Dusan Frosch und seine zweite Chance

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Für Dusan Frosch ist es der zweite Anlauf in der DEL. In Straubing will er nun den Sprung schaffen und sich auf dieser Bühne etablieren. Vor fünf Jahren stand er schon einmal in Freiburg in der höchsten deutschen Spielklasse auf dem Eis, als damals 22-Jähriger. „Da war ich noch jung und nicht viel auf dem Eis, habe nur dritte oder vierte Reihe gespielt. Jetzt ist das ganz anders.“

In der Zwischenzeit war der Deutsch-Tscheche vier Spielzeiten lang bei den Schwenninger Wild Wings auf Torejagd. Dort tankte er Selbstvertrauen und hat sich mit insgesamt 89 Toren aus 195 Spielen gleich so in den Vordergrund geschossen, dass ihn die Straubing Tigers gemeinsam mit seinem Sturmpartner Dustin Whitecotton mit Vertrauensbonus aus der zweiten Liga geholt haben.

Doch durch die Verletzung des Kanadiers wurde dieses Erfolgsduo, das sich fast blind versteht, in dieser Saison bereits vor dem ersten Punktspiel frühzeitig gesprengt. Straubings Coach Bob Manno hat inzwischen für Dusan Frosch, der für seine Karriere auf die Tipps seines in Deutschland ebenfalls bestens bekannten älteren Bruders Frantisek bauen konnte, an der Seite von Center Eric Chouinard und Rechtsaußen Eric Meloche eine neue Aufgabe gefunden. „Mit den beiden ist einfach zu spielen“, sagt Dusan Frosch. Er hat sich bestens eingefügt, bekommt das Lob des Trainers: „Er passt dorthin. Es hat soweit perfekt funktioniert.“

Mit sieben Punkten (ein Tor) aus den ersten sechs Punktspielen ist der Flügelflitzer bei den Tigers aus dem Kreis der Neuen bislang die positivste Überraschung. Der nur 1,74 Meter große Angreifer hat im Gäuboden dem ersten Eindruck nach eingeschlagen und so wundert es nicht, dass ihn Bob Manno, durchaus etwas scherzhaft, mit einer „Bombe“ assoziiert. Immerhin bringt der Angreifer beste Voraussetzungen aus der tschechischen Eishockeyschule mit, um Räume auf dem Eis zu schaffen und zu nutzen.

Das alleine reicht aber in der DEL lange nicht. Dusan Frosch, der beim Thema tschechische Extraliga und einem Wechsel dorthin betont abwiegelt („Das ist jetzt kein Thema“), weiß, woran er noch zu arbeiten hat: „Ich muss noch das Defensivspiel lernen. Ich habe noch nie soviel defensiv gespielt als jetzt hier.“

Neu ist für ihn auch, dass er sich in einer stark nordamerikanisch geprägten Mannschaft mit einem italo-kanadischen Trainer behaupten muss, bei der die Amtssprache nicht Deutsch ist: „Das ist nicht leicht für mich. Ich muss noch besser Englisch lernen, aber ich kann auch andere Spieler fragen, wenn ich mal was nicht verstehe.“

Solche Sorgen hatte er beim vergangenen Sommerlehrgang der deutschen Nationalmannschaft nicht. Darauf angesprochen, leuchten die Augen von Dusan Frosch. „Das war für mich etwas Neues, eine gute Chance. Ich habe dort taktisch viel gelernt und viele neue Leute kennen gelernt.“ Ob er es über kurz oder lang tatsächlich aus dem Dunstkreis heraus in die DEB-Auswahl schafft, ist indes freilich abzuwarten. Aktuell gibt es zumindest keinen Kontakt zu Bundestrainer Uwe Krupp. Aber das kann sich ja ändern. Vor allem wenn sich der bisherige Trend fortsetzt. (Foto by City-Press)