„Die eigentliche Arbeit fängt jetzt erst an“Interview mit dem DEL-Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Arnold

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Herr Arnold, die Deutsche Eishockey Liga (DEL) begrüßt die gefundene Regelung zwischen der zweiten Liga und dem DEB ausdrücklich. Warum?

Jürgen Arnold: „Profis müssen von Profis verwaltet und geführt werden. Dazu gibt es keine Alternative. Das ist in der neuen Konstellation nun der Fall. Unabhängig davon hat ein gemeinsam agierender Profi-Bereich natürlich ganz andere Möglichkeiten, das deutsche Eishockey mit zu entwickeln, als die DEL allein.“

Wie bewerten Sie den gefundenen Kompromiss ganz grundsätzlich?

Jürgen Arnold: „Persönlich messe ich diesem Ergebnis eine ähnliche Bedeutung bei wie der Gründung der DEL 1994. Ich glaube, es kann der Beginn einer neuen Eishockey-Zeitrechnung in Deutschland sein. Bei aller Euphorie müssen wir uns aber auch bewusst sein: Die eigentliche Arbeit fängt jetzt erst an!“

Die zweite Liga soll künftig unter dem Namen DEL2 an den Start gehen?

Jürgen Arnold: „Ja, das ist so geplant. Wir möchten dadurch auch nach außen hin dokumentieren, dass der Profi-Bereich einheitlich und gemeinsam auftritt. Dafür werden wir, sobald die zweite Liga die letzten Formalien hinter sich gebracht hat, einen Markennutzungs-Vertrag abschließen.“

Es heißt, Sie wollen mit einer künftigen DEL2 in allen Bereich eng abgestimmt zusammen arbeiten. Was erhoffen Sie sich davon?

Jürgen Arnold: „Es geht hier um die Entwicklung eines sportlichen Konzeptes, das die Nationalmannschaft langfristig stärkt und enger Zusammenarbeit zwischen DEL und der künftigen DEL 2 bedarf. Darüber hinaus erhoffen wir uns Synergie-Effekte in den Bereichen Vermarktung, TV-Vertrag und Öffentlichkeitsarbeit. Aber natürlich können wir auch durch Kooperationen im administrativen Bereich sicher einiges einsparen.“

Welche Ziele verfolgen Sie konkret?

Jürgen Arnold: „Spätestens seit dem Olympia-Debakel ist klar, dass sich vor allem in Sachen der Entwicklung des professionellen Nachwuchses in Deutschland etwas tun muss. Dafür sind wir gemeinsam mit der zweiten Liga angetreten. Und das können wir eben nur im Verbund leisten. Ziel ist es, die Basis deutscher Nachwuchs-Profis zu verbreitern und damit die Nationalmannschaft zu stärken.“

Was noch?

Jürgen Arnold: „Der Fokus liegt für uns alle klar auf der besseren Fortbildung der Spieler, die der DNL entwachsen. Daraus entwickelt sich alles weitere. Mit der zweiten Liga verfügt das professionelle Eishockey insgesamt dann ab jetzt in Deutschland über ein relativ engmaschiges Netz von Standorten. Diese müssen nun systematisch weiter entwickelt und ausgebaut werden, um die Basis für Profisport auf höchstem Level zu schaffen.“

Welche Rolle spielen dabei Auf- und Abstieg?

Jürgen Arnold: „Natürlich auch eine Rolle, langfristig sogar eine wichtige. Wir haben eine Verzahnung der beiden Ligen innerhalb eines Zeitrahmens von drei bis fünf Jahren in unserem Konzept fest verankert. Wenn wir Standorte entwickeln wollen, müssen wir auch Anreize für deren Entwicklung schaffen. Aber, um auch das deutlich zu sagen: Wir brauchen hier eben ein gesundes Wachstum, nicht eines, das auf aberwitzigen und von Emotionen geleiteten Entscheidungen beruht. Das kann für das ganze System gefährlich werden. Also müssen eine Vielzahl der Zweitliga-Standorte DEL-tauglich werden, was derzeit und kurzfristig noch nicht der Fall ist.“

Wie sieht es mit der Verzahnung nach unten, also in die Oberligen hinein, aus?

Jürgen Arnold: „Die Zweitligisten haben sich diese Option gewünscht, diesen Wunsch hat die DEL respektiert. Die Standorte haben aber auch dort viel Arbeit vor sich, aber auch durchaus Potential. Es ist wichtig, dass sinnvolle Kriterien festgelegt werden, damit die Struktur der zweiten Liga nicht geschwächt wird.“


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