eigene Meinung haben, ich bin nicht derselben wie Don. Ich habe mir alles über das sich Don beschwert hatte, nochmal angesehen. Es waren harte, aber faire Checks die innerhalb der Regeln waren. Niemand will, dass sich Spieler verletzen, aber Checks zu Ende zu fahren, gehört zum Eishockey.“

Zudem sind die Straubing Tigers mehr als ein Barry Brust im Tor, vor allem sind sie ein echtes Team. Das zeigt sich auch an Max Englbrecht, der als dritter Goalie dazu gehört und sich als vollwertiges Teammitglied fühlt „Der Zusammenhalt im Team ist überragend. Bei uns läuft und arbeitet jeder für jeden. Auch ich war als neuer und dritter Torwart von Beginn der Vorbereitung im August 100 Prozent Teil der Mannschaft. Bei uns gibt es keine Außenseiter.“ Ein weiterer Grund ist, laut Aussage von Daniel Sparre, Coach Ratushny „Er hat von Anfang an eine Idee. Jeder hat gehofft, die Pre-Play-offs zu erreichen. Dan hat uns immer gesagt, was wie alles erreichen können. Und je länger wir dabei sind, umso mehr glauben wir daran.“

In den Play-offs ist es beim anstehenden Zwei-Tages-Rhythmus wichtig, dass man eine möglichst vollzählige Mannschaft zur Verfügung hat. Das gilt vor allem für das schnelle Power-Hockey, das Dan Ratushny spielen lässt.

Für Jean-Michel Daoust ist die Saison nach seinem Kniescheibenbruch bereits beendet. Bei Ryan Ramsay und Karl Stewart ist ein Einsatz am Donnerstag bisher fraglich. „Beide machen zwar Fortschritte, aber ob sie spielen, wird sich erst kurzfristig entscheiden.“ so der Caoch. Alex Dotzler und Beni Brückner sind inzwischen auch wieder auf dem Eis „Es schaut gut aus, beide machen Fortschritte. Aber beide müssen ihre Verletzungen erst vollständig überstanden haben. Wir werden sie nicht zu früh spielen lassen. Aber wenn die Knie halten, sind beide eine Verstärkung.“

Die Stärken der Berliner liegen in den „vier ausgeglichenen Reihen. Sie habe sehr gute Deutsche Spieler. Berlin ist wie Wolfsburg, eine komplette Mannschaft mit guter Offensive, guter Defensive und sehr gutem Powerplay. Sie spielen immer mit einem guten Forecheck. Wir haben großen Respekt vor Berlin, aber nicht zu viel. Aber wir müssen unser bestes Eishockey spielen um Berlin zu schlagen.“ gibt der Trainer des Jahres zu Protokoll.

Weil Berlin ein gutes Überzahlspiel hat, wird es für die Niederbayern wichtig sein, sich von der Strafbank fern zu halten. „Wir wollen ihnen den Wind aus den Segeln nehmen, nicht auch noch hineinblasen“ kommentiert Bernie Englbrecht. Ratushny meint „Disziplin wird sehr wichtig sein. Auch gegen Wolfsburg hat nach einigen harten Checks keiner den Kopf verloren. Wir hatten dann 5:3 Überzahl, machten das Tor und haben gewonnen. Das war eine wichtige Lektion für alle.“

Wenn es aber doch zu Strafen kommt, sind die sogenannten „Special-Teams“ gefordert, diejenigen die in Überzahl das Tor machen, und in Unterzahl das Gegentor verhindern sollen. „In jedem Play-off Spiel sind die Special-Teams wichtig. Wenn wir selbst Überzahl haben, müssen wir einfach spielen und keine Zaubertricks versuchen. Wir müssen Verkehr vor dem Tor machen, hart arbeiten, schießen und auf die Abpraller gehen. In Unterzahl muss man die Wechseln so kurz wie möglich halten und noch konzentrierter zu Werke gehen.“

Motivieren braucht man am kleinsten DEL-Standort weder Fans noch Spieler. Der Anhang ist seit dem Einzug ins Viertelfinale ohnehin nicht mehr zu bremsen. So war das erste Straubinger Halbfinal-Heimspiel binnen 86 Minuten ausverkauft. Zum ersten Spiel werden mehrere Hundert Fans mit Bussen nach Berlin reisen und zum dritten Spiel gibt wieder einen Sonderzug, der mit über 600 Anhängern ebenfalls voll besetzt ist. Zusätzlich werden auch wieder Busse eingesetzt, so dass man mit rund 1.000 Straubinger in Berlin rechnen wird. Im Wohnzimmer der Eisbären sind das nicht viele, doch Daniel Sparre ist zuversichtlich „Wir werden unsere Fans vielleicht nicht so sehen wie in Wolfsburg, aber wir wissen das sie das sind und sie werden sicher ordentlich Stimmung machen. In Straubing haben wir ohnehin die besten Fans der DEL.“

Falls doch noch ein Spieler den Extraschub braucht, muss er nur aufs schwarze Brett schauen „In der Kabine hängen die Statistiken der Berliner mit Anmerkungen“ verrät Max Englbrecht. „Wir sind voller Vorfreude. Das ist eine aufregende Sache im Halbfinale zu stehen.“ gesteht Daniel Sparre. „Wir hatten ein paar Tage frei, aber jetzt wollen wir, dass es endlich losgeht.“ Natürlich denkt man in Straubing auch in der Kabine über den Titel nach „Das ist immer im Hinterkopf, aber Du darfst nicht zu weit voraus schauen. Das Wichtigste ist es, ein Spiel in Berlin zu gewinnen. Das wollen wir am Donnerstag machen.“




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