Die DEG zieht sich zurück – aus der Frauen-BundesligaSchlag für das Frauen-Eishockey

Die Frauen-Mannschaft der Düsseldorfer EG hat ihre Spiele im Eisstadion an der Brehmstraße ausgetragen. Nun wurde das Team aufgelöst.  (Foto: dpa/picture alliance)Die Frauen-Mannschaft der Düsseldorfer EG hat ihre Spiele im Eisstadion an der Brehmstraße ausgetragen. Nun wurde das Team aufgelöst. (Foto: dpa/picture alliance)
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Das Projekt war 2015 groß angelegt. Die DEG gründete vor vier Jahren erstmals überhaupt eine Frauen-Mannschaft, nachdem sich der DEC Düsseldorfer Devils, beheimatet in der Stadtteil-Eissporthalle Benrath, jahrelang alleine um das weibliche Eishockey in Nordrhein-Westfalens Hauptstadt gekümmert hatte. Von Anfang an war klar: die DEG will in die Bundesliga. So stieg das Team nach und nach auf und kam schließlich in der 1. Liga. an. Einer guten Premiere folgten aber die Probleme. Wie Bernd Schwickerath, ein ausgewiesener Experte für das Eishockey in Düsseldorf, in der Westdeutschen Zeitung schreibt, erreichte der schleichende Niedergang seine Endphase, als Trainerin Miriam Thimm zum Ende der vergangenen Saison aus beruflichen Gründen aufhören musste – und die DEG schlichtweg keinen Trainer mehr fand. Als mit René Nosper aus Köln dann doch ein neuer Coach bereit stand, seien viele Spielerinnen nicht mit ihm klargekommen. Allerdings gibt es, so hört man, auch Doppellizenzspielerinnen des Kölner EC, die mit Nosper bestens zurechtgekommen sind.

So spielte die DEG zuletzt mit einer Ausnahmegenehmigung ohne Trainer und kassierte eine deutliche Niederlage nach der anderen. Nach 13 Spieltagen stand die DEG mit drei Punkten und 19:96 Toren auf dem letzten Platz. Nun hat die DEG einen Schlussstrich gezogen und das Team aus der Bundesliga abgemeldet.

Frauen-Eishockey, speziell die Bundesliga, fristet in Deutschland wie in vielen anderen Ländern auch ein Schattendasein. Wenige Zuschauer und kaum Sponsoren – dazu der Umstand, dass Deutschland dringend mehr Eisflächen braucht. So sind vielerorts fehlende Eiszeiten ein Grund dafür, dass das Frauen-Eishockey sich nicht entwickeln kann.

Denkbar ist, dass die Kölner Haie den Platz der DEG in der Bundesliga als sportliche Aufsteiger einnehmen könnten. Der KEC, der vor zwei Jahren die Cologne Brownies als Frauen-Eishockey-Abteilung in den Verein integriert hat, führt die Tabelle der 2. Liga Nord an. Auch in dieser Spielklasse gehen nur sieben Teams an den Start – und das auch nur, weil mit den Cold Play Sharks Mechelen eine belgische Mannschaft am Spielbetrieb teilnimmt.

In der Bundesliga spielen aktuell der ESC Planegg-Würmtal, der ECDC Memmingen, der ERC Ingolstadt, die Mad Dogs Mannheim, die Eisbären Juniors Berlin und der EC Bergkamener Bären.