Die Herren der RingeKrupp und Jackson über ihre NHL-Zeit und ihr Gegenüber

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Schon lange bevor Uwe Krupp 1986 nach Nordamerika ging, hat ihn die National Hockey League fasziniert. Im deutschen Fernsehen gab es die beste Eishockeyliga der Welt nicht zu sehen. „Es gab da einen Laden in Düsseldorf“, erinnert sich der Trainer der Kölner Haie. „Da gab es VHS-Tapes mit Spielen der NHL zu kaufen, schon umgewandelt für das europäische System.“ Also investierte Krupp ins Anschauungsmaterial und kaufte sich die Videokassetten. Damals gehörten die Edmonton Oilers mit Abstand zum Besten, was die NHL zu bieten hatte.

Und im Team der Oilers stand damals sein Gegenüber aus den anstehenden Finalspielen um die Deutschen Meisterschaft. Denn 1984 und 1985 gewann Don Jackson als Spieler mit Edmonton zweimal den Stanley-Cup. Erinnerungen an Jackson, also? „Leider nein“, gibt Krupp zu. „Es gab damals ja so gut wie keine Berichterstattung über die NHL in Deutschland. Da kannte man nur die Stars wie Gretzky, Messier und Kurri. Leider war ich damals noch nicht so NHL-affin.“

Mittlerweile kennt Krupp Jackson natürlich bestens. „Er gehört zu den besten DEL-Trainern der letzten zehn Jahre“, sagt der Kölner Coach. „Er hat großen Sachverstand, eine starke Persönlichkeit und viel Humor.“ Kein Lautsprecher also – und damit Uwe Krupp gar nicht so unähnlich. „Im Eishockey kommst Du als Trainer nicht weit, wenn du viel lamentierst. Du bist einfach viel näher an den Spielern. Das würde sich übertragen. Im Fußball ist das anders, aber im Eishockey geht es einfach nicht“, sagt Krupp.

Was Uwe Krupp und Don Jackson verbindet sind die beiden Stanley-Cup-Siege, die beide als Spieler feierten. Für Krupp waren es gänzlich unterschiedliche Erfahrungen. 1996, der Titelgewinn mit Colorado Avalanche – das war einfach perfekt. Krupp war nicht nur der erste deutsche Stanley-Cup-Sieger, er schoss auch noch das entscheidende Tor in der Verlängerung. Ein Schuss zum Cup. Besser geht es nicht. „Wenn du so viele Jahre in der NHL spielst, hast du hoffentlich eine Sache, die im Gedächtnis der Leute bleibt. Wenigstens eine. Bei mir ist es dieses Tor.“

Dabei ist es natürlich mehr, was Krupp aus seiner Zeit in der NHL im Gedächtnis geblieben ist. „Zum Beispiel die Nominierung ins NHL-Allstarteam 1991. Da habe ich auf einmal Schulter an Schulter mit den besten Spielern der NHL in der Kabine gesessen. Das war ein großer Moment für mich.“ Auch an sein einziges kanadisches NHL-Team hat er gute Erinnerungen. „In Quebec lief es sehr gut für mich.“ In der Saison darauf wurden die Nordiques nach Denver versetzt und in Colorado Avalanche umbenannt. „Dazu noch viele private Erinnerungen.“ Wie an seine Huskies. Damals sagte Krupp in Interviews, dass er sich kaum vorstellen könne, nach Deutschland zurückzukehren. „Das war damals auch so. Trainer der Nationalmannschaft zu sein, Trainer in Köln zu sein – daran habe ich überhaupt nicht gedacht. Aber zum Glück haben sich in meinem Leben immer wieder neue Türen geöffnet, sodass mein Leben immer anders verlief, als ich dachte.“ Das ist etwas, wofür Krupp dankbar ist.

