Dimitrij Kotschnew: Mit kleinen Schritten zum großen ZielDer Torhüter der Hamburg Freezers

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Im Interview spricht der Nationaltorhüter über seinem Weg zurück aufs Eis, die aktuelle Situation bei den Freezers und seine Aussichten auf ein baldiges Comeback.

Dimitrij, ab Dienstag wirst du die erste komplette Trainingswoche voll mit der Mannschaft trainieren. Mit welchem Gefühl wirst du aufs Eis gehen?

Auf jeden Fall mit einem schönen Gefühl. Obwohl ich das nicht zu hoch hängen möchte, ist es doch eine weitere, kleine Etappe, die ich damit erreiche.

Wie wichtig ist dieser Schritt für dich im Hinblick auf dein Comeback?

Ich bin ja schon in den vergangenen Wochen wieder regelmäßig auf dem Eis gewesen. Jetzt ist halt Jonas Langmann in Bremerhaven, was bedeutet, dass es keine Verschnaufpausen mehr für mich gibt. Trotzdem ist es ungemein wichtig, weil ich das volle Trainingspensum brauche, um auch wieder in die Form zu kommen, die ich auf dem Eis brauche. Da kann man noch so viel im Kraftraum ackern und Radfahren. Man braucht einfach diese Spielsituationen aus dem Training, damit man ein Gefühl dafür bekommt und man konstant auf hohem Niveau gefordert ist.

Blättern wir mal sieben Monate zurück. Welche Erinnerungen hast du an den 3. März, den Tag deiner schweren Verletzung?

Ist das wirklich schon sieben Monate her? Der Tag ist mir noch sehr präsent, auch die Zeit kurz danach. Obwohl ich versuche, nicht so sehr daran zu denken, weil es ja eigentlich nichts bringt. Mir ist letzte Woche bei der Reha Fabian Boll (Kapitän des FC St. Pauli, d.Red.) begegnet. Er hat sich ja gerade erst verletzt und muss mit Krücken und Thrombosespritzen zurechtkommen, da kam es mir vor, als sei es erst gestern gewesen, dass ich in der gleichen Lage war.

Bei dieser Spielsituation gegen Köln sind dir zwei Spieler aufs Knie gefallen. Wusstest du sofort „da ist was kaputt“?

Ja. Das wusste ich im ersten Moment. In Prinzip gehört es ja zum Beruf, sich jeden Tag etwas weh zu tun, dadurch hat man schon ein recht gutes Gefühl für den eigenen Körper und weiß schnell, ob beispielsweise bei einem Zusammenprall etwas passiert ist.

Du bist dann relativ schnell operiert worden und musstest den Sommer in der Reha schuften, während dein Kollegen im Urlaub waren. Wie motiviert man sich in so einer Phase?

Man hat natürlich das große Ziel „Comeback“ vor Augen, aber das verschwindet dann recht schnell im Hinterkopf. Anfangs geht es einfach nur darum, wieder alltagstauglich zu werden. Die ersten Wochen kam ich nur auf Krücken voran. Mal eben ein Glas Wasser aus der Küche holen? Unmöglich. Auf einem Bein hüpfen ging auch nicht. Das macht einen schon etwas wahnsinnig, wenn man zu so vielen, eigentlich einfachen Sachen nicht fähig ist. Da fängt man an, sich kleine Ziele zu setzen. Dabei bin ich bis heute geblieben.

Das gilt auch für die Planung der Rehamaßnahmen?

Ja, unbedingt. Mit Knieverletzungen ist nicht zu spaßen. Wenn man da etwas überstürzt, ist die Gefahr groß, dass die Verletzung wieder aufbricht und es möglichweise noch schlimmer ist als zuvor. Deswegen war es mir wichtig, das Knie behutsam wieder aufzubauen und zu stabilisieren.

Aufgrund deiner Verletzung bist du nach wie vor dazu gezwungen, von der Tribüne zuzuschauen. Wie sehr wurmt es dich, nicht eingreifen zu können, gerade wenn es nicht so gut läuft?

Das ist schon schwierig. Dazu bin ich einfach zu sehr Sportler und fiebere zu sehr mit dem Team, als dass mir das egal wäre.

Wie bewertest du den bisherigen Saisonstart der Freezers?

Ohne Frage haben wir uns den Start anders vorgestellt, da muss man nicht drum herum reden. Es gab sicher viele Faktoren, die gegen uns gelaufen sind, viele Verletzte und einige unglückliche Situationen. Unterm Strich zählen aber nur die Ergebnisse und die stimmen bislang nicht. Aber ich bin nun schon einige Jahre dabei und in jeder Mannschaft und jeder Saison gab es immer eine Phase, in der es einfach nicht lief. Bei den Freezers gab es zuletzt immer das sogenannte „Januartief“.  Vielleicht haben wir dieses Tief einfach jetzt schon.

Trotzdem bist du zuversichtlich, dass man es aus dieser Phase wieder herausschafft?

Ich bin nicht zuversichtlich, sondern fest davon überzeugt, dass wir das schaffen. Wir haben richtig viel Qualität im Kader. Und es ist ja nicht so, als würden die Jungs auf dem Eis nichts zuwege bringen. Wir haben unsere Chancen, auch die fallen niemandem einfach so vor die Füße. Da ist jeder Spieler gefordert, dem anderen zu helfen und sich reinzuhauen.

Während deiner Verletzung ist Niklas Treutle die Nummer eins. Wie kannst du ihn in der jetzigen Situation unterstützen?

Niklas und ich haben ein sehr gutes Verhältnis. Er weiß, dass ich immer da bin und ihm zur Seite stehe, wenn er über etwas reden möchte. Aber ich dränge mich auch nicht auf. Niklas ist ein ehrgeiziger und intelligenter Spieler, der seine Leistung sehr gut selbst einschätzen kann. Er ist gut genug und stark genug, um mit der Situation umzugehen.

Welches kleine Ziel hast du dir als nächstes gesetzt, um dem großen Ziel „Comeback“ näher zu kommen?

Das nächste kleine Ziel ist schon ziemlich nah am großen Ziel. Ich möchte wieder spielfähig werden. Dafür werde ich noch viel trainieren müssen, um die Spielsituationen wieder zu verinnerlichen. Das wird noch etwas Zeit brauchen, aber ich bin sicher, dass das klappt. Vielleicht schon im Oktober.


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