Dritter Heimsieg für die Schlittenhunde

Schafft es Manuel Klinge?Schafft es Manuel Klinge?
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Dass die Kassel Huskies in dieser Spielzeit das Glück auf ihrer Seite haben müssten, um große Sprünge zu machen, war von Beginn an klar. Dass sie es zumindest im Augenblick auch haben, zeigte am Freitagabend der nicht ganz verdiente 3:2 (2:0; 1:1; 0:1 )-Sieg über den ERC Ingolstadt. Die beiden Kontrahenten lieferten sich ein intensives Spiel mit starkem Forechecking auf beiden Seiten, aus dem Kassel als glücklicher Sieger hervorging. Trotz des Sieges bemängelte Huskies-Trainer Stéphane Richer am Ende das Spiel seiner Mannen: „Wir freuen uns zwar über unsere gute Bilanz – immerhin stehen wir auf Platz vier – aber wir müssen auf jeden Fall besser werden.“

Die Gäste aus Bayern waren ohne die verletzten Prestin Ryan, Bruno St. Jacques und Patrick Buzas angereist, während Kassel zwar weiterhin ohne Philipp Schlager und Michael Christ, dafür aber wieder mit David Danner in der Verteidigung auflaufen konnten.

Vom ersten Bully an sprühten die Hausherren vor Motivation und gingen besonders aggressiv in die Zweikämpfe. Heinrich (6.) und Schmidt (7.) hatten gute EInschussmöglichkeiten bevor Josh Soares in der achten Spielminute die soweit verdiente 1:0-Führung für Kassel erzielte. Michael Bakos hatte sich einen Schnitzer geleistet und Sleigher die Scheibe optimal aufgelegt. Danach ließ es Kassel ruhiger angehen – vor allem in der Defensive. Goodall (11.), Ficenec (12.), Hussey (14.) und Girard (17.) prüften Adam Hauser im Tor der Schlittenhunde. Knapp drei Minuten vor Ende des ersten Abschnitts ging es dann aber auf der anderen Seite plötzlich ganz schnell: Leavitt bringt die Scheibe ins Drittel, legt Klinge auf und der gebürtige Kasseler hat im Alleingang keine Probleme Dimitri Pätzold zum 2:0 zu überwinden.

Im zweiten Spielabschnitt präsentierte sich Ingolstadt von Beginn an als spielbestimmende Mannschaft und konnte durch einen Rückhandschlenzer von Tim Hambly in der 26. Minute den Anschlusstreffer erzielen. Kassel zeigte sich nach dem Gegentreffer vollkommen verunsichert: Völlig kopflos agierten die Huskies in der Verteidigung wie auch im Angriff. Nach einem starken Ingolstädter Überzahlspiel fiel der Treffer zum 3:1 daher mehr als überraschend. Von Klinges Schlittschuh war die Scheibe fünfzehn Sekunden vor Drittelende direkt ins Tor abgeprallt. Den Großteil der lediglich 3010 Zuschauer in der Kasseler Eissporthalle störte die Kuriosität des Treffers allerdings wenig.

Ingolstadt gab in die letzten zwanzig Minuten noch einmal alles und setzte Kassel mit einem aggressiven Forechecking gehörig unter Druck. Während die Huskies kaum noch aus dem eigenen Drittel heraus kamen, musste Adam Hauser gleich mehrere Großchancen entschärfen. Die besten Möglichkeiten hatten Rick Girard (47.) und Tyler Buock (49.), der aber nur den Pfosten traf. Die drückende Überlegenheit der Gäste nutzte Stephan Daschner in der 55. Minute schließlich durch einen Schlagschuss in die Ecke zum erneuten Anschlusstreffer. Es folgten spannende letzte Minuten, in denen die Gäste aber einfach die nötige Kaltschnäuzigkeit vermissen ließen, um die Partie noch zu drehen.

Stimmen zum Spiel:

Bob Manno, Trainer ERC Ingolstadt:

„Es war wirklich schwer heute Abend. Wir haben so hart wie möglich gespielt und konnten trotzdem keine Punkte aus dem Spiel mitnehmen. Wir hatten keinen guten Start in die Partie, haben uns aber wieder heran gekämpft. Das Break fünfzehn Sekunden vor Ende des zweiten Drittels war dann sehr unglücklich. Aber meine Mannschaft hat nie aufgegeben. Der Puck geht im Moment einfach nicht ins Netz, aber wenn wir weiter so arbeiten, wird sich das Blatt auch wieder wenden.

Stéphane Richer, Trainer Kassel Huskies:

„Wir hatten erwartet das Ingolstadt heute unbedingt punkten wollte. Sie waren über sechzig Minuten sehr stark und unser bester Mann war ganz klar Adam Hauser. Unsere Bilanz ist positiv, aber wir müssen besser spielen. Der Druck ist ganz klar auf unserer Seite. Aber ich sage immer, eine gute Mannschaft findet einen Weg zu gewinnen. Und heute haben wir einen Weg gefunden. Alles in allem war Ingolstadt viel besser, aber Adam Hauser hat das Spiel heute Abend für uns gewonnen.“



Tore:

1:0 (07:07) Pierre-Luc Sleigher – 5:4

2:0 (17:08) Manuel Klinge (Alex Leavitt, Fabio Carciola)

2:1 (25:11) Tim Hambly (Bob Wren, Thomas Greilinger) – 4:4

3:1 (29:45) Manuel Klinge (René Kramer, Alex Leavitt)

3:2 (54:36) Stephan Daschner (Glen Goodall)

Strafen: Kassel 10, Ingolstadt 8

Zuschauer: 3010

Schiedsrichter: Georg Jablukov


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