Dramatisches Panther-Duell zum 1. AdventAugsburg – Ingolstadt 3:2 n.V.

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Nur noch eine Sekunde zeigte die Uhr auf dem Videowürfel im Curt-Frenzel-Stadion an. „Das war’s, Penalty-Schießen“, war auf den Rängen zu hören. Aber dann kam er: AEV-Topscorer Mike Connolly, der frei auf ERCI-Keeper Timo Pielmeier zufuhr und einnetzte (65.). Die 5.784 Zuschauer schrien auf und Ingolstadt protestierte. Angeblich sei der Treffer nach der Schlusssirene gefallen, doch die Unparteiischen entschieden auf Tor. Stürmer Alexander Oblinger war sichtlich verärgert über den Siegtreffer der Gastgeber und die eigene Derby-Pleite nach Verlängerung. Dennoch blieb der gebürtige Fuggerstädter fair: „Augsburg hatte das glücklichere Ende, aber wir haben einen Fehler gemacht und für den wurden wir bestraft.“ Außerdem hätten er und seine Teamkollegen bereits vorher das Spiel entscheiden können und müssen, was letztendlich der Hauptgrund für die Niederlage und den "nur" einen Punkt war.

Derby der Special Teams

Connollys Treffer zum 3:2 war bereits das zweite Unterzahltor der Schwaben am Sonntag. Schon im Mittelabschnitt schoss John Zeiler die Lech-Panther in der 31. Spielminute in Führung, als Daryl Boyle die Strafbank hütete. Allerdings weilte die Freude zum 1:0 nicht lange, denn eine knappe Minute später glich Ingolstadts Michel Périard in Überzahl aus (32.). Von Beginn an war es ein Panther-Duell auf Augenhöhe – einschließlich der beiden Torhüter Patrick Ehelechner (AEV) und Timo Pielmeier (ERCI). Mal gewannen die Gäste die Oberhand, mal war die Heimmannschaft am Drücker, was das 2:2 nach Ablauf der regulären Spielzeit wiederspiegelte. Nach einem weiteren Rückstand der Fuggerstädter durch Derek Hahns Powerplay-Tor (43.) brachte Sebastian Uvira mit seinem Alleingang die Gastgeber (51.) erneut in Position – Verlängerung! Und auch in der Overtime ließen weder die Fans beider Lager noch die Jungs auf dem Eis Derby-Stimmung missen, so dass Augsburgs John Zeiler schließlich in die Kühlbox musste – Überzahl für den ERCI, Sieg für den AEV!

„Super, dass es nicht ins Penalty-Schießen gegangen ist und wir es noch rechtzeitig geschafft haben“, war Augsburgs Neuzugang Adrian Grygiel erleichtert über die gefallene Entscheidung. „Ich glaube, Mike (Connolly, Anm. Redaktion) hat den Puck drei Sekunden vor Ablauf der Spielzeit bekommen. Wir haben alle noch geschrien ‘schieß, schieß’. Er läuft zum Tor und bringt ihn durch die Beine. Ich denke, wir haben verdient gewonnen“, so der 30-jährige Stürmer.

Siegreicher Freitag?       

Am Freitag geht es für ihn und seine Augsburger Teamkollegen – erneut vor Heimpublikum – gegen Spitzenreiter Köln, der nach der 2:5-Pleite in Hamburg und dem 0:2 gegen München das Wochenende mit null Punkten beendete. Eine Chance für die Schwaben? Der ERC Ingolstadt empfängt die Schwenninger Wild Wings und Alexander Oblinger weiß, wie seine Mannschaft die Schwarzwälder besiegen kann: „Ich denke, wir müssen aggressiver spielen und mehr wollen. Wenn wir dann noch die Zweikämpfe für uns entscheiden, können wir gegen Schwenningen gewinnen.“

Jetzt die Hockeyweb-App laden!