Duell der MeistermacherDEL-Finale 2016:

Kein anderer Trainer holte mehr Meisterschaften in der DEL (5), als Don Jackson. (Foto: Imago)Kein anderer Trainer holte mehr Meisterschaften in der DEL (5), als Don Jackson. (Foto: Imago)
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Pavel Gross dürfte an die letzte Finalserie, die er mit seinem Team gegen eine von Don Jackson trainierte Mannschaft spielte, gemischte Erinnerungen haben: Einerseits war der Finaleinzug seiner Wolfsburger in der Saison 2010/2011 einer der größten Erfolge der Clubgeschichte, andererseits stand am Ende die Enttäuschung einer glatten Niederlage gegen die Eisbären Berlin. Der aktuelle Rekordmeister aus der Hauptstadt „sweepte“ die Wolfsburger damals und brachte damit die fünfte Meisterschaft nach Höhenschönhausen.

Nun stehen sich beide wieder gegenüber: Der erfahrene, stets gelassene zweifache Stanley Cup-Sieger Don Jackson und der höchst akribische, und manchmal auch emotionale Pavel Gross. Dazu stehen einige der Spieler des 2011er Kaders auch dieses Mal wieder im Finale: Die meisten noch beim gleichen Arbeitgeber, wie etwa Furchner, Haskins und Höhenleitner bei den Wolfsburgern. Mads Christensen (München), Tyson Mulock und Jimmy Sharrow (beide Wolfsburg) standen vor fünf Jahren gemeinsam auf dem Eis und kämpfen nun gegeneinander.

Don Jackson: Stanley Cup-Sieger und Erfolgstrainer

Natürlich kommt es im Finale auf die vielzitierten Kleinigkeiten an. Zudem müssen die Torhüter auf ihrem besten Niveau spielen, und die Special Teams müssen funktionieren. Vielleicht aber steht der entscheidende Faktor nicht auf dem Eis, sondern hinter der Bande. Don Jackson, der heuer seinen 60. Geburtstag feiert, weiß einfach, wie man Titel gewinnt, als Spieler und als Trainer, in Deutschland (und Österreich) und in Nordamerika. Er spielte in Edmonton mit Wayne Gretzky, Mark Messier und Jari Kurri, trainierte in Berlin Führungsspieler wie Stefan Ustorf, Steve Walker oder Mark Beaufait. Und er scheint nun in seinem zweiten Jahr in München die richtige Mischung gefunden zu haben aus offensivstarken Spielern wie Keith Aucoin oder Frank Mauer, erfahrenen Leadern wie Kapitän Michael Wolf, jungen Akteuren wie Dominik Kahun oder Maxi Kastner und – insbesondere in den Play Offs nicht zu unterschätzen – physisch starken Spielern wie Steve Pinizzotto oder Matt Smaby. Jackson schöpft das Offensiv-Potenzial (161 Tore in der Hauptrunde, Platz drei unter allen Teams) seiner Spieler aus, die Bullen können aber auch konzentriert verteidigen – und haben mit David Leggio einen Torhüter, der in der Finalserie den Unterschied ausmachen kann.

Wolfsburg hingegen setzt auf eine disziplinierte Verteidigung (nur 118 Gegentore in der Hauptrunde, Liga-Bestwert), den bärenstarken Torwart Brückmann und eine äußerst effiziente Chancenverwertung. Wessen System sich am Ende durchsetzen wird, werden die nächsten beiden Wochen zeigen. Beim letzten Duell der beiden legte Jackson den Grundstein für den Titel-Hattrick der Eisbären Berlin.

Manchmal, aber nur manchmal…

Fest steht, dass es ein sehr interessantes Duell der „Werksvereine“ Red Bull gegen Volkswagen wird: Nord gegen Süd, Erster gegen Vierten, Offensiv-Spektakel gegen Defensiv-Künstler, der coole Coach aus dem kühlen Minnesota, der sich vor der Pressekonferenz auch mal launig über die Qualität der Stühle auslässt, gegen den hungrigen Heißsporn aus Usti nad Labem, der sich letztes Jahr ein unterhaltsames Duell mit Mannheims Teal Fowler geliefert hat. Ein echter Klassiker hingegen – und ehrlicherweise auch schon einige Jahre her – ist der Fight des gar nicht so coolen Jungtrainers Don Jackson, damals bei den Cincinnati Cyclones in der AHL, gegen das gegnerische Maskottchen.

Spiel 1 der Finalserie steigt heute Abend um 19.30 Uhr im ausverkauften Olympia-Eisstadion am Münchner Oberwiesenfeld, bevor es dann am Sonntag Nachmittag erstmals nah Wolfsburg geht.


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