Doug Masons erfolglose Rückkehr nach Straubing

Straubing: Trew bleibt ein TigerStraubing: Trew bleibt ein Tiger
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13 Jahre ist es her. Im November 1993 war Doug Mason schon einmal in Straubing. Er scoutete den Kanadier Guy Gadowsky, der seinerzeit für vier Spiele an der Donau aushalf und dabei sechs Tore schoss, in der Oberliga und holte ihn dann nach Holland.

 

So sehr sich der Trip nach Niederbayern damals lohnte und so gut er in der Erinnerung des 51-jährigen Holland-Kanadiers haften geblieben war, so wenig erfolgreich war der jetzige Trainer der Kölner Haie am Sonntagabend beim ersten DEL-Auftritt seiner Mannschaft im alt-ehrwürdigen Eisstadion am Pulverturm, bei dem die drei Punkte mit einem 2:1 (0:1, 2:0, 0:0) für die Tigers im Gäuboden blieben.

 

„Ich hatte es schon 1993 hier sehr genossen. Auch diesmal fahre ich wieder mit einer bleibenden Erinnerung zurück. Es macht Spaß in Straubing. Es war ein schöner Abend, abgesehen vom Ergebnis“, meinte Doug Mason nach der trotz zweifellos größerer spielerischer Fähigkeiten verlorenen Partie, mit der die Erfolgsserie seiner Mannschaft nach zuletzt drei Siegen in Folge zu Ende ging.

 

Die Haie scheiterten an dem großen Kampfeswillen der Straubing Tigers und an deren alles überragendem Torhüter Mike Bales, der im Laufe des Spiels immer wieder über sich hinaus wuchs und mit seinen Glanzparaden die drei Punkte für seine Mannschaft festhielt.

 

„Die Fragen können Sie sich heute sparen, die Antworten hat die Mannschaft gegeben“, sagte Tigers-Trainer Erich Kühnhackl, der noch auf seinen brandneuen Zugang Nathan Barrett (war erst am Samstagnachmittag angekommen) verzichtete, bei der Pressekonferenz nach dem Sieg sichtlich zufrieden. Er konnte für die letzten fünf Spiele, ausschließlich gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte der DEL, in denen man zuhause sechs von neun möglichen Punkten holte und auswärts in Mannheim und Nürnberg den Gegnern die Stirn bot, auch ein zufriedenes Fazit ziehen: „Respekt vor der ganzen Mannschaft!“

 

Diesen Respekt hatten sich die Straubing Tigers am Sonntag auch vor der tollen Kulisse von 5.153 Zuschauern verdient.

 

Es dauerte in der Begegnung keine acht Sekunden, bis der finnische Schiedsrichter Rantala zum ersten Mal den Arm hob. So mussten die Straubing Tigers ihre erste Unterzahl bereits sehr früh überstehen. Danach entwickelte sich ein Spiel, in dem die Hausherren gegen die Haie durchaus zu ihren Chancen kamen, auch wenn von Beginn an unübersehbar war, dass die Gäste die größere spielerische Klasse in ihren Reihen haben. Nachdem es schon in einem Powerplay ab der 12. Minute lichterloh vor Straubings Torhüter Mike Bales gebrannt hatte, holten die Kölner bei der nächsten Überzahlchance das Versäumte nach. Routinier Dave McLlwain ließ sich nicht lange bitten, als er vor dem Tor mustergültig angespielt wurde und in aller Ruhe trocken zum 0:1 vollstrecken konnte.

 

Dass ein schönes Kombinationsspiel alleine nicht ausreicht, um an der Donau einen lockeren Dreier einzufahren, mussten die Haie im Mittelabschnitt erfahren. Im Powerplay konnte sich Straubing Chancen erspielen und mit dem Publikum im Rücken gelang schließlich den aufopferungsvoll rackernden Tigers in der 31. Minute durch einen Schlagschuss von Kapitän Sepp Lehner der Ausgleich. Das Eisstadion glich schließlich einem Tollhaus, als Markus Jocher im Nachsetzen nach einem über ihn vorgetragenen Angriff das 2:1 für Straubing gelang, während Mike Bales die Haie immer mehr mit seinen Glanzparaden zur Verzweiflung brachte.

 

Daran sollte sich auch in den letzten zwanzig Minuten nichts ändern, obwohl die Kölner noch fünf Powerplay-Möglichkeiten bekamen. Mike Bales wurde mit seinen Taten zum Matchwinner. Dabei hätten es die Hausherren längst nicht so spannend machen brauchen, denn ausgerechnet David Lundbohm, der in der Vorbereitung noch bei den Haien aussortiert worden war, hatte in der 43. und in der 53. Minute den dritten Straubinger Treffer bei hochkarätigen Chancen auf dem Schläger.

 

Gästetrainer Doug Mason machte die Niederlage seiner Mannschaft vor allem an einer Szene im zweiten Drittel fest. Sein Verteidiger Jason Marshall war in der 31. Minute nach lautstarkem Reklamieren nach einer Strafe gleich ganz in die Kabine geschickt worden. „Diese Strafzeit hat das Spiel umgedreht, das Publikum und die Straubinger Mannschaft wieder angestachelt. Danach hat Straubing zwei Tore geschossen und letztlich verdient gewonnen.“

 

 

Tore:

0:1 (18:51) McLlwain (Julien; 5:4)

1:1 (30:30) Lehner (Dunham, Gallant; 5:4)

2:1 (35:22) Jocher (Mann, Wilhelm)

 

Strafminuten: Straubing 24 – Köln 20 plus Spieldauer für Marshall

Schiedsrichter: Rantala (Finnland)

Zuschauer: 5.153

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