Drama, Baby! Erst der Marathon, dann das Last-Minute-Tor Augsburger Panther gleichen aus gegen Meister München

Matt White erzielte den wichtigen 2:2-Ausgleich für die Augsburger. (picture alliance / Stefan Puchner / dpa)Matt White erzielte den wichtigen 2:2-Ausgleich für die Augsburger. (picture alliance / Stefan Puchner / dpa)
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26,1 Sekunden waren in der regulären Spielzeit noch auf der Uhr, als das Augsburger Curt-Frenzel-Stadion in seinen Grundfesten erschüttert wurde. Beim Stand von 3:3 nach einem rassigen Spiel mit extrem hohem Tempo und vielen Torraumszenen musste Bullen-Kapitän Michael Wolf 1:59 vor dem Ende auf die Strafbank. Augsburg zog sein in dieser Saison so starkes Powerplay auf und tatsächlich stand Drew LeBlanc nach einer schönen Passstafette frei im High Slot, schoss direkt und traf mitten hinein ins Glück – oder genau ins Herz, alles eine Frage der Perspektive. Nach dem 101-Minuten-Drama nun der Last-Minute-Schocker!

Danach nahm Don Jackson eine Auszeit, nahm natürlich Danny aus den Birken vom Eis – aber die Münchner konnten das Tor von Olivier Roy, der wahrhaft königlich gehalten hatte, nicht mehr in Gefahr bringen.

Augsburg belohnte sich damit für den unermüdlichen Einsatz, die Leidenschaft und die Disziplin, mit der sie versuchten, trotz der Ausfälle von Scott Valentine, Patrick McNeill, Christoph Ullmann und TJ Trevelyan den Münchnern Paroli zu bieten.

Panther-Schreck Mark Voakes - aber Matt White trickst aus den Birken aus

Mit dieser Einstellung erarbeiteten sich die Panther im ersten Drittel auch die Führung gegen die Münchner: Sahir Gill eroberte die Scheibe im Forecheck in der Münchner Zone, zog vor das Tor und bediente im letzten Moment Matt Fraser, der nur noch einschieben musste und sich diese Chance nicht nehmen ließ. Mit der etwas glücklichen – München hatte im ersten Drittel 18 Schüsse auf das Tor von Olivier Roy abgefeuert – aber nicht unverdienten Führung im Rücken gönnten sich die Augsburger einen kurzen Moment der Euphorie, und kassierten nur 59 Sekunden nach der Führung den Ausgleich – durch Mark Voakes, der damit alle drei Münchner Tore bis dato in der Serie erzielt hatte. Das Grauen trägt also einen Namen aus Sicht der Augsburger.

Aber die Augsburger ließen sich davon nicht beirren und besannen sich auf ihre Stärken, die unter anderem im Konterspiel liegen, so auch nach 25 Minuten, als Matt White einen blitzsauberen Konter lief und aus den Birken durch die Beine düpierte. Da lagen die Panther bereits 1:2 zurück, weil zuvor die beiden ehemaligen Augsburger Justin Shugg und Trevor Parkes ebenfalls im Forecheck die Scheibe eroberten und John Mitchell so bedienten, dass auch er nur noch die Kelle hinhalten musste. Im Schlussdrittel war es wieder ein Konter, nach einem Schuss der Münchner, der in die Rundung ging, der den Augsburgern die Führung beschert - dieses Mal durch Top-Scorer Drew LeBlanc. Der erneute Ausgleich der Münchner war dann etwas kurios, als der Puck nach einem abgelenkten Pass gefühlte zwanzig Sekunden in der Luft war. John Mitchell reagierte am schnellsten und glich wieder aus – bis dann Drew LeBlanc den „Sudden Death“ der Münchner an diesem Abend besiegelte.

Augsburg muss immer am Limit spielen, kann dies aber auch

Dieses spektakuläre Spiel 2 hat gezeigt, dass Augsburg einerseits in jeder der kommenden drei bis fünf Partien – von der Chancenverwertung über das Torwartspiel bis zu den Special Teams – über die gesamte Spielzeit am oberen Limit agieren muss, um eine Chance zu haben, in das Finale der diesjährigen DEL-Saison einzuziehen. Andererseits sollte jetzt jeder in München verstanden haben, dass diese Panther auch genau dazu in der Lage sind, allen voran Torwart Olivier Roy, dem Trainer Mike Stewart seine „zweite außergewöhnliche Leistung“ in innerhalb von 48 Stunden attestierte.

 

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