Die Panther sehen orangeIngolstadt - Wolfsburg 2:4

Ingolstadts Trainer Larry Huras: „Sobald die Tabellenspitze in Sicht kommt, fehlt bei einigen meiner Spieler die nötige Konzentration.“ (Foto: Imago) Ingolstadts Trainer Larry Huras: „Sobald die Tabellenspitze in Sicht kommt, fehlt bei einigen meiner Spieler die nötige Konzentration.“ (Foto: Imago)
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Ein kalter Wind wehte vor der Arena in Ingolstadt, die eisigen Regentropfen flogen fast senkrecht in die Gesichter  der 3172 Zuschauer, die sich bei diesem Wetter vom Sofa oder dem Arbeitsplatz auf die Ränge in der im Vergleich zu draußen angenehm temperierten Halle getraut hatten.  Gegner des Deutschen Meisters waren erneut die Grizzly Adams aus Wolfsburg. Keine drei Wochen ist es her, da zeigten die Panther eine ganz schwache Leistung gegen ihren Angstgegner  und mussten sich cleveren Niedersachsen geschlagen geben.

Auch am Mittwochabend zeigten beide Teams ein flottes Spiel, die ganzen großen Torchancen blieben aber Mangelware. Dank einer  etwas einseitigen Regelüberprüfung durch die Schiedsrichter spielten die Gäste im ersten Drittel dreimal in Überzahl und Robert Bina ließ sich in der  18. Minute nicht lange bitten, die numerische Überlegenheit auf dem Eis in die Führung zu verwandeln.

Das zweite Drittel spiegelt das ganze blau-weiße Drama in 20 Minuten wider. Bei  fünf gegen fünf war das Geschehen ausgeglichen. Bei doppelter Überzahl trafen die Ingolstädter nur den Pfosten (32./ Periard), während die Grizzlys durch Norman Milley auf 2:0 erhöhten (39./PP2). „Die 5:3-Situationen waren heute der Schlüssel, wir schießen das Tor und Ingolstadt nicht“, analysierte Pavel Gross nach dem Spiel. Mit Courage und Nachdruck ins gegnerische Drittel, vor Sebastian Vogl war aber Schluss mit der Herrlichkeit. Kaum Gefahr, der Mythos des Angstgegners Wolfsburg auf heimischem Eis erhielt permanent neue Nahrung.

Gegen diesen Fluch arbeiteten die Panther mit aller Macht, der erste Saisontreffer von Thomas Greilinger (46.) ließ sogar etwas Hoffnung aufkeimen, die sechste Heimpleite in Folge gegen Wolfsburg könne irgendwie vermieden werden. Der Torschütze selber konnte sich über sein erstes Tor in dieser Spielzeit für den ERC nur bedingt freuen, meinte nur knapp: „Zeit ist es geworden“.  Doch die Gäste waren eiskalt, keine zwei Minuten später stellte Christoph Höhenleitner den alten Abstand wieder her.  Mit weiter fortschreitender Spieldauer stieg die Verzweiflung in den Angriffen der Panther, dank des Einsatzes von John Laliberte konnte wenigstens das Ergebnis freundlicher gestaltet werden.  Einen Abpraller verwandelte er per Rückhandschlenzer  zum 2:3 (52.). Doch gerade Roland Aumüller erregte mit einigen nachfragewürdigen Entscheidungen vor den Augen seines eigenen Fanclubs in Ingolstadt den Unmut eines Großteils des Publikums, verantwortlich für die Niederlage war er jedoch nicht. 18 Sekunden vor Schluss ließ sich Jared Ross den Puck im eigenen Drittel von der Kelle klauen und Matt Dzieduszycki  vollendete mit dem vierten Wolfsburger Treffer ins leere Tor dieses Duell.

„Es war wieder eine interessante Partie. Diese Mischung aus Geschwindigkeit, Spielverständnis und Durchsetzungsvermögen macht Ingolstadt zu einer gefährlichen Mannschaft“, sagte Wolfsburgs Trainer Pavel Gross nach dem Spiel. Christoph Gawlik erkannte auch: „Wir haben zu spät Gas gegeben". Und Larry Huras kritisierte einige seiner Spieler: „Sobald die Tabellenspitze in Sicht kommt, fehlt bei einigen meiner Spieler die nötige Konzentration. Wir hätten heute Abend auf den zweiten Tabellenplatz springen können, dafür darf man aber nicht so viele Fehler machen.“ Zeit zur Wiedergutmachung haben die Ingolstädter bereits am Freitag, wenn es zu Hause gegen die starken Schwenninger geht.

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