Die Zukunft des deutschen Eishockeys - Visionen, Wünsche, Vorstellungen

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Lesedauer: ca. 4 Minuten

Um den Jahreswechsel kam eine Diskussion

um die Zukunft des deutschen Eishockeys in Gang, die sich um das Unternehmen WM

2010 im eigenen Lande, die Perspektiven dafür und die nötigen Maßnahmen zur

Verbesserung der Nachwuchsentwicklung in Deutschland dreht.

Die Manager der Adler Mannheim, Markus Kuhl, und der Eisbären Berlin, Peter

John Lee brachten diese mit ihren Äußerungen in der Presse ins Rollen.

Unser Kolumnist Alexander Brandt nahm sie

auf und fragte in einem seiner „Bandenchecks“ nach den Visionen der Macher im

deutschen Eishockey. Was denken Kuhls und Lees Kollegen an den zwölf anderen

DEL-Standorten über dieses Thema? Das zu erfahren, stellten die

Hockeyweb-Redakteure Oliver Koch und Matthias Eckart einen Katalog von fünf Fragen zusammen und

baten die DEL-Manager um ihr Statement. In einer Serie legen wir das Ergebnis

dieser Umfrage vor.

Heute: Boris Capla von den Hamburg

Freezers

Sechzehn oder weniger Mannschaften, welche

Konstellation könnte die sportliche Qualität der DEL am ehesten steigern?

Aufgrund des bestehenden

Kooperationsvertrages kann die DEL bis zu 16 Mannschaften umfassen.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass wir über eine Reduzierung der Liga erst

im Zusammenhang mit einem neuen Kooperationsvertrag sprechen können. Alles

andere bringt zu viel Planungsunsicherheit.

Wie viele Ausländerlizenzen pro DEL-Team

betrachten Sie derzeit als realistisch und wo liegt Ihrer Meinung nach

perspektivisch die Schmerzgrenze?

Auch hier muss man zu erst einmal wissen,

wie viele Mannschaften in der Liga spielen. Es macht keinen Sinn kurzfristig

die Ausländerlizenzen zu senken, wenn im Gegenzug die Liga bis auf 16

Mannschaften wachsen kann, bzw. wächst. Ich persönlich würde vorschlagen die

Anzahl der deutschen Spieler, die älter sind als 35 Jahre, pro Team zu

begrenzen. Der Grund dafür ist die in der nächsten Zeit auf uns zukommende

Einbürgerung von zahlreichen Spielern. Denn im Prinzip sind es auch die

„älteren“ Deutschen, bzw. eingebürgerten Deutschen, die den jüngeren Spielern

die Eiszeit nehmen.

Glauben Sie, dass eine zeitweise Absenkung

des sportlichen Niveaus in der DEL zu Gunsten der Integration junger deutscher

Spieler vermittelbar ist?

Ziel muss es sein, dass unsere U-18, U-19

und U-20 Nationalmannschaften in der Lage sind unter den ersten 6, bzw. mit den

ersten 6 Mannschaften in der Welt mithalten zu können. Es macht wenig Sinn das

Niveau der DEL soweit zu senken, dass möglichst viele junge Spieler in der Liga

spielen können, denn dann wäre die Liga nicht mehr in der Lage diese Spieler

soweit weiter zu entwickeln, dass diese und somit auch die A-Nationalmannschaft

international eine Rolle spielen können. Denn das Ziel sollte sein, dass die

jungen deutschen Spieler sich zu Nationalspielern entwickeln.

Welche Maßnahmen müssen Ihrer Meinung nach

ergriffen, welche Schwierigkeiten überwunden werden, damit alle DEL-Teams die

Entwicklung junger deutscher Spieler intensivieren? Was wären Ihre Vorschläge

dazu?

Wie bereits erwähnt würde ich die Anzahl

pro Mannschaft der Spieler, die über 35 Jahre alt sind, begrenzen und zwar

durchgängig durch alle 3 Ligen (z. B. DEL - 2, 2. Bundesliga - 1 und Oberliga -

0). Des Weiteren sollte die DNL um mindestens 1 Jahr für die jungen Spieler

verlängert werden. Um die Nachwuchsarbeit zu verbessern bedarf es zu allererst

einer vernünftigen Infrastruktur. D.h. wir haben nicht genug überdachte

Eisflächen, was wiederum zur Folge hat, dass nicht genug Trainingszeiten zu

normalen Tageszeiten zur Verfügung stehen. Vielen Nachwuchsmannschaften müssen

zu sehr „elternunfreundlichen“ Zeiten trainieren, was zur Folge hat, dass teilweise

die Eltern das Interesse aufgrund des Aufwands verlieren. Man könnte festlegen,

dass jeder DEL-Standort, bzw. auch Bundesliga 2 – Standort im Verhältnis zur

Einwohnerzahl des Standortes eine Anzahl von überdachten Eisflächen, bzw.

Trainingszeiten zur Verfügung haben muss.

Welchen Einfluss hat Ihrer Meinung nach

das Abschneiden deutscher Auswahlmannschaften bei WM und vergleichbaren

internationalen Wettbewerben auf das Produkt DEL?

Das kommt

maßgeblich auf die Berichterstattung über die jeweilige Veranstaltung an. Ich

persönlich halte es für außerordentlich unglücklich, dass die Eishockey-WM in

Deutschland nur an 2 Standorten ausgetragen wird.

 
Vielen Dank Herr Capla!

„Die Zukunft des deutschen Eishockeys -

Visionen, Wünsche, Vorstellungen  - Die DEL Manager antworten“ ist eine

Hockeyweb-Serie von Oliver Koch und Matthias Eckart.

Bisher erschienende Artikel:

Stefan Wagner vom ERC Ingolstadt
http://www.hockeyweb.de/artikel.php?r=1&nv=1I0&a=25592

Peter John Lee von den Eisbären Berlin
http://www.hockeyweb.de/artikel.php?r=1&nv=1I0&a=25697

Lance Nethery von der Metro Düsseldorf
http://www.hockeyweb.de/artikel.php?r=1&nv=1I0&a=25750

Bernd Kress von den Frankfurt Lions
http://www.hockeyweb.de/artikel.php?r=1&nv=1I0&a=25827

Rodion Pauels von den Kölner Haien
http://www.hockeyweb.de/artikel.php?r=1&nv=1I0&a=25878

Markus Kuhl von den Adler Mannheim
http://www.hockeyweb.de/artikel.php?r=1&nv=1I0&a=25940

Marco Stichnoth von den Hannover Scorpions
http://www.hockeyweb.de/artikel.php?a=26033

 

Otto Sykora von den Sinupret Ice Tigers
http://www.hockeyweb.de/artikel.php?a=26069


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