Seine Huskies hatte er bei Freunden untergebracht. In Michigan, Wisconsin, Illinois, Minnesota. „Im ganzen Mittleren Westen“, lächelt Krupp. „Wenn ich einmal zurückgehen sollte, hätte ich wohl auch wieder Schlittenhunde.“

Der Titelgewinn 2002 mit Detroit war etwas gänzlich anderes als der Sieg sechs Jahre zuvor. Damals war Krupp verletzt, konnte nicht spielen. „Das ging mir gegen den Strich. Ich war jemand, der immer spielen wollte.“ So gehörte er aber zu den „Black Aces“. „So nannten wir die Spieler, die nicht spielen durften. Vor allem junge Spieler. Rückblickend war das für meine Persönlichkeitsentwicklung sehr gut. Ich habe gelernt, dass man auch dann positiv aufs Team einwirken kann, wenn man nicht spielt.“ Also so etwas wie die Geburtsstunde des Trainers Uwe Krupp? „Das würde ich nicht sagen, aber für meine Persönlichkeit war es sehr wichtig.“

Obwohl Don Jackson im Team der seinerzeit so erfolgreichen Edmonton Oilers um Superstar Wayne Gretzky als Verteidiger hauptsächlich die Aufgabe zukam, zuverlässig Tore zu verhindern, weiß auch er über einen ganz speziellen Play-off-Moment zu berichten: „Wir spielten in der Saison 1983/84 das Conference-Finale gegen die Minnesota North Stars. Bei einem der beiden Auswärtsspiele in Minneapolis, also meiner Geburtsstadt, nur wenige Kilometer von unserem Haus entfernt, überlistete ich den Goalie der North Stars, Gilles Meloche, mit einem Schuss , den ich hinter dem Tor abgab. Meine ganze Familie war im Stadion.“ Die Oilers gewannen die Serie glatt und später im Finale gegen die New York Islanders den Stanley Cup. „Gilles Meloche ist übrigens der Vater des ehemaligen Straubingers Eric Meloche“, weiß Don Jackson noch zu ergänzen. Was zeigt, wie klein die Eishockeywelt doch manchmal sein kann.

Jedoch: „Die Wahrscheinlichkeit, dass ich Uwe Krupp noch als Spieler auf dem Eis begegnet bin, ist eher gering. Die Saison 1986/87 war meine letzte und Uwes erste in der NHL. Ich absolvierte noch 22 Spiele für die New York Rangers, er 26 für Buffalo. Er war ein großer Verteidiger mit sehr guten Fähigkeiten.“

Es gab nicht wenige Leute, einige waren zudem recht prominent, die in Don Jackson das Potenzial, eines Tages ein sehr guter Trainer sein zu können, erkannten. „Phil Esposito, der im Laufe der Saison 1986/87 Cheftrainer der Rangers wurde, hätte mich gerne als Assistent an seiner Seite gehabt. Mein erstes richtiges Bewerbungsgespräch hatte ich mit Pierre Pagé, der damals für die Minnesota North Stars arbeitete. Zwei Jahre später rief er mich an und ich wurde sein Assistent bei den Quebec Nordiques. Ich war gerade 34 Jahre alt. In der Zwischenzeit arbeitete ich schon als Trainer bei den Knoxville Cherokees in der ECHL, betätigte mich aber auch als Obst- und Gemüselieferant für Supermärkte.“

„Es war letztlich der Charakter und die Philosophie meiner Trainer, die ich als Spieler kennen gelernt habe, die ich weitergeben und weshalb ich denselben Weg gehen wollte. Die Geduld, die sie mir beibrachten, kommt mir heute in meiner Arbeit zugute.“

Beinahe also wären sich die Spieler Uwe Krupp und Don Jackson nie auf dem Eis begegnet. Doch dann fällt Krupp noch etwas ein: „Wir haben vor dieser Saison ja gemeinsam den Trainerlehrgang für den A-Schein in Füssen besucht. Da standen wir ja auch auf dem Eis. Und da hat Don angedeutet, was für ein toller Spieler er war.“

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