EHC München erteilt der „DEL II“ eine klare Absage

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Die DEL II! Alleine der Begriff wirkt ulkig. Ein Tummelplatz für Möchtegern-Profimannschaften

mit zu kleinen Stadien oder zu geringen finanziellen Mitteln. Oder für was soll

dieser Begriff stehen? Vorwiegend Unmut rief eine unter der Woche in

Fachmagazinen veröffentlichte Pressemeldung hervor. Inhalt war die geplante

Umbenennung der Bundesliga in eben diese DEL II, welche fortan unter dem Dach

der Deutschen Eishockeyliga fungieren solle. Angeblich wurde diese Entscheidung

beim letzten Gesellschaftertreffen der 13 Bundesligisten (Wolfsburg war zu

diesem Zeitpunkt noch nicht dabei) einstimmig getroffen. Doch schon bald

sickerte neben dem Widerstand in den einzelnen Fanforen auch die Haltlosigkeit

dieser Behauptung durch. Zuerst hieß es, die Pressemitteilung zu der

Versammlung wäre falsch interpretiert worden und die DEL II nur eine Option aus

mehreren. Jetzt melden sich auch die ersten Vereinsvertreter zu Wort. Freiburgs

Verwaltungsrat Danner etwa, der wie andere seiner Kollegen auch befürcht, vom

DEB in der Aufstiegsregelung zur DEL nicht entsprechend vertreten zu werden.

„Wir wollen die sportliche Verzahnung zwischen DEL und Bundesliga unbedingt

aufrecht erhalten.“ Eigenständige Verwaltung könnte also das Motto lauten.


Münchens geschäftsführender Vorstand Jürgen Bochanski bläst in das gleiche

Horn. „Ich war schon sehr überrascht, als ich vom angeblich einstimmigen

Beschluss zur Planung einer DEL II gehört habe. Vom EHC München war jedenfalls

kein stimmberechtigtes Mitglied bei dieser Gesellschaft anwesend, sondern

lediglich Geschäftstellenleiter Fischer.“ Zudem zweifelt Bochanski den Sinn

einer solchen Regelung an. Die DEL brüskiere die Vereine mit dem Wegfall der

Aufstiegsregelung, eine DEL II würde das Problem seiner Meinung nach nicht lösen,

den Beschluss der DEL hinsichtlich der Aufstiegsregelung nicht verändern.

„Die Bundesliga ist ein gutes Produkt, eigenständig, und kann sich gut selbst

verwalten. Daher auch mein Antrag in Umbenennung von 2. Bundesliga in

Bundesliga“, so der Versicherungsexperte.


Die Absage an einen Unterbau der DEL ist unzweifelhaft. „Kein Team der

Bundesliga hat es nötig, sich als Farmteam der DEL herzugeben. Der EHC München

ist auf jeden Fall klar gegen eine derartige Handhabung.“ Auch über den

weiteren Umgang mit der höchsten deutschen Profiliga äußert sich der EHC-Boss.

„Man muss das Gespräch mit der DEL suchen und Lösungen finden, um

mittelfristig den Auf- und Abstieg wieder einzuführen. Sollte das nicht

gelingen, sollte man über eine gleichwertige erste Liga mit dem Namen

„Bundesliga“ nachdenken. Das ist ein Begriff mit dem Sponsoren etwas

anfangen können, im Gegensatz zu „DEL II“. Mit der Oberliga und den

Regionalverbänden verfügt man über einen starken Unterbau. Kein Verein spielt

doch dauerhaft um die goldene Ananas.“ Einen weiteren Aspekt gegen eine

„kleine DEL“ zu stimmen, schickt Bochanski zum Abschluss hinterher. „Wir

haben in Deutschland derzeit genug mit dem Abstieg des Nationalteams zu kämpfen,

da braucht man jetzt nicht einen weiteren Kriegsschauplatz eröffnen. (orab)