„Die Jungs waren wie Brüder"Mike Stewart nach Spiel 7

Mike Stewart war nach dem Ausscheiden gegen München sehr emotional - und ließ seine Zukunft offen.Mike Stewart war nach dem Ausscheiden gegen München sehr emotional - und ließ seine Zukunft offen.
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„Ich bin eigentlich mehr sauer als enttäuscht, weil wir so viel investiert haben. Die Enttäuschung und der Stolz auf unsere Leistung werden kommen, aber im Moment bin ich sauer – es ist sehr emotional.“ Im Angesicht der knappen Niederlage nach einem wahrhaft heroischem Kampf in der längsten Play Off-Serie DEL-Geschichte mit mehr als 504 gespielten Minuten trug der Austro-Kanadier und Architekt des Augsburger Erfolgs der letzten Jahre sein Herz auf der Zunge.

Dass er im Anschluss an die offizielle Pressekonferenz eine Nachfrage zur Analyse des alles entscheidenden Spiel 7 relativ brüsk überging – geschenkt. Zu viel stand an diesem Abend auf dem Spiel, zu viel hatten die Augsburger investiert in den achteinhalb Spielen dieser epischen Best of Seven-Serie. Natürlich gibt es genügend Grund, stolz auf das zu sein, was man in dieser Saison als „Underdog“ erreicht hat. „Aber wir wollen gewinnen, das ist unsere Mentalität – dafür habe ich die letzten Jahre hier gearbeitet. Daran haben aber auch die Leute aus meinen Trainer-Stab, in der Organisation und im gesamten Team einen großen Anteil.“

Saison-Fazit oder Abschiedsrede?

War das schon Stewarts Resümee der äußerst erfolgreichen Zeit in Augsburg? Immerhin ist sein Status für die kommende Saison noch offen, ebenso wie beispielsweise der Trainerposten bei den Kölner Haien, der ihm immer wieder zugeschrieben wird. Vielleicht, aber Stewart wollte sich nicht weiter dazu äußern: „Darüber werden wir in den nächsten Wochen sprechen, mehr möchte ich dazu im Moment nicht sagen.“

Stattdessen beschrieb er die lange Reise seiner Mannschaft durch die Saison, die mit einem Abstauber durch Mads Christensen und einem Schlittschuh-Eigentor von Brady Lamb im alles entscheidenden Spiel ein unbefriedigendes Ende nahm: „Ich habe sehr früh gewusst, wie gut wir dieses Jahr sind. Auch als wir von den ersten sechs Spielen nur zwei gewonnen haben. Die Jungs waren bissig, lernwillig und haben immer an sich geglaubt. Es gab Phasen, in denen wir gewackelt haben, aber da haben sich die Jungs gegenseitig gepusht und noch mehr investiert. Wir waren gegen München nah dran, deswegen sind wir so enttäuscht. In der Kabine hat außer mir keiner etwas gesagt, es war nur Stille – viele hatten Tränen in den Augen.“

Mike Stewart und die Mia san mia-Mentalität

Nach dem Spiel, als die Fankurve der Münchner längst verwaist war, feierten die Panther-Fans noch ihr Team, mit Mike Stewart und dem gesamten Trainerstab: „Vom ersten Tag an wollte ich hier eine Mia san mia-Mentalität etablieren, bei den Trainern, den Spielern, aber auch bei den Teamärzten, den Physios, den Betreuern und im Management – und dafür haben sie alle in den letzten Jahren wie die Irren gearbeitet und viel Schweiß und Blut investiert.“

Es hat sich gelohnt: In seinem vielleicht letzten Jahr am Lech hat das Gesamtkonstrukt Augsburger Panther perfekt funktioniert, besonders natürlich die Mannschaft: „Die Jungs waren charakterlich 1 Plus – von den Führungsspielern bis hin zu Sterni, der aus diesem Zusammenhalt in seiner Rookie-Saison sehr viel mitnehmen wird für seine gesamte Karriere. Die Jungs waren Brüder – und ich der coole Onkel. Ich will gar nicht die Vaterfigur sein für meine Spieler, aber diese Rolle gefällt mir. Und ich kann eben nicht verlieren – deswegen brauche ich wohl noch einige Tage, um das zu verdauen!“

Bis zur Saisonabschluss-Party am 28. April ist das hoffentlich passiert – und vielleicht, vielleicht können die Verantwortlichen dann ja doch noch vermelden, dass Mike Stewart in Augsburg bleibt. Es wäre der versöhnliche Abschluss einer tollen Saison – zumal es dieses Jahr gelungen ist, fast die komplette Mannschaft zu halten.

Insofern wäre es doppelt bitter, wenn der Vater – Nein, der Architekt und coole Onkel! – des Erfolgs gehen würde.


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