Doug Mason: „Zepp gab den Eisbären die Chance zu gewinnen“

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Kölns Trainer Doug Mason machte am Sonntagnachmittag trotz der gerade gegen die Berliner Eisbären kassierten 3:2-Auswärtsniederlage einen recht aufgeräumten Eindruck. Vielleicht lag das ja daran, dass Mason wie die 4.695 Zuschauer im voll besetzten Wellblechpalast ein packendes DEL-Spiel zweier Top-Teams gesehen hatte, in dem seine Haie alles in allem doch eher unglücklich das Nachsehen hatten. Ein umgekehrter Ausgang lag jederzeit im Bereich des Möglichen.

Zwar agierten beide Teams nicht mit so offenem Visier wie in der Vorwoche die ebenfalls gastgebenden Eisbären gegen die DEG Metro Stars, das Tempo aber, das beide Kontrahenten fast über die komplette Spielzeit anschlugen, war enorm. Spielerisch wussten sowohl Eisbären wie auch Haie durchaus zu gefallen. Insbesondere das Tor der Berliner zur 1:0-Führung hätte den Premium-Stempel ohne weiteres verdient gehabt. Eine Kombination über die Stationen Walker und Pederson fand im einmal mehr überzeugenden Verteidiger Jens Baxmann einen kaltblütigen Vollstrecker. Welche Qualitäten der gebürtige Harzer derzeit Spiel um Spiel offenbart, kann nur nochmals hervorgehoben werden. Das nennt man dann wohl „einen Lauf haben“.

Dass am Ende die Hausherren die Eisfläche als Sieger verlassen konnten, hatte aber letztlich zwei Gründe und die standen jeweils im Tor ihrer Mannschaften: Ein diesmal etwas wackeliger Haie-Goalie Travis Scott und sein viel Sicherheit ausstrahlender Gegenüber Rob Zepp. Sah auch Mason so, der nach den Leistungen der Torhüter befragt, sagte: „Den Knackpunkt des Spiels gab es wohl im zweiten Drittel. Wir hatten gerade den Anschluss geschafft, da hatte erneut Mirko Lüdemann den Ausgleich in Überzahl auf dem Schläger, doch Rob Zepp fing den Puck großartig. Kurz darauf fiel das für uns so unglückliche 3:1 durch Pederson. Da hat Zepp seiner Mannschaft die Chance gegeben, das Spiel zu gewinnen.“ Um ja keine Missverständnisse aufkommen zu lassen betonte Mason sogleich, dass er ansonsten mit seinem Nr.1-Keeper überaus zufrieden ist.

Eisbären-Coach Don Jackson lobte seinen Goalie ebenfalls, jedoch sah er dessen Leistung vor allem in den letzten zwanzig Spielminuten für den Sieg ausschlaggebend: „Rob hat uns im Schlussdrittel das Spiel gewonnen.“ Trotz der sehr guten Leistung seines Torstehers gegen die Haie sieht Jackson jedoch immer noch keine Veranlassung, das Wechselspiel zwischen den Pfosten zu beenden. „Wir waren bisher erfolgreich damit“, bekräftigte der Trainer der Eisbären gelassen, „und werden es daher vorläufig fortsetzen.“ Zum Spielausgang meinte der US-Amerikaner insgesamt zufrieden: „Wir haben gut gespielt, hatten am Ende aber auch Glück. Auf das Spiel in Frankfurt war das die richtige Antwort meiner Mannschaft“.

Die Top-Verteidiger der Berliner, Andy Roach und Deron Quint, hatten in den zurückliegenden Spielen noch Probleme, sich an ihre etwas defensivere Ausrichtung als noch unter Ex-Coach Pierre Pagé zu gewöhnen. Vor allem Roach fand sich gegen die Haie schon besser zurecht und konnte trotzdem Impulse nach vorne setzen. „Beide waren im Torpedosystem Pagés ja fast mehr Stürmer als Verteidiger“, sagte Co-Trainer Hartmut Nickel im Wochenverlauf gegenüber Hockeyweb, „da ist die Umstellung, wieder mehr Verteidiger sein zu müssen, nicht so einfach. Aber es sind beide sehr intelligente Spieler, sie werden das auf jeden Fall packen.“

Reichlich Lob hatte Don Jackson für Rückkehrer Denis Pederson übrig, dessen Heim-Comeback die Eisbärenfans frenetisch bejubelten: „Wir hätten vermutet, dass er nach der langen Verletzungspause mehr Zeit bräuchte. Er ist erstaunlich fit! Dass er nun wieder neben Steve Walker stürmen kann, bringt uns einiges mehr an Konstanz.“ Deutlich wurde zudem, dass Neuzugang Nathan Robinson, der diese Angriffsreihe komplettierte, zukünftig stark von den Qualitäten des kantigen Denis Pederson profitieren könnte. Die spielerische Integration Robinsons scheint an der Seite der beiden Routiniers jedenfalls bestens voranzuschreiten. (mac/ovk - Foto by City-Press)

Eisbären Berlin – Kölner Haie 3:2 (1:0; 2:1; 0:1)

1:0 (09:51) Baxmann – Pederson/ Walker
2:0 (23:49) Quint – Robinson/ Walker
2:1 (29:36) Lüdemann – McLlwain/ Adams PP
3:1 (32:53) Pederson – Quint/ Roach PP
3:2 (41:29) Piros – Müller, Mo.
Schiedsrichter: Schimm – Kowert/ Schelewski
Strafen: 14/ 12
Zuschauer: 4.695 (ausverkauft)


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2 : 6
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