Die Lions und der Meisterpokal

Die Lions und der MeisterpokalDie Lions und der Meisterpokal
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Der Pokal ist echt - obwohl er eine Kopie ist. Die DEL hat seinerzeit in den Statuten festgelegt, dass dem jeweiligen Deutsche Meister eine Kopie des Pokals überreicht wird, das Original aber in der DEL-Zentrale in Köln verbleibt und jeweils mit dem Namen des amtierenden Meisters ergänzt wird. Es also keinen Wanderpokal geben würde, der jeweils vom amtierenden Deutschen Meister zum neuen Deutschen Meister weitergegeben werden müsste.



Wir dürfen ihn also behalten, unseren ganzen Stolz und machen uns deshalb richtige ,,Sorgen" wegen seiner derzeitigen Wanderschaft durch den Großraum Frankfurt. Wir wollen ihn schließlich nicht verlieren.



Die Meistertrophäe ist in diesen Tagen und Nächten immer mit unterwegs auf jeder Party und wird überall gezeigt. Und da es derzeit immer und überall feuchtfröhlich zur Sache geht, gibt es für die Pokal-Übernahme ,,strenge" Regeln.



Die morgendliche Frage von Manager Lance Nethery daher dieser Tage ist nicht ganz unberechtigt: ,,Wo ist der Pokal....?",,Warte, ich rufe Harry an...." - Harry ist Brad Harrison, unser Betreuer, und in diesen Tagen und Nächten auch immer mit unterwegs. Also Anruf bei ,,Harry" - Brad schläft natürlich noch zu dieser frühen Stunde..... Nervöser Lance mit trommelnden Finger auf der Tischplatte.... ,,Wer hatte ihn gestern zuletzt?" ,,Ich habe die Verantwortung dafür an Gordon übergeben...." - ,,Ruf ihn an..." - ,,Nein, doch nicht jetzt, hast du mal auf die Uhr geschaut...."



So und so ähnlich jedenfalls verliefen die letzten vier Tage unsere ersten Gespräche am frühen Morgen. Die Frage kam natürlich X-mal jeden Tag, schließlich hat der Pokal auch Termine. Er muss fotografiert werden, bewundert werden, Gerd Schröder will ihn sehen, die Sponsoren sollen ihn zu Gesicht bekommen, er muss gewienert werden, wir müssen seinen Platz hier im Büro aussuchen....



Die glänzende Trophäe ist wirklich das Objekt der Begierde schlechthin. Jeder Spieler will ihn mitnehmen, einmal zuhause haben, den Pokal zeigen, der Familie präsentieren, ,,schaut her, wir haben es wirklich geschafft." Die Reise nach Nordamerika ist schon geplant. ,,Darf ich ihn zuerst haben," fragte Ian Gordon gleich. ,,Ja, Du bekommst ihn zuerst, schickst ihn dann weiter zu Ratchuk, der zu Norris, der zu Young, der zu Bouchard, der bringt ihn zu Lebeau und Belanger....." - die Rundreise durch die Vereinigten Staaten ist Dank Air Canada und Continental Airlines bestens organisiert.



Aber, erst mal bleibt es hier in Deutschland, das gute Stück Erfolg - denn etwas muss noch korrigiert werden am Pokal ... es fehlt die Aufschrift Frankfurt Lions unter dem Schriftzug Deutscher Meister 2004 - die lassen wir noch anbringen, natürlich originalgetreu.



Übrigens gibt es für den Pokal auch eine stattliche Transportkiste. Die haben wir wirklich bis gestern zum Empfang am Römer verzweifelt gesucht. ,,Die stand doch am Eingang vom Spielerausgang, da habe ich sie zuletzt gesehen...", war der allgemeine Tenor bei der Befragung, wo die Ummantelung abgeblieben sein könnte.



Der Hallenchef der Eissporthalle, Dieter Henning, hatte sie gestern kurz vor Busabfahrt zum Römer endlich entdeckt. Er hatte die gesamte Halle seit Samstagmorgen auf den Kopf gestellt und jeden Winkel abgesucht. Verständlich dass er dort zuletzt schaute, wo man sie nie vermutet hätte. In der Gästekabine der Eisbären Berlin stand die schwarze Kiste einsam und alleine herum.

Wie die wohl dahin gekommen ist, rätseln wir hier alle kopfschüttelnd...