Doug Shedden: „Langsam nehme ich es persönlich“ Siebte ERCI-Heimniederlage

Doug Shedden war mit dem Spiel seiner Panther alles andere als zufrieden. (ZEUS)Doug Shedden war mit dem Spiel seiner Panther alles andere als zufrieden. (ZEUS)
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„Disappointing“ und „unacceptable“ waren – neben dem einen oder Four Letter-Word – die meistgebrauchten Vokabeln an diesem wahrhaft enttäuschenden Abend für den ERC Ingolstadt. Nationalstürmer David Elsner hatte unter der Woche noch angekündigt, dass man gegen die Eisbären ein anderes Ingolstädter Team sehen werde. Diesen starken Worten jedoch keine Taten an diesem Abend, an dem vieles nicht so lief, wie es aus Sicht der Schanzer der hätte laufen sollen. Beim Pausen-Gewinnspiel fehlte ein Maßband, um den Gewinner eines Flatscreen-Fernsehers zu ermitteln, die Stadionuhr versagte im Schlussabschnitt kurzzeitig und auch der Faustkampf wenig später zwischen Ingolstadts Tough Guy Brandon Mashinter und Berlins Pierre-Cedric Labrie endete bestenfalls unentschieden.

Auch auf dem Eis lief es nicht rund für die Panther trotz eines klaren Übergewichts bei den Torschüssen und Überlegenheit am Bullypunkt: Mit der ersten echten Gelegenheit gingen die Berliner per Abstauber durch Ortega im Powerplay in Führung. Zweimal verloren die Panther danach entscheidende Zweikämpfe an der Bande, woraus die Berliner zwei Tore machten, ein weiteres Mal leiteten die Eisbären einen Bilderbuch-Konter aus der Rundung hinter dem eigenen Tor ein. Fertig war die siebte Heimniederlage der Ingolstädter in der neunten Partie vor eigenem Publikum.

Die Tarnfarben-Trikots erfüllen ihren Zweck - und machen viele Spieler der Schanzer unsichtbar

„So etwas habe ich in 28 Jahren noch nicht erlebt. Langsam nehme ich das persönlich. Wir müssen einfach mit viel mehr Emotionen spielen. Die Jungs sollen auch Freude haben an der Arbeit: Play the game like you fuckin‘ love it!“, forderte ein sichtlich angefressener Ingolstädter Trainer von seiner Mannschaft. Zwar gratulierte er sportlich fair seinem Berliner Kollegen Serge Aubin zu einem „sehr soliden Auswärtsspiel“ – packte sein eigenes Team jedoch nicht in Watte: „Wie man gesehen hat, haben wir heute das erste Mal in unseren Tarnfarben-Trikots gespielt. Die haben ihren Zweck erfüllt, viele meiner Spieler waren auf dem Spielfeld kaum auszumachen. Unsere Wasserrechnung wird heute relativ niedrig ausfallen, denn viele der Jungs werden kaum duschen müssen.“ Da war der Watschnbaum gefallen.

„Ich habe vor dem Spiel noch gesagt: Lasst uns die Kleinigkeiten besser machen als die“, bemerkte Shedden nach dem Spiel. Auch dieser Appell brachte nichts, denn es waren die kleinen Dinge, mit denen sich die Eisbären das Spiel holten. Zweikampfstärke, gutes Tempo, sicheres Puck Management – und dann fällt einem eben ein Abpraller direkt auf die Kelle, wie beim ersten Tor durch Ortega oder beim vierten Treffer der Berliner, als sich die Ingolstädter fast schon aus der eigenen Zone befreit hatten, aber eben nur fast und prompt bestraft wurden. Mit 16 Punkten aus 14 Spielen stehen die Panther zum Start in das zweite Viertel der Saison auf Platz zehn – zu wenig für ambitionierte und gut besetzte Team der Oberbayern.

Sonntag geht es in Krefeld weiter - an Allerheiligen steigt das Panther-Derby

Am Sonntag haben die Ingolstädter in Krefeld die Möglichkeit, diesen traurigen Auftritt vergessen zu machen – und mit einem Sieg im Derby gegen den Tabellennachbarn und Namensvetter aus dem bayerischen Schwaben in einer Woche können die Schanzer zumindest bei ihren Fans schwere Herbstdepressionen vorerst abwenden.

Tore


0:1 Austin Ortega (Ryan MacKiernan, Jonas Müller), PP 1 – 7:29


0:2 Austin Ortega (Maxim Lapierre, Florian Kettemer) – 15:24


1:2 Brandon Mashinter (Matt Bailey, Jerry D’Amigo) – 17:38


1:3 Pierre-Cedric Labrie (Fabian Dietz, Jonas Müller) – 28:19


1:4 Jimmy Sheppard (Lukas Reichel, Ryan MacKiernan) – 29:40

Strafen

Ingolstadt 12 + 10-Minuten-Disziplinarstrafe Mashinter, Berlin 14 + 10-Minuten-Disziplinarstrafe Labrie

Zuschauer: 3739