Disziplinarausschuss sperrt Busch für vier Pokalspiele

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Der Disziplinarausschuss der Deutschen Eishockey Liga (DEL) hat den Spieler Florian Busch von den Eisbären Berlin für vier Spiele der kommenden Saison des Deutschen Eishockey-Pokals gesperrt. Eine noch nicht verbüßte Sperre im Deutschen Eishockey-Pokal endet in jedem Fall mit Ablauf der Saison 2008/2009, also zum 30.04.2009. Darüber hinaus wird Busch eine Geldstrafe in Höhe von 1.200€ auferlegt. Florian Busch hatte beim Pokalfinale am vergangenen Dienstag den Lions Verteidiger Jason Marshall hart in die Bande gecheckt und ihm dabei einen doppelten Nasenbeinbruch sowie mehrere Schnittwunden im Gesicht zugeführt. Zusätzlich erlitt Marshall eine schwere Gehirnerschütterung.

Die Verantwortlichen der Lions hatten das Video der Szene an den Disziplinarausschuss geschickt, 500 Euro eingezahlt, damit überhaupt verhandelt wird und eine harte Strafe gegen Busch gefordert. Nun dieses Urteil des Gremiums, das sich aus Gernot Tripcke (Geschäftsführer DEL), Jörg von Ameln (Leiter des Pokalwettbewerbs) und Jörg Mayr zusammensetzte. Die Frankfurt Lions reagierten enttäuscht auf dieses Urteil. Manager Dwayne Norris: „Dies ist ein Katastrophenurteil! Es ist ein großer Fehler der Liga, so entschieden zu haben. Ich bin sehr sauer auf die Richter, mit denen ich versuchen werde am Samstag zu sprechen. Ich finde, es ist ein feiges Urteil, vielleicht sogar ein politisches. Anstatt die Spieler zu schützen begeht die Liga diesen großen Fehler. Theoretisch kann sich ein Spieler im Pokal somit auf einen Topspieler einer anderen Mannschaft stürzen, ihm mit einem Stockschlag den Arm brechen und ihn für Monate aus der Liga nehmen. Die Konsequenz, er wird für paar Spiele im Pokal gesperrt, was keinen interessiert. Die Geldstrafe zahlt sowieso der Verein. Ich muss überlegen, ob ich unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch in diesem Wettbewerb teilnehme mit meiner Mannschaft. Ich habe gesehen, wie Marshall aussieht. Er fehlt uns in der Liga. Und Busch darf spielen. Ich bin sehr enttäuscht“, sagte Norris nach dem Spiel der Hessen gegen Mannheim.

Geschäftsführer Bernd Kress zeigte genauso viel Unverständnis: „Die Regeln besagen, dass ein Spieler auch für die Liga gesperrt werden kann. Die Liga hätte hier ein Zeichen setzen müssen. Die Verletzungsfolge wurde hier nicht bewertet. Die Relation zu der Sperre gegen Bresagk ist nicht gegeben. Ich bin auch von Berlin enttäuscht und dem Spieler Busch, der sich bis heute nicht entschuldigt hat“.

Bleibt die Frage was passiert wäre, wenn das Raubein Marshall den Deutschen Nationalspieler Busch mit einem solchen Check so schwer verletzt hätte. Diese Frage wird vermutlich niemals ehrlich beantwortet werden. Vermutlich wäre Marshall aber länger gesperrt worden und die Sperre hätte vielleicht dann auch für den Ligabetrieb gezählt. (Frank Meinhardt)

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