Düsseldorf wird zum JobkillerStraubing - Düsseldorf 1:4

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Irgendwie begann das Spiel recht typisch für den bisherigen Saisonverlauf. Straubing gewinnt das Bully, Dylan Yeo ist der erste am Puck und der erste Passversuch endet gleich als Fehlpass. Ein Sinnbild der niederbayerischen Lage. Anfangs versprühten die Hausherren recht wenig Selbstvertrauen, doch woher sollten sie es auch nehmen? Düsseldorf spiele schnörkellos und zeigte einfaches, aber effektives Eishockey. Dazu gab es auch noch eine frühe Strafe gegen Straubing, die eigentlich gut verteidigt wurde, doch am Ende gelang den Düsseldorfer Gästen das Führungstor. Nach dem schlimmen Tiefpunkt gegen Köln konnte man heute jedoch eine Steigerung erkennen. Auch wenn es kein Feuerwerk war, was die Hausherren abfeuerten, konnte man den meisten Spielern den Willen anmerken. Insgesamt zeigte Sandro Schönberger warum er die letzten Jahre Kapitän war, denn in absoluter Vorbildmanier haute er sich in alles und jeden rein und kämpfte, als würde es um sein Leben gehen. Dass diese Mannschaft natürlich an sich zweifelt und manchmal auch verzweifelt, sollte jedem klar sein. Wie mehrere Spieler übereinstimmend gestehen, ist das Schwerste in so einer Situation, sich zu motivieren.

Doch auch das Gesamtbild des Spieles passt in die Saison der Tigers. Reichlich Schüsse, mitunter gute Chancen, doch ins Netz fand der Puck den Weg nicht. Immer wieder war ein Stock, ein Schlittschuh, ein Bein oder Goalie Tyler Beskorowany, der heute auch das Glück auf seiner Seite hatte, dran.

Vor allem zu Beginn des Mitteldrittels legten die Tigers los wie die oft zitierte Feuerwehr. Sie rannten und drückten. Fast schon überflüssig zu erwähnen, dass die Niederbayern aus allen Rohren abzogen. Bis zum Powerbreak wäre wenigstens der Ausgleich durchaus verdient gewesen. DEG-Coach Christof Kreuzer meinte nach dem Spiel: „Wir mussten defensiv sehr hart arbeiten, mussten immer auf der Hut sein, das wir nicht in Konter laufen.“ Bruder Daniel Kreuzer meinte: „Wir wussten, dass es schwer wird und Straubing mit dem Rücken zur Wand ist und das die fighten ohne Ende.“ Nicht jeder Schuss der DEG war ein Tor, doch als sie ein Tor brauchten, machten sie es. Einen besseren Zeitpunkt um das zweite Tor zu erzielen, hätte die DEG nicht wählen können.

Das frühe 3:0 war aber dann endgültig die Entscheidung. Bei Straubing war nun deutlich die Luft raus. Die vereinzelten Pfiffe und Unmutsäußerungen des Straubinger Anhanges wurden nun lauter und mehr. Doch dass eine Mannschaft in dieser Situation nach einem weiterem Spiel, in dem man viele Chancen hatte, mental auseinanderbricht, ist fast normal. Da ändert auch der Ehrentreffer der Straubinger nicht viel. Den Schlusspunkt setzte Alex Preibisch in der letzten Minute ins leere Tor. Bitter für die DEG, dass gleich drei Spieler vorzeitig in die Kabine sind. Shawn Belle wusste nach dem Spiel nicht so recht, ob er Sonntag wieder auflaufen kann. Daniel Kreuzer sagte zu seiner Verletzung: „Ich habe einen Schläger an die Brust bekommen und hoffe, dass es am Sonntag wieder geht.“ Am schlimmsten erwischte es aber wohl Travis Turnbull, der sich nach dem Spiel nur stark humpelnd fortbewegen konnte. Trotzdem freute sich Belle natürlich über die drei Punkte und meinte: „Das waren wichtige Punkte, aber es war ein schlampiges Spiel. Für die Straubinger Spieler tut es mir fast etwas leid, denn da haben einige gekämpft und uns das Leben schwer gemacht.“

Auch wenn sowohl Marcel Brandt als auch Kapitän Laurent Meunier nach dem Spiel zu ihrem Coach standen und Meunier sagte: „Wir Spieler stehen auf dem Eis, nicht der Coach. Der bereitet uns gut vor, aber wir verlieren die Spiele“ und Brandt sich eine Entlassung des Trainers nicht vorstellen konnte und sagt: „Meiner Meinung nach, macht er eine gute Arbeit. Er hat ein System und Verständnis dafür, was wir machen sollen“, war es etwa zwei Stunden nach dem Spiel soweit und die Tigers trennten sich von Rob Wilson. Wilson sah sich bereits vor dem ersten Bully der Kritik der Fans ausgesetzt, denn erneut stellte er die Reihen neu zusammen. Zudem verzichtete er auf Straubings bisher punktbesten Spieler Harrison Reed und gab stattdessen Karl Stewart den Vorzug. Für wenig Verständnis sorgte auch zu Zusammenstellung der vierten Angriffsreihe. Verteidiger Thomas Gödtel auf dem linken Flügel, Alex Dotzler auf rechts und dazwischen Tobias Wörle als Center. Wer als nächster die Reihen zusammenstellen wird, ist noch offen.

Tore: 0:1 (3.PP) Kurt Davis (Alexei Dmitriev, Travis Turnbull); 0:2 (33.) Travis Turnbull (Drew Schiestel, Michael Davies); 0:3 (45.PP) Michael Davies (Andreas Martinsen, Ken Andre Olimb); 1:3 (55.) Blaine Down (Sacha Treille, Laurent Meunier); 1:4 (60.EN) Alexander Preibisch (Michael Davies, Jakub Ficenec).

Schiedsrichter: Marcus Brill, Florian Zehetleitern; Linienrichter: Markku Büse, Stefan Velkoski
Strafen: Straubing 14 + 10 Röthke; Düsseldorf 12 + 10 Daschner
Zuschauer: 4.004

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