„Die Pinguine sind ein Familienbetrieb“Interview mit Krefelds Geschäftsführer Robert Haake

Robert Haake ist seit 2010 Geschäftsführer der Krefeld Pinguine. (Foto: samla.de)Robert Haake ist seit 2010 Geschäftsführer der Krefeld Pinguine. (Foto: samla.de)
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Glückwunsch zum Sieg gegen die Eisbären und zur Tabellenführung.

Vielen Dank! Wenn man bedenkt, dass uns keine Auszubildenden fehlen, sondern mit u.a. Herberts Vasiljevs und Francois Methot zwei Gesellen, eigentlich sogar Meister, dann ist das richtig toll. Die Ergebnisse des ersten Wochenendes, der frühen Saisonphase haben jetzt sicherlich nicht einen so hohen Stellenwert, aber das heutige Spiel gegen den Meister war schon richtig gut. Und die Erfolge des letzten Wochenendes haben uns auch viele Zuschauer gebracht. Wir liegen jetzt schon bei ungefähr 1000 Zuschauern mehr als in der letzten Saison nach zwei Spielen.

Letztes Jahr war ihr Team das absolute Überraschungsteam. Platz drei nach der Hauptrunde und der Einzug ins Halbfinale. Was können wir dieses Jahr von den Pinguinen erwarten, dann allerdings ohne den „Ehrhoff-Effekt“?

Nun ja, die ersten Spiele mit Christian haben wir verloren, jetzt haben wir drei Siege aus drei Spielen geholt. Christian Ehrhoff hatte in der letzten Saison einen großen Anteil, besonders in der Kabine. Seine Art der Vorbereitung, seine Einstellung – das hatte Vorbildcharakter. Auch wenn er jetzt wieder in den USA ist, dieser Effekt, der ist noch da. Besonders, die Spieler die letztes Jahr mit ihm zusammengespielt haben, die leben diesen Ehrhoff-Effekt noch immer. Oftmals sagen sich die später: „Der Christian hat das so gemacht.“ Wir wollen dieses Jahr wieder in die Play-offs, sportlich traue ich der Mannschaft viel zu. Wenn wir dann in den Play-offs vom Verletzungspech verschont bleiben, schauen wir weiter. Heute fehlten uns ja nicht nur Herberts Vasiljevs und Francois Methot, sondern auch Steve Hanusch, der einen letztes Jahr einen Riesenschritt bei uns gemacht hat, Nick St.Pierre und auch Kyle Sonnenburg. Wenn die alle wieder dabei sind.....

Am Anfang gab es sehr viele kritische Stimmen gegenüber Rick Adduono, jetzt ist er Rekordtrainer der Pinguine. Was hat er, was seine Vorgänger nicht hatten?

Als Rick zu uns gekommen ist, war ich noch nicht da. In unseren ersten gemeinsamen Saison waren wir im Halbfinale. In dieser Saison waren nicht so viele Stimmen zuhören, in der zweiten Saison da wurde es lauter um ihn. Aber wir haben damals die Gesamtsituation gemeinsam analysiert, wir wollten nicht einen Schuldigen, den Trainer ausmachen, sondern alles und alle durchleuchten und hinterfragen. Das haben wir gemacht und uns die Frage gestellt: „Wie machen wir gemeinsam weiter?“. Der Erfolg der Pinguine ist Teamwork. Wie sie sehen, stehen wir mitten in der Geschäftsstelle, zehn Meter rechts von uns ist die Kabine, zwei Meter links mein Büro. Wir arbeiten hier stets gemeinsam und sind nah aneinander. Wir haben als Beispiel einen Betreuer, der gleichzeitig Zeugwart ist. Auf Auswärtsfahrten räum´ ich dann auch den Bus mit ein oder aus. Nach jedem Spiel gibt’s ein Mannschaftsessen, auch der Pressesprecher Herr Schicks und ich gehen dahin. Wir kriegen alles mit, was irgendwo störend wirken kann. Diese Probleme oder Störungen, die ja auch aus dem Umfeld kommen können, klären wir dann bei einem lockeren Gespräch. Hier muss selten jemand zum Rapport ins Chefbüro. Die Pinguine sind ein Familienbetrieb und das macht uns aus und erfolgreich.

(Wenig später räumte der Co-Trainer Reemt Pyka die Fanartikel zurück in den Fanshop und schob einen Kleiderwagen voller Trikots an uns vorbei.„Sehen Sie, das meine ich. Der Reemt macht jetzt den Fanshop!“)

Endlich gibt es eine DEL2. Die meisten Fans wünschen sich einen Auf- und Abstieg, wie stehen Sie dazu?

Mit dem Thema habe ich mich noch nicht beschäftigt. Am meisten wird dies unser sportlicher Berater Rüdiger Noack gemacht haben. Eine Entscheidungsfindung und eine Positionierung der DEL dauert noch etwas. Ich bin mir sicher, wenn wir irgendwann mal eine Saison nicht so gut gespielt haben und absteigen würden, unsere Fans und auch unsere Sponsoren würden auch diesen Weg mit uns gemeinsam gehen.

Wir müssen jetzt mal abwarten wie die Gesellschafter der DEL entscheiden. Wir haben und werden solche Themen ja immer gemeinsam entscheiden. Ich habe im Vorfeld einer Gesellschafterversammlung der DEL noch nie mitbekommen, dass Politik gemacht wurde, und dass Abstimmungsergebnisse im Vorfeld besprochen wurden, indem man andere auf seine Seite gezogen hat oder dieses versuchte.

(Plötzlich klingelte es an der Tür. Ein Fan hatte Fragen zum Kauf einer Dauerkarte. Herr Haake nahm sich die Zeit und sprach mit ihm. Stolz kam er zurück: „So, ich hab ´ne Dauerkarte verkauft!“)

Herr Haake, sie denken ja weit im Voraus, haben Sie den Theaterplatz für den Frühling 2014 schon gemietet?

Der ist zu klein! Letztes Jahr standen wir vor der Thematik, wir hätten ja ins Finale kommen können und dann hätten wir eine große Finalrunden-Party gefeiert. Ich habe dann mit Andre Schicks und Mike Hoffmann von unserer Sicherheitsfirma zusammengesessen. Aufgrund der tragischen Ereignisse bei der LoveParade oder auch in Oberhausen ist es mittlerweile sehr schwer geworden, solche Veranstaltungen zu realisieren. Wir bräuchten in einem solchen Fall ein Sicherheitskonzept. Und das würde auf dem Theaterplatz nicht zu realisieren sein.

Also haben Sie die Grotenburg gemietet? Die ist groß genug.

Der Sprödentalplatz auch. Das war auch ein Gedankengang von uns. Letzte Saison wäre dies aber nicht gegangen, da dort Kirmes war. Wir wollen ja auf Krefelder Stadtgebiet bleiben und auch nicht auf die grüne Wiese bei einem Bauern gehen.

Sie sind also vorbereitet?

Die Pläne liegen in der Schublade und je erfolgreicher man spielt, umso schneller macht man diese mal auf und schaut drauf.

Vielen Dank für Ihre Zeit Herr Haake und eine erfolgreiche Saison.

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