Doug Shedden: „Ich hätte fast gelächelt“Vierter ERCI-Heimsieg in Folge

Sean Sullivan und seine Teamkollegen hätten Doug Shedden fast zum Lächeln gebracht. (picture alliance / Gladys Chai von der Laage)Sean Sullivan und seine Teamkollegen hätten Doug Shedden fast zum Lächeln gebracht. (picture alliance / Gladys Chai von der Laage)
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„Das war so ein wichtiges Spiel heute: Nach dem großen Kampf in Bremerhaven am Freitag haben wir nun vier von sechs Punkten am Wochenende geholt gegen die direkten Konkurrenten in der engen Tabelle. Ich bin so glücklich, ich hätte fast gelächelt“, gab sich der oftmals etwas bärbeißig wirkende ERCI-Coach Doug Shedden gelöst nach dem 3:2-Heimsieg gegen die Haie. Es war der vierte Erfolg vor heimischem Publikum in Serie. Und er scherzte auf die Frage nach der Leistung des erst kürzlich wieder zurückgekehrten Sean Sullivan: „Sind sicher, dass der Sean mit Vornamen heißt? Hat er überhaupt einen Vornamen – ich kenne ihn nur als ‚Sully‘.“ Schob dann aber in der Beurteilung nach: „Er ist ein makelloser Schlittschuhläufer, spielt solide in der Verteidigung und er macht auch unser Powerplay besser – er ist einfach ein guter Eishockeyspieler und sehr wichtig für uns.“

Den Beweis trat dieser gute Eishockeyspieler im Spiel gegen die Kölner Haie an: Nach einer konsequenten Defensivaktion von Colton Jobke, als er den gut postierten Kölner Felix Schütz kurz aus dem Spiel nahm, passte Cannone die gewonnene Scheibe zu Laurin Braun, der mit D‘Amigo und eben Sully losstürmte. Braun passte in der neutralen Zone auf D’Amigo, dieser ließ im Kölner Drittel für Sullivan liegen, der wiederum kurz und trocken über die Fanghand von Gustaf Wesslau abschloss. 3,6 Sekunden vor Ende des ersten Abschnitts hätte dies nach einem Rebound-Tor von Benedikt Kohl nach rund sieben Minuten die eigentlich beruhigende 2:0-Führung sein müssen. Dass dies nicht klappte, wurmte auch „Sully“, der sich nach überstandener Verletzung wieder gut fühlt und nach eigenem Bekunden wieder gut reingekommen ist. „Wir haben im ersten Drittel ein gutes Spiel gemacht, dann haben sich die Haie zurückgekämpft und sind besser ins Spiel gekommen. Das passiert uns in den letzten Wochen immer wieder, dass wir nicht über 60 Minuten konsequentes Eishockey spielen. Ein Überzahltor kann immer passieren und beim zweiten Tor müssen wir alle defensiv viel besser sein“, kommentierte der ehemalige Straubinger die beiden Gegentore durch die Haie zu zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich. Der krachende Schlagschuss von Austin Madaisky – ebenfalls zuvor in Diensten der Niederbayern – in einem Haie-Powerplay war kaum zu verteidigen, umso mehr jedoch der zweite Treffer der Gäste durch Fabio Pfohl. Erst konnte Panther-Verteidiger Benedikt Kohl eine springende Scheibe nicht unter Kontrolle bringen, dann ließ er sie sich von Mike Zarlewski hinter dem eigenen Tor abluchsen – und Fabio Pfohl stand vor dem Tor auch viel zu frei, so dass er den Puck beinahe unbedrängt ins Kreuzeck jagen konnte.

David Elsner mit einer gelungenen Aktion zum rechten Zeitpunkt

Im Schlussabschnitt war dann der ERC wieder am Drücker in dieser wie ein Play Off-Spiel geführten Begegnung, in der schließlich eine Szene den Ausschlag gab. David Elsner schloss einen 3:2-Konter nach Scheibengewinn in der eigenen Zone mustergültig ab. Doug Shedden lakonisch zur Leistung des Elsners: „Er war heute nicht sonderlich gut, hatte aber zum perfekten Zeitpunkt eine großartige Aktion. Und ich weiß, es ist das wahrscheinlich älteste Klischee, aber es ist so wahr: Eine gute Defensive bringt Dich offensiv in eine gute Position. Das war beim zweiten Tor und auch beim dritten Tor so.“ Ende gut, alles gut sozusagen.

Zwar hat der Sprung auf Platz sechs nicht geklappt, weil die Augsburger im Abend-Spiel zwei Punkte gegen Bremerhaven holten, aber der Rückstand beträgt nur einen Punkt auf die Schwaben und nur zwei Zähler auf die viertplatzierten Fischtown Pinguins. So gesehen steht der direkten Play Off-Qualifikation nicht mehr viel im Wege, wenn, ja wenn es in den nächsten Spielen häufiger gelingt, 60 Minuten konsequentes Eishockey zu spielen. Dann schaffen sie es sicher auch, Doug Shedden zum Lächeln zu bringen.

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