Don Jackson: „Die Special Teams haben den Unterschied gemacht“

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Während an anderen DEL-Standorten die Zuschauer nicht im gewünschten Maße in die Arenen und Eishallen pilgern, konnte Stadionsprecher Uwe Schumann für den Berliner Wellblechpalast zum siebten Mal in Folge „ausverkauftes Haus“ melden. Klubrekord! So weit zu den Zahlen, die beim Hauptstadtklub am Freitagabend trotz der 2:4-Heimniederlage gegen starke Sinupret Ice Tigers für zufriedene Mienen gesorgt haben dürften.

Anderes Zahlenwerk löste dagegen Stirnrunzeln bei Chefcoach Don Jackson aus: „Unser Powerplay war zu langsam. Meine Spieler wollen scheinbar lieber den tödlichen Pass spielen, als ins Tor zu treffen.“ Acht Überzahlgelegenheiten hatten die Berliner, wovon nur Denis Pederson eine bei zwei Mann mehr auf dem Eis zum Torerfolg nutzen konnte. Zu statisch, zu vorhersehbar, zu kompliziert, zu unentschlossen agieren hier die Jackson-Schützlinge noch immer vor des Gegners Tor. Vor Wochen bereits gestand der neue Eisbären-Trainer, noch nicht hinter das Geheimnis gekommen zu sein, das die Berliner in der Vergangenheit im Powerplay so stark gemacht hatte. „Dafür habe ich die Eisbären immer bewundert“, bekannte Jackson.

Am Training allein kann es nicht liegen, denn kaum eine Spielsituation übten die Hauptstädter zuletzt mehr. „Vielleicht“, so Jackson nachdenklich, „müssen wir die Formationen umstellen. Im Moment scheinen uns noch die starken Spieler zu fehlen, die ihren Mann von Anfang bis Ende stehen.“ Klingt sowohl nach einem Appell ans vorhandene Personal, aber vielleicht auch in Richtung Manager Peter John Lee, nun doch intensiver nach Verstärkungen zu suchen. Was letztlich den Ausschlag für den verdienten Sieg der Nürnberger ausgemacht habe, darüber musste Jackson nicht lange rätseln, denn auch in Unterzahl lief es für die Eisbären gegen Nürnberg nicht gut. „Den Unterschied“, resümierte Jackson, „haben die Special Teams gemacht.“

Beim Überzahlspiel der Ice Tigers ist dagegen viel Bewegung auf dem Eis und zwar deutlich sichtbar mit dem Ziel, zum erfolgreichen Abschluss zu kommen. Ergebnis: Sie erzielten zwei Treffer direkt im Powerplay und einen weiteren, unmittelbar nachdem eine Strafe gegen die Eisbären abgelaufen war. Die Ice Tigers präsentierten sich im Wellblechpalast als echtes Spitzenteam, das sehr homogen wirkte, vor allem effizienter war als der Gegner. Die Schussbilanz von 34:23 zugunsten der Eisbären mag das belegen. Coach Benoit Laporte wird wissen, warum er sich in seinem Statement eher bescheiden gab: „Wir hatten in den letzten zwölf Tagen nur ein Spiel und so auch die frischeren Beine, das hat sich ausgezahlt. Nur im zweiten Drittel waren die Eisbären besser als wir. Unser bester Mann war Dimitrij Kotschnew, der stark gehalten hat. Wir sind sehr zufrieden und glücklich über diese drei Punkte.“

Im Mittelabschnitt, wie Benoit Laporte schon erkannt hatte, gerieten die Nürnberger wirklich in Schwierigkeiten. Leidenschaftlich angetrieben von ihren Fans zeigten die Eisbären hier, was tatsächlich in ihnen steckt. Der Funke sprang von den Rängen aufs Eis über und jeder Eisbären-Crack schien einen Schritt schneller unterwegs zu sein als zuvor. Dass sie hier nicht moralisch einknickten, spricht ebenfalls für die Qualität der Nürnberger Mannschaft. Eines jedoch dürfte im Lager der diesmal geschlagenen Eisbären klar geworden sein: auf ihren „siebten Mann“ ist Verlass, nicht nur am Kassenhäuschen. (mac/ovk – Foto by City-Press)

Eisbären Berlin – Sinupret Ice Tigers 2:4 (0:2; 2:1; 0:1)

Tore:

0:1 (10:17) Polaczek – Peacock/ Carter -PP

0:2 (10:50) Carter – Maurer/ Beardsmore

1:2 (23:03) Pederson – Walker/ Roach -PP2

2:2 (25:38) Robinson – Walker

2:3 (37:49) Savage – King/ Swanson

2:4 (49:43) Savage – King/ Periard –PP

Schiedsrichter: Nadir Mandioni (Schweiz) – Lars Schröter/ Felix Winnekens

Strafen: 10/ 16

Zuschauer: 4695 (ausverkauft)