Die Rückkehr zu Auf- und AbstiegStimmen zur Vereinbarung zwischen DEL und DEL2

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Kurz nach halb zwei am Dienstagnachmittag in Krefeld – das war der Ort und Zeitpunkt, als eines der größten Ärgernisse des deutschen Eishockeys endete. Dann nämlich unterzeichneten Gernot Tripcke, Geschäftsführer der Deutschen Eishockey-Liga, und René Rudorisch, in gleicher Funktion für die DEL2 tätig, den Vertrag zur Wiedereinführung des Auf- und Abstiegs zwischen den beiden Top-Spielklassen. Zwar müssen die Fans noch bis zur Saison 2017/18 warten, dann aber wird es voraussichtlich wieder so sein, wie es nun einmal Tradition im deutschen und europäischen Sport ist.

Ein Vorbehalt besteht noch, wobei aber beide Ligen davon ausgehen, dass es tatsächlich ab 2017/18 losgehen kann. „Die Clubs müssen die nötigen wirtschaftlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen mitbringen“, erklärte Tripcke im Rahmen einer Pressekonferenz. Das heißt: Mindestens sechs Clubs müssen ihre wirtschaftliche DEL-Tauglichkeit nachweisen. In der Frage der Stadien ist die DEL der 2. Liga entgegengekommen. Bislang gibt es die so genannte 9000-Punkte-Regelung, die die Arenen bewertet. Ein Aufsteiger muss in seinem ersten Jahr nur auf 6000, in seinem zweiten Jahr auf 7000 Punkte kommen, sodass einem Neuling die Entwicklungschance in der DEL1 geboten wird.

„Wir sind sehr froh, dass das geklappt hat“, sagte Rudorisch im Anschluss an die Unterschrift. „Die Meisterschaft in der DEL2 bekommt ihren sportlichen Wert zurück, außerdem ist es einfach gut, dass es eine Durchlässigkeit von ganz unten bis ganz oben gibt.“

Bewusst wird in der DEL auf eine interne Play-down-Regelung verzichtet. „Das steigert die Wertigkeit der Hauptrunde und die Abstiegsfrage hängt nicht von wenigen Spielen ab, wo vielleicht auch einfach mal eine Torhüterverletzung entscheidend sein kann.“ Dadurch, dass es einen Direkt-Auf- und Abstieg gibt, entsteht zudem „kein Druck, die Zahl der Ausländerlizenzen anzugleichen“, so Tripcke.

Generell zeigt sich der DEL-Geschäftsführer mit der Entwicklung der Liga zufrieden. „Wir hatten in der vergangenen Saison rund 2,65 Millionen Zuschauer, was einen Schnitt von etwa 6500 Zuschauern bedeutet. Wir sind stolz darauf, uns auf hohem Niveau eingependelt zu haben.“ Mit Blick auf die neue Saison ergänzt er: „Viele Teams haben sich verstärkt, einige Teams, die im Vorjahr ihre Ziele verpasst haben, drängen wieder nach oben, sodass die Leistungsdichte noch enger wird.“

Die TV-Partnerschaft mit ServusTV und LaOla1.TV wird natürlich fortgesetzt – und auch hier gab es einen „Spielerwechsel“. Tino Boos wechselt vom TV-Expertenstuhl zur DEL und wird dort den Disziplinarausschuss leiten: „Mein Ziel ist es, die Spieler zu schützen. Es geht darum, die Zahl der Gehirnerschütterungen zu veringern.“ Sein Nachfolger bei ServusTV ist Andi Renz, der sich nicht scheute, neben Titelverteidiger Adler Mannheim zwei weitere Meisterschaftskandidaten zu nennen: „Ich denke, dass Köln und München ganz vorne mitspielen werden.“ Ein Duell zwischen Topteam und Underdog wird es gleich zu Beginn geben. Bei ServusTV ist die Partie zwischen Mannheim und dem Vorjahresletzten Schwenninger Wild Wings das Auftaktspiel.

Tripcke stimmt zudem optimistisch, dass auch die öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten ihre Berichte in Sportschau und Sportreportage sowie in den dritten Programmen erheblich ausgebaut haben. Tripcke: „Wir hoffen, dass sich dieser Trend fortsetzt. Gemeinsam mit dem Handball und Basketball konnten wir den Trend zur Fußball-Monokultur stoppen.“

Die aktuelle Erfolge in der Champions Hockey League ordnet Tripcke realistisch ein: „Vieles ist auch Tagesform. Unsere Clubs haben früher angefangen, aber die Skandinavier machen vielleicht drei Wochen Pause und stehen dann schon wieder komplett auf dem Eis. Aber in vielen Spielen bewegen wir uns auf Augenhöhe.“

Ab der neuen Saison startet die DEL zudem gemeinsam mit der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) die Kooperation „Powerplay gegen Blutkrebs“. Gemeinsam mit ihren 14 Clubs wird die DEL bundesweit dafür werben, dass sich noch mehr Menschen bei der DKMS registrieren. Neben der Aufnahme der DEL-Profis in die DKMS-Datei werden im Verlauf der Saison in den Spielstätten der Clubs verschiedene Aktionen für die Fans stattfinden.

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