Doug Shedden: "Dieses Spiel war größer als groß"Die Schanzer gewinnen mit Mühe gegen die Roosters

John Laliberte (ganz rechts) hat nach einem Siegtreffer gegen die Iserlohn Roosters gut lachen. (ISPFD / IPD UG / hockeyweb)John Laliberte (ganz rechts) hat nach einem Siegtreffer gegen die Iserlohn Roosters gut lachen. (ISPFD / IPD UG / hockeyweb)
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In dieser Phase der Saison gibt es eine Art Phrasenkatalog unter den Mannschaften der Deutschen Eishockey Liga, die noch um ihre Platzierung kämpfen, für die also zwischen langem Sommer und direkter Play-off-Qualifikation vier Spieltage vor Ende der Hauptrunde noch alles möglich ist. "Die Tabelle ist so eng", "Wir brauchen im Moment jeden Punkt", "Wir müssen jetzt möglichst jedes Spiel gewinnen" und natürlich "von Spiel zu Spiel denken". Und sie kamen in den Gesprächen mit den Spielern und auch in der offiziellen Pressekonferenz nach dem Spiel alle, von Ingolstadts Kapitän John Laliberte genauso wie von Olympia-Torwart Timo Pielmeier. Und zurecht: Denn wer aus den letzten vier Spielen neun Punkte oder mehr holt, darf sich berechtigte Hoffnung auf die direkte Play-off-Qualifikation machen, unabhängig davon, auf welchem Platz man im Moment steht. Mannheim liegt derzeit mit 67 Punkten auf Rang zehn, Köln auf Rang vier hat nur sechs Punkte mehr auf dem Konto und damit nach jetzigem Stand bis ins Halbfinale das Heimrecht. 

Doug Shedden brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: "Dieses Spiel war größer als groß. Es war ein sehr gutes Spiel von beiden Mannschaften, die Torhüter waren extrem stark - ein tolles Spiel für die Zuschauer." Besonders lobte er die Reihe mit Topscorer Mike Collins, Kapitän John Laliberte und dem Vorarbeiter Brett Olson: "Sie haben es sich verdient, dass sie dieses entscheidende Tor erzielt haben. Gegen Iserlohns Top-Reihe haben sie einen tollen Job gemacht und ihre direkten Gegner über das ganze Spiel dominiert."

Allerdings erkannte auch Doug Shedden, dass man sich das Leben unnötig schwer gemacht habe, indem viele sehr gute Gelegenheiten ungenutzt blieben. Im Schlussdrittel verpasste Greg Mauldin die Entscheidung, als er vor dem leeren Tor nder Roosters nur noch den Schläger hinhalten musste, auch im Powerplay hatten die Schanzer einige sehr gute Chancen, schossen aber am Tor vorbei oder darüber - oder zielten zu genau wie Brett Olson bei seinem Pfostenschuss im ersten Abschnitt. Insofern war es fast schon logisch, dass an diesem Abend ein "Dirty Goal" die Entscheidung brachte. Ex-Rooster Sean Sullivan schoss von der blauen Linie Richtung Tor, wo John Laliberte unhaltbar abfälschte. Er sah es nach dem Spiel als eines seiner wichtigsten Tore der Saison, benannte aber auch einen anderen entscheidenden Moment: Nach dem etwas glücklichen Ausgleich der Roosters im Mitteldrittel dauerte es gerade einmal 44 Sekunden, bis Darin Olver zur erneuten Führung für die Hausherren traf, nachdem er zuvor den Roosters in deren Spielaufbau die Scheibe abgeluchst hatte und dann selbst vollendete.

Mit diesem Sieg schieben sich die Schanzer auf Rang acht der Tabelle, liegen mit 70 Zählern aber nur einen Punkt hinter den zuletzt etwas schwächelnden Wolfsburgern auf Platz sechs. "This game is larger than huge", sagte ERC-Coach Doug Shedden nach dem Spiel, gab aber gleichzeitig zu, dass dies seit seiner Ankunft in Ingolstadt in jeder Partie so gewesen sei. Einen wichtigen Beitrag zum Erfolg leisten dabei vor allem die beiden Neuen, Ville Koistinen und Tim Stapleton. "Sie haben uns vor allem in der Offensive stärker gemacht, und das hatten wir wirklich nötig, als ich hier ankam." Die Verpflichtung Stapletons bedeutete aber auch, dass Shedden die Reihen ein bisschen umstellen musste: Die Formation Mouillierat, Mauldin, Olver wurde aufgelöst, genauer gesagt wurde Mauldin durch Stapleton ersetzt, der ebenfalls Rechtsschütze ist.  Mauldin bildete gegen die Roosters gemeinsam mit Petr Taticek und Joachim Ramoser eine klassische "Checking Line". "Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, die drei in einer Reihe spielen zu lassen. Sie sind alle drei große Jungs - und ich denke, das hat heute sehr gut geklappt", sagte Doug Shedden nach dem Spiel.

Am Freitag kommt es dann im letzten Spiel vor der Olympiapause zum ewig jungen Panther-Derby in Augsburg. Während die Schwaben die lange Rückreise aus Berlin bis Freitag Abend aus den Knochen schütteln müssen, hatten die Panther gestern ein Heimspiel - und die Anreise nach Augsburg ist kaum der Rede wert. Andererseits kommt der AEV mit breiter Brust nach dem Auswärtssieg in Berlin, so dass Thomas Greilinger nur wegen der Reisezeiten keinen Vorteil für Ingolstadt sehen wollte.

Nach den Olympischen Spielen stehen noch drei Heimspiele in Folge auf dem Programm der Schanzer.

Tore:
1:0 Tim Stapleton (Kael Mouillierat, Matt Pelech) 14:02
1:1 Travis Turnbull (Blaine Down, Loui Caporusso) 31:35
2:1 Darin Olver 32:19
2:2 Loui Caporusso (Travis Turnbull, Christopher Fischer) 39:10
3:2 John Laliberte (Sean Sullivan, Mike Collins) 53:14
Strafminuten: ERC Ingolstadt 4, Iserlohn Roosters 6
Zuschauer: 3919


